Home | Gaustadt | Bürgerverein | Presse | Vereine | Kirchen | Parteien | Institutionen | Firmen | Kontakt
Blicke in die Gaustadter Geschichte
In den Räumen des Bürgervereins ist ab sofort ein Teil der ehemaligen Erba-Ausstellung der Landesgartenschau zu besichtigen.
Andreas Dornheim (r.) erklärte den Besuchern die Exponate.

Was hat der 38. Hochzeitstag eines glücklichen Ehepaares mit der ehemaligen Erba-Ausstellung zu tun? Auf den ersten Blick eigentlich rein gar nichts. Doch Professor Andreas Dornheim, einer der Macher der Ausstellung, lüftete in dem Räumen des Bürgervereins Gaustadt das Geheimnis: "Wir haben zur Ausstellung ein Gästebuch aufgelegt. In diesem haben sich neben vielen, die Lob und Kritik äußerten, auch etliche Verliebte eingetragen und mehr ihre Liebe kundgetan als die Ausstellung zu bewerten", schilderte Dornheim.

Zwar ist die Erba-Ausstellung auf dem Landesgartenschaugelände inzwischen längst abgebaut, aber noch lange nicht für immer verschwunden. Denn ein Teil ist ab sofort jeden ersten Sonntag im Monat in der Zeit von 11 bis 14 Uhr zu besichtigen. Schulklassen, Studenten und Gruppen können aber auch einen individuellen Termin beim Bürgerverein Gaustadt vereinbaren.

"Dem Bürgerverein Gaustadt war es ein wichtiges Anliegen, diese Ausstellung in ihren Grundzügen zu erhalten", betonte Daniela Reinfelder, Vorsitzende des Gaustadter Bürgervereins, bei der offiziellen Eröffnung der Ausstellung. Schließlich habe sich der Bürgerverein nur wegen der Baumwollspinnerei Erba gegründet. Denn bis zur Gründung des Bürgervereins bestand, wie deren Vorsitzende erläuterte, Gaustadt aus zwei Ortsteilen: dem unteren und den oberen Dorf. In dem unteren Dorf, dem älteren Teil von Gaustadt, waren die Bauern und Handwerker angesiedelt, im oberen Dorf die Erba und deren Arbeiter. "Da die Arbeiter durch Gewerkschaften sehr gut organisiert waren, befürchteten die Bauern und Handwerkern, dass diese zu übermächtig werden könnten. Daher gründeten sie zur Wahrung ihrer Interessen 1904 den Bürgerverein", schilderte Reinfelder.

Umso erfreuter sei sie nun, dass in den Räumen des Bürgervereins ein Teil der Ausstellung Platz gefunden habe und dort die enge Verflechtung mit der Geschichte der Erba auch weiterhin gezeigt werden könne. "Im Vorraum präsentieren wir sechs drehbare Schautafeln zur Geschichte der Textilfabrik und in unseren Räumlichkeiten sind Werksstücke und Kleinteile von Webmaschinen ebenso zu besichtigen wie Schautafeln unter anderem zur Unternehmensleitung und Arbeitern", erläuterte Daniela Reinfelder. Das Kernstück der Ausstellung jedoch sei die ehemalige Abteilung 5, die komplett mit all ihren Video- und Audioteilen übernommen werden konnte. Ein besonderes Highlight stellt für die Bürgervereinsvorsitzende eine "kleine Fühlzelle" dar, in welcher verschiedene "Ausstellungsgegenstände zum Anfassen" Platz gefunden haben.

Datum: 07.06.2013
Autor: Fränkischer Tag Harald Rieger