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"Parallelgremium" tagte

PREMIERE   Der Bürgerverein Gaustadt hat erstmals zu einem Bürgerforum eingeladen. Künftig will man die Belange des Stadtteils öfter disktieren.

VOM FT-MITARBEITER HARALD RIEDER

(Plakat.jpg; 372 kB)
Bamberg - Trotz des schönen Kellerwetters sind am Samstagabend zahlreiche Gaustadter sowie eine stattliche Abordnung von Stadträten zum ersten Bürgerforum im Sängerheim erschienen. Ins Leben gerufen wurde diese neue parteiübergreifende und neutrale Kommunikationsplattform vom Bürgerverein Gaustadt unter Federführung von Bernhard Ritter, dem zweiten Schriftführer des Vereins. „Wir wollen unsere Stadträte für die Gaustadter Belange sensibilisieren", sagte Ritter. Künftig soll das Bürgerforum ein bis zwei Mal im Jahr stattfinden.

Dr. Christian Lange, der für den verhinderten Oberbürgermeister sprach, wünschte diesem „Parallelgremium" zum Bamberger Stadtrat alles Gute und viele ergebnisreiche Debatten. „Es ist schließlich eine gute Idee, da allein sieben Stadträte und zudem viele politisch engagierte Menschen aus Gaustadt kommen."

Inhaltlich standen auf der ersten Veranstaltung noch nicht so sehr die „Gaustadter Probleme" im Vordergrund. Vielmehr, so betonte Ritter, sollte die Auftaktveranstaltung zum gegenseitigen Kennenlernen dienen. Dennoch ließen die Gaustadter nicht locker und so kam es doch noch zu einer kurzen Wahlanalyse aus Gaustadter Sicht.

Die Bürger gaben den Stadträten unter anderem dringend mit auf den Weg, die Kleingartenanlage in Gaustadt nicht zu vergessen. „Es darf nicht sein", schimpfte ein Besucher, „dass wegen der Landesgartenschau die Kleingärtner vertrieben werden. " Hoffnung hegen die Gaustadter indes, dass im Rahmen der Landesgartenschau endlich die Hauptstraße verschönert werde. Die Stadträte Daniela Reinfelder und Peter Röckelein versprachen, sich dafür stark zu machen.

Die Konrektorin der Gaustadter Volksschule, Susanne Dörfler, appellierte an die Politiker, sich für die Hauptschüler einzusetzen: „Zwar ist unsere Schule kein sozialer Brennpunkt, aber es wäre dennoch schön, wenn die Gelder der Stadt breiter an Bambergs Hauptschulen verteilt würden. " Auch sollte sich die Stadt aufraffen und ihren Beitrag zur Mittagsbetreuung der Schüler leisten und nicht alles auf den Staat und die Eltern abwälzen.

Im Anschluss ehrte der Bürgerverein das Gaustadter Urgestein Hans Stenglein für seine zwölfjährige Tätigkeit im Stadtrat. Für die Musik sorgte die Blaskapelle St. Josef Gaustadt.

Das nächste Bürgerforum findet voraussichtlich im September im Rahmen der Gaustadter Kirchweih statt.

 Textbeitrag zur PPP- Gaustadt im Wandel der Zeit

Gaustadt im Wandel der Zeit

Der Beitrag „Gaustadt im Wandel der Zeit“ ist nachfolgend mit einigen Bildern – zufällig ausgewählt – aus dem reichhaltigen Bildarchiv der homepage des Bürgervereins Gaustadt unterlegt.

Die Bilder – zum Teil Postkarten – zeigen Motive aus der Ortsgeschichte von Gaustadt.

Unser Heimatort war bekanntlich bis zur Eingemeindung nach Bamberg im Jahre 1972 eine selbständige Gemeinde mit zuletzt ca. 6.000 Einwohnern.

Die Bilder sollen Ihnen Anregungen geben zu einem Gedankenaustausch über Vergangenheit – Gegenwart – und einer möglichen Zukunft unseres Stadtteils unter dem Motto des Bürgervereins

„Tradition erhalten Zukunft gestalten“.

Doch nun zu „unserer Geschichte“.

