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Älterwerden in Gaustadt
Senioren Kann man auch im Alter im vertrauten Umfeld wohnen? Die Arbeitsgemeinschaft für ältere Mitbürger präsentiert die Ergebnisse mehrerer Workshops
So lässt es sich in Gaustadt auf alle Fälle gut leben

Bamberg - Bereits jetzt sind rund 18,7 Prozent der Bürger, die im Stadtteil Gaustadt wohnen, über 60 Jahre alt. Im Jahre 2031 wird laut einer aktuellen Prognose der Anteil der älteren Mitbürger alleine hier auf fast 24 Prozent steigen. „Daher haben wir uns vor einiger Zeit gefragt, wie seniorenfreundlich ist eigentlich unser Stadtteil und wie kann es uns gelingen, dass Senioren möglichst lange im Alter selbstständig in ihrem vertrauten Umfeld bleiben können“, erläuterte Daniela Reinfelder auf der jüngsten Gaustadter Vereinsvorständesitzung. Zu diesem Zwecke habe man zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft für ältere Mitbürger (ARGE) und Bewohnern aus Gaustadt eine Bestandsaufnahme über Stärken und Schwächen des Stadtteils in Bezug auf Seniorenfreundlichkeit erarbeitet.

„Die Teilnehmer des Arbeitskreises waren sich schnell einig, dass zu den Stärken Gaustadts zweifelslos die gute Nahversorgung mit Lebensmitteln, eine gute Busanbindung sowie eine gute Gesundheitsversorgung mit Fachärzten gehört“, berichtete Reinfelder. Ebenso verfüge der Stadtteil über beispielhafte pflegerische und stationäre Einrichtungen für ältere Mitbürger. Zudem biete der Stadtteil ein breites Vereinsangebot, aber auch zahlreiche Treffpunktmöglichkeiten für Senioren an.

Allerdings gebe es auch so manche „Baustelle“ zu beseitigen. „Das Kopfsteinpflaster im Cherbonhof und der Weg zwischen Apotheke und Bamberger Weg ist zum Teil nicht nur für ältere Bürger unüberwindbar, sondern bereitet auch Familien mit Kinderwägen Schwierigkeiten“, schilderte Wolfgang Budde, Erster Vorsitzender der ARGE. Ausbaufähig sei auch der Einkaufs-Lieferservice, der noch nicht oder nicht häufig genug von den Lebensmittelgeschäften angeboten werde. Hilfreich, so erarbeiteten die Workshop-Teilnehmer, wären auch Leselupen, die an Einkaufswagen angebracht oder zumindest im Geschäft ausgeliehen werden könnten.

Beliebter Treffpunkt ist weg

„Mittelfristig ausbauen müssen wir zudem unser Informationssystem, wie und woher bekomme ich eine geeignete Hilfe“, sagte Reinfelder. Leider sei eine eigene Stadtteilzeitung nicht nur sehr aufwendig, sondern auch kostspielig. Man könnte aber Flyer, möglichst mehrsprachig, bei Ärzten und Apotheken auslegen oder mit Anzeigeblättern und dem Heinrichsblatt kooperieren. Ob es je wieder zur Öffnung des Cafés am Bergbad komme, welches für manche Senioren ein beliebter Treffpunkt war, sei eher fraglich. Gute Aussichten hingegen gebe es laut der Bürgervereinsvorsitzenden jedoch bei der Schaffung neuer Anlaufstellen wie in der Kleingartensiedlung oder beim Schleusenwärterhäuschen auf dem Erba-Park. Langfristig müssen laut Budde auch enge Straßen und Wege, wie die Martinetstraße, die für Rollstuhlfahrer kaum passierbar ist, senioren- und behindertenfreundlich gestaltet werden. „Inwieweit sich eine Busverbindung zum Wohngebiet am Freibad ganzjährig realisieren lässt, müsste mit den Stadtwerken ausgehandelt werden“, ergänzte Daniela Reinfelder. Momentan sehe sie hier aber kaum eine Lösungsmöglichkeit.

Ebenso langfristig müsse man mit Ehrenamtlichen, Fachkräften und Wohlfahrtsverbänden ein Netzwerk aufbauen, welches Senioren konkrete Hilfe im Alltag anbiete.

Ferner, so resümierte Budde, müssen auch andere Stadtteile in Bamberg animiert werden, derartige Untersuchungen wie sie in Gaustadt, aber auch in Bamberg Ost laufen, durchzuführen. „Denn je mehr mitmachen, umso stärker ist unser Auftreten der Stadt gegenüber und umso besser können wir unsere Ziele zum Wohle der Senioren durchsetzen.“

Datum: 30.07.2014
Autor: Fränkischer Tag Harald Rieger