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Der Lebensschatz der Älteren
Aktion Beim Mitmachmarkt der Generationen am Schloss Geyerswörth gab es Handwerk zum Anfassen und allerlei Kurzweil. Vor allem Familien wurden aktiv.
Eva Heising übte sich mit ihren Kindern Jurek und Mariam im Flechten.

Bamberg - Mit diesem „Mitmachmarkt der Generationen“ im Innenhof von Schloss Geyerswörth hat Veranstalterin Stefanie Hahn ins Schwarze getroffen. „Es ist mir ein Anliegen, den Lebensschatz der Älteren zu erhalten, der droht, verloren zu gehen“, erklärte die Seniorenbeauftragte und Generationenmanagerin der Stadt Bamberg ihre Aktion.

Der Mitmachmarkt sei eine Gelegenheit, „Wissen zwischen Jung und Alt weiterzugeben“, erläuterte Stefanie Hahn. Und tatsächlich waren vor allem Familien mit Kindern gekommen, die ihre Freude beim Handwerk zum Anfassen hatten.

So wie etwa Martina Baumann, die staunend ihren Töchtern Emilia (8) und Charlotte (5) beim Bauen eines Insektenhotels am Stand von „Integra Mensch“ über die Schultern schaute. Ganz vertieft waren die Mädchen darin, kurze Stäbe von Haselnussstauden, Birke und Weide zum runden Bündel zu formen und Einschlupflöcher für Wildbienen zu bohren.

Meister führt das Händchen

Schreinermeister Oliver Mehls führte dabei behutsam die Händchen der Kleinen, „damit sie sich nicht verletzen“. Sichtlich stolz waren Emilia und Charlotte schließlich über ihr fertiges Produkt, das sie mit nach Hause nehmen durften. „Es ist immer gut, wenn Kinder etwas praktisch machen“, freute sich auch die Mama, die ganz gezielt zum Schloss Geyerswörth aufgebrochen war.

Beim Stadtbummel mit Besuchern aus Hamburg hatte Eva Heising dagegen per Zufall das Veranstaltungsplakat am Eingang entdeckt. Sie ließ sich anlocken, und war mit ihren Kindern Jurek (10) und Mariam (3) auch schon mittendrin. Die drei übten sich in der Kunst des Flechtens, die ihnen die fachkundige Susanne Hilbich nahebrachte. Geschickt wurden Weidenruten verschlungen, bis das Dekorationsblatt fertig war.

Einige junge Ladys rollten in der Filzwerkstatt von Anna Jansen Regenbogenschnüre: „Je länger man reibt, desto stabiler wird es“, spornte sie die Frauen beim Filzen an. Derweil pendelte Brigitta Stempfle unermüdlich zwischen ihrem Spinnrad und ihrer Klöppelrolle hin und her. Spinnen und klöppeln beherrscht die Tante von Seniorenbeauftragter Hahn aus dem Effeff: „Aus Spaß an der Freud’“, lachte die reifere Dame und ließ den Faden aus Merinoschafwolle an der Spindel durch ihre flinken Finger gleiten.

Die Erba-Geschichte

Da passte wunderbar die verwobene Geschichte der Baumwollspinnerei Erba dazu, die der Bürgerverein Gaustadt mit Vorsitzender Daniela Reinfelder an der Spitze unter einem Pavillon aufblätterte. „Jüngere wissen nichts mehr von der Erba, da ist es wichtig, historische Wurzeln zu bewahren und an die nächste Generation weiterzugeben“, betonte Reinfelder, die fleißig Prospekte vom „Minimuseum Erba“ an der Gaustadter Hauptstraße 46 verteilte und zum Quiz einlud: Wer oder was war ein „Zupfer“ in Bamberg? Wer ist mit dem Begriff „Alter Knacker“ gemeint? Oder wie viele Arbeiter waren 1913 in der Erba beschäftigt? Was bedeutet die Abkürzung „ERBA“? Harte Nüsse, die aber etliche Besucher knacken (ER = Erlangen, BA = Bamberg für die früheren Standorte der Spinnerei) und damit einen Preis gewinnen konnten: nämlich freien Eintritt ins Museum für zwei Personen oder eine Flasche edlen Frankenwein – oder Gummibärchen.

Für Verpflegung war gesorgt, es gab Mitmachtänze der Seniorentanzgruppe von Lieselotte Rehrl, Schlossführungen für jedes Alter, die Yvonne Keim vom Verein „Agil“ anbot, und einiges mehr. Für Stefanie Hahn ist dieser nunmehr zweite Mitmachmarkt „das jährliche Highlight im Segment Generationenbegegnung“, für den sie verantwortlich zeichnet.

Datum: 28.07.2015
Autor: Marion Krüger-Hundrup Fränkischer Tag
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