Die im Jahr 1858 bei Bauarbeiten in Bamberg-Gaustadt aufgefundenen, aus dem Schwemmsand der Regnitz geborgenen „Gaustadter Götzen“ haben recht rohe Gestalt; im Relief wiedergegeben sind die vor dem Leib übereinander eingebogenen Arme, die Gesichtspartien und wulstartige Bänder - es könnten Gewandränder gemeint sein. Bei den zwei höheren Figuren ist jeweils eine waagerecht linierte Schildform in den Rücken eingeritzt.

Die "Gaustadter Götzen" sind sowohl als vorgeschichtliche Bildsteine angesehen worden, werden aber auch in das 1. Jahrtausend n. Chr. datiert. Insbesondere in der älteren Literatur überwiegt die Auslegung als heidnische Kultbilder, auch wurden sie als hallstattzeitliche Grabstelen interpretiert. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Forschung ganz überwiegend für eine jüngere Entstehung der "Gaustadter Götzen" ausgesprochen. Es könnte sich - um den Zeitrahmen weit zu spannen - um Relikte eines attila-zeitlichen Fürstengrabes, bei den Figuren um Herrscher- bzw. Kriegergestalten oder auch um karolingische Grenzsteine handeln.

Böse Zungen behaupten, dass man auch heute noch Ähnlichkeiten zwischen diesen Figuren und heute lebenden „echten“ Gaustadtern erkennen kann.

Seit ca. 900 Jahren ist die Geschichte Gaustadts dokumentiert. Im 11. Jahrhundert entwickelte sich an einem Bach, welcher vom Michelsberger Wald zur Regnitz hinunter floss, aus Lehenshöfen des Klosters Michelsberg und des Elisabethen-spitals das Dorf Gaustadt.

In dieser Ansiedlung erwarben die Menschen ihren Lebensunterhalt Jahrhunderte lang mit Ackerbau, Viehhaltung, Waldnutzung, Flussfischen und Fischzucht sowie als Handwerker.

Auch Wein (Röthelbach, Silvanersee) und Hopfen (Hopfengartenstraße) sowie Obst wurden angebaut. Ende des 16. Jahrhunderts gab es auch schon eine Ziegelhütte am heutigen Silvanersee als Lehensgut des Klosters.

Auf diesem Bild sehen wir die alte Ortsmitte. Auf dem Dorfplatz stand einst eine Ortslinde und darunter der Ortsbrunnen. Zu sehen ist hier die alte Brauerei “Beyerlein“ und die später erbaute Kirche „St. Sebastian“.

Aus alter Gaustadter Zeit sind zwei Siegel bekannt. Ein Siegel dient zur Beglaubigung einer Urkunde als Ersatz der Namensunterschrift. Siegel dienen auch zum Verschluss von Schriftstücken und Briefen. Auf Fälschung und Missbrauch von Siegeln standen im Mittelalter hohe Strafen. Siegelbruch wird auch heute noch bestraft.

Das älteste nachgewiesene Siegel stammt aus dem Jahre 1745. Im ovalen Feld ist der heilige Sebastian, an einen Baum gebunden, erkennbar. Der heilige Sebastian ist auch heute noch der Schutzpatron unserer Kapelle. Unterschrift unter diesem Siegel „Gaustatt“ – mit tt. Darunter das Siegel eines Andreas Sauer. Ein solcher saß 1740 – 1764 auf dem Hof, Bachstraße 4. Heute befindet sich dort das Anwesen BLENCK.

Das zweite Siegel ist mit dem Jahr 1787 datiert. Darauf befinden sich ebenfalls der heilige Sebastian und die Buchstaben G und ST. Beide Siegel zeugen von einer gewissen Selbstverwaltung unter der Dorfordnung des Klosters Michelsberg.

Auch Wappen sind Zeugnisse von Amtshoheit einer Gemeinde. Mit der Säkularisation 1802, bei welcher die Klöster aufgelöst wurden, entfiel die Abhängigkeit Gaustadts vom Kloster Michelsberg. Gaustadt wurde eine selbständige politische Gemeinde.

Auf dem älteren Wappen, dessen Datum nicht bekannt ist, sind die Pestmarter an der kleinen Kirche aus dem Jahre 1652, sowie ein Weberschiffchen und eine Spindel zu sehen.

Das neuere Wappen wurde im Jahre 1953 vom Bayerischen Innenministerium verliehen. Auf diesem Wappen befinden sich goldene Ähren (für Ackerbau), Weberschiffchen (für Textilweberei – ERBA) und der Wasserlauf (für die Regnitz und dem Fischfang).

