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Willkommen durch die Hintertür
Daniela Reinfelder gab die neue Tür zum Gaustadter Friedhof frei. Es assistierten (von links): Baureferent Hans Zistl-Schlingmann, Heinrich Popp vom Garten- und Friedhofsamt, dessen Mitarbeiter für die Lücke in der Hecke gesorgt hatten, und Stadtrat Norbert Tscherner.

Bürger-Initiative   Besucher des Gaustadter Friedhofs können während der Sperrung der Breitäckerstraße auf einem provisorischen Parkplatz auf dem Megalith-Gelände parken. Dort wurde ein kleiner Zugang geschaffen.

 

Vom FT-Redaktionsmitglied Gertrud Glössner-Möschk


Bamberg - Großer Bahnhof für eine kleine Zauntür im Wert von 320 Euro, gesponsert von zwei Gaustadter Handwerksbetrieben. Selten wird einer solchen Kleinigkeit eine so große Ehre zuteil: „Angereist“ sind gestern zum Gaustadter Friedhof der städtische Baureferent und zwei Stadträte. Es gab Sekt und Orangensaft, Leberkäsbrötchen, Knabbereien. Bei diesem Empfang mangelte es an nichts, auch nicht an Medienvertretern, drei an der Zahl.

Schauplatz war das Megalith-Gelände oberhalb des Gaustadter Friedhofs. Ein Teil der Fläche ist für die Zeit der Sanierung der Gaustadter Hauptstraße und der Sperrung der Breitäckerstraße zum öffentlichen Parkplatz ausgewiesen worden und mit einem Zaun vom übrigen Firmengelände abgetrennt.

Fehlte bislang nur noch der direkte Zugang zum angrenzenden Friedhof. Das meinten einige Bürger, und das meinte auch der Bürgerverein, der sich bei der Stadt für den Zugang einsetzte und die Sponsoren gewann. Gestern war die große Eröffnungsfeier für die kleine Tür. Die Vorsitzende des Gaustadter Bürgervereins und CSU-Stadträtin Daniela Reinfelder durchschnitt das rosa Band und erläuterte den Grund für den festlichen Akt: „Es war ein harter Kampf um ein kleines Türchen.“ Nicht weniger als vier Gremien hätten sich im Vorfeld damit befasst: die Referentenbesprechung, der Ältestenrat, der Bausenat und schließlich die Vollsitzung des Stadtrates. Und das, obwohl niemand den Sinn dieser Maßnahme angezweifelt habe.

Für Reinfelder war das im Vorfeld ein solches Ärgernis, dass sie in ihrem Dringlichkeitsantrag vor der Vollsitzung vom 19. Mai von einem „überzogenen“ Verfahren sprach. Es gehe in diesem Fall leider nicht mehr um die Sache und um das Wohl der Bürger, sondern „um Machtanspruch und vor allem um die Missachtung eines Stadtratbeschlusses, denn die Baumaßnahme wurde einen Tag nach dem Bausenat . . . auf Anordnung des Oberbürgermeisters, ohne Beschluss, bereits begonnen.“

Wie Baureferent Hans Zistl-Schlingmann gestern erläuterte, sei die Verzögerung zu Stande gekommen, weil Reinfelders Antrag auch auf eine langfristige Nutzung der im Moment von der Stadt angepachteten Parkplatzfläche abgestellt habe. Im derzeitigen Planungsstadium könne dafür noch keine verbindliche Zusage gegeben werden. Auf Anregung des Bürgervereins sei dieser Punkt Bestandteil der Bauleitplanung für das künftige Wohngebiet auf der Industriebrache. Stadtrat Norbert Tscherner, BBB, sagte, es sei erforderlich, für alle Friedhöfe behindertengerechte Zugänge zu schaffen. Mit dem Türchen in Gaustadt sei dieses Ziel fast überall verwirklicht, bis auf den Friedhof in Bug mit seiner ausgeprägten Hanglage.

Zwei Damen, die den neuen Friedhofs-Eingang gestern nutzten und zu der kleinen Feier stießen, wollten sich nicht fotografieren lassen, sparten aber nicht mit Lob: „super“, sagte die eine, „ein Herrgottswerk“, die andere.

Datum: 09.06.2010
Fränkischer Tag 09.06.2010
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