Im Jahre der Säkularisation 1802 gab es in Gaustadt 340 katholische Seelen, die der Pfarrei Bischberg zugeteilt waren.

Ab 1868 erweiterten diese Gaustadter ihre seit 1737 bestehende Holzkapelle am Bach neben Ortslinde und Dorfbrunnen zu einer kleinen Kirche aus Stein und widmeten sie dem Heiligen Sebastian.

Seit Mitte 1830 hielt dort der königliche Professor und geistliche Rat Dr. Martinet an Sonntagen Gottesdienst. Dieser selbstlose Geistliche und seine Schwester stifteten ihr Haus und ihr ganzes Vermögen den Einwohnern von Gaustadt in einer Stiftung und gründete so die Pfarrei St. Josef.

1879 wurde für 1250 Katholiken, bei 1.450 Einwohnern, der erste Pfarrer installiert. 1906 wurde die große Pfarrkirche eingeweiht. Seit 1974 gibt es die evangelische Kirche St. Matthäus in Gaustadt.

Die Kirche des Altersheimes ist jetzt das Gotteshaus für die ukrainisch-griechischen Christen.

Eine neuapostolische Gemeinde feiert in ihrem Gotteshaus in der Sturzstraße.

In einem Lehenshof jenseits des Baches wurde Mitte des 18. Jahrhunderts eine zweite Brauerei errichtet.

Das Beyerlein`sche Anwesen und diese neue Brauerei wurden später Eigentum der Familie Wörner und präsentiert sich heute als die moderne Kaiserdom Brauerei an der Breitäckerstraße.

Diese Brauerei ist nach der Leuchtenfabrik RZB Zimmermann der zweitgrößte Arbeitgeber auf dem ehemaligen Gaustadter Gemeindegebiet.

Mit zunehmender Einwohnerzahl (1879 waren es 1.450 Einwohner) erweiterte sich der alte Ortskern entlang der, seit dem Mittelalter von Schweinfurt nach Bamberg führenden Landstraße (heute unsere Gaustadter Hauptstraße) zu einem Zeilendorf in Richtung Bamberg.

Dort war ein neuer großer Ortsteil im Entstehen, die Fabrik.

Auf diesem Bild ist die ERBA um 1856 zusehen. Man erkennt die Staustufe mit dem Generatorenhaus, das Kesselhaus und den Schornstein sowie die kleine Schleuse für die Personenschifffahrt.

Mit dem Jahre 1856 begann für Gaustadt eine neue Zeitrechnung.

Ein Bamberger Kaufmann namens Krackhard und der Augsburger Unternehmer Riedinger begannen mit dem Aufbau einer Textilfabrik auf Gaustadter Grund an der Westgrenze der Stadt Bamberg. Die Bamberger wollten zur damaligen Zeit die Fabrik nicht. Sie war damals auf dem Gelände der späteren KALIKO, wo heute das Welcome-Hotel steht, geplant.

Um die Wasserkraft der Regnitz trotzdem nutzen zu können, bauten die Firmengründer einen ca. 1,5 km langen und 34 m breiten Werkskanal an ihr Firmengelände. Der alte Flusslauf wurde im Jahre 1968 aufgefüllt und die dortige Schleuse stillgelegt. Das Schleusenwärterhäuschen steht heute noch.

1858 begann die Spinnerei und Weberei der ERBA ihren Betrieb. Das ERBA steht für Erlangen-Bamberg.

Die Einwohnerzahl Gaustadts nahm nun rasch zu. Beiderseits der Straße nach Bamberg entstanden am Werkskanal entlang Arbeiter- und Meisterhäuser. Der heute abgerissene große Wohnblock am Beginn von Bamberg nannten die Gaustadter den „Ketzerbau“, da dieses Gebäude überwiegend von zugereisten evangelischen ERBA-Mitarbeitern bewohnt war.

Mit der ERBA erwuchs in wenigen Jahrzehnten ein zweiter Ortsteil – das „Obere Dorf“ – in Gaustadt, eine großflächige Industrieansiedlung.

1908 – zum 50. Betriebsjubiläum – beschäftigte die ERBA 2.000 Mitarbeiter. In 161 Betriebswohnungen wohnten 862 Personen.

Die Textilfabrik ERBA würde dieses Jahr 2008 ihr 150-jähriges Betriebsjubiläum feiern können. Seit 1990 gibt es dieses Unternehmen leider nicht mehr.

Ein Bauunternehmer namens Glöckler aus Augsburg hatte die ERBA gekauft, wohl wegen ihres großen Grundbesitzes. Eine Ironie des Schicksals – auch einer der Gründer Riedinger war aus Augburg.

Glöckler hatte sich bei Immobiliengeschäften verspekuliert und ging Pleite und mit ihm somit auch die ERBA.

Im Jahre 2006 hat eine irische Investorengruppe das Areal gekauft und große Teile der Firmengebäude wurden abgerissen.

Die Stadt Bamberg konnte daraus 12 ha Grund für die Landesgartenschau erwerben, die 2012 in Bamberg stattfindet und auf Dauer einen Nordpark entstehen lässt.

Der Ziegelbau, welcher unter Denkmalschutz steht, das Verwaltungsgebäude und die Neubauten im Umfeld des Ziegelbaus sollen eine Perspektive für die Otto-Friedrich-Universität Bamberg bieten. Das übrige Gelände wollen die Investoren für den Wohnungsbau nutzen.

Zehn Jahre nach Gründung der ERBA, 1866, errichteten die Herren Lessing und Heßlein auf der Anhöhe am Westrand von Gaustadt eine neue Ziegelei. Das Gelände dort war reich an Lehmboden.

Zum 100-jährigen Jubiläum im Jahre 1966 beschäftigte die AGROB mehr als 60 Mitarbeiter.

Als Firma MEGALITH wurde durch Insolvenz auch dieses Unternehmen zu einer Industriebrache im Stadtteil Gaustadt.

Auf der Homepage des Gaustadter Bürgervereins können mehr als 100 Bilder von den Abrissruinen der ERBA und der AGROB angeschaut werden.

Die Geschichte des Fischerhofes hat einen sehr frühen Ursprung.

Abt Gumprecht (1094-1124) vom Kloster Michelsberg ließ eine Quelle fassen, die dann auch Gumprechtsbrunnen genannt wurde.

An dieser Quelle entstand dann ein kleines Schloss. Davor waren Fischweiher angelegt, die aus dieser Quelle gespeist wurden. Ein Abfluss zur Regnitz querte die Straße nach Bamberg, so dass dort einst sogar eine kleine Brücke war.

Das Schlösschen wurde von der Architektin Dietz gekauft und stilvoll restauriert.

Nach Aufhebung des Klosters Michelsberg in der Säkularisation wurde diese Anlage nur noch als Seehaus bei Gaustadt oder als Fischerhof genannt und besaß Gast- und Schankrecht als Wirtshaus. Das heute dort stehende, etwas klassizistisch wirkende Gasthaus ist später entstanden und gehört der Familie Wörner.

Für dieses „Fischerhof-Areal“ gibt es eine Planung, welche die Renovierung des Fischhof-Gebäudes und die Ansiedelung eines LIDL-Einkaufsmarktes ausweist.

Zu diesem Anwesen gehörte ursprünglich auch ein größerer Bauernhof, den ab 1782 ein Michael Cherbon besaß, der dem Gehöft den heutigen Namen „Cherbonhof“ gab.

Auf dem Bild sieht man das renovierte Cherbonhof-Gebäude.

Das Freibad Gaustadt wurde 1956 gebaut. Damals sprudelten die Gewerbesteuern der Fa. ERBA an die Gemeinde Gaustadt. Seit einigen Jahren kämpft der Bürgerverein Gaustadt um den Erhalt des Freibades.

Mit Unterschriftenaktionen, Gästebefragungen, Medienkampagnen und Festwagen zum Fasching und zur Kirchweih konnten die zuständigen Stellen sensibilisiert werden.

Dank der Unterstützung durch unseren Oberbürgermeister Andreas Starke und allen Fraktionen im Bamberger Stadtrat wurde mittlerweile mit der Sanierung des Gaustadter Freibades begonnen.

Für die Zukunft ist zusammenfassend festzustellen:

Im Stadtteil Gaustadt sind folgende Themen in der Gegenwart und der nahen Zukunft von besonderem öffentlichem Interesse:

Beyerlein Wirtshaus

  • ERBA-Landesgartenschau
  • Ziegeleigelände an der Breitäckerstraße
  • Fischerhof – LIDL
  • Instandsetzungsmaßnahmen an der Gaustadter Hauptstraße

Aber meine Damen und Herren, genau deshalb haben wir ja auch unsere Gaustadter Stadträte gewählt!

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