Home | Gaustadt | Bürgerverein | Presse | Vereine | Kirchen | Parteien | Institutionen | Firmen | Kontakt
  Druckversion   Seite versenden

Tierschutzverein Bamberg

 

 

Rothofer Weg 30
96049 Bamberg-Gaustadt


Tel.: 0951-62492 (AB)
Fax: 0951-7009045
Mail: tierheim@tierschutzverein-bamberg.de
Internet:http://www.tierheim.bamberg.de

Vertretungsberechtigte des Vereins:

1. Vorsitzender:  Dr. Liebhard Löffler
1. Stellvertreter: Jürgen Horn
2. Stellvertreter:  Lars Reichelt
Schatzmeister:   Stefan Röthel
Schriftführerin:    Peter Barthel

Öffnungszeiten: Mo,Mi, Fr 13-16 Uhr und Sa 10-13 Uhr

TIERHEIM „BERGANZA“
WAHRES MITLEIDEN MIT EINEM HUNDE,
DAS WÄRE GAR NICHT MENSCHLICH
 

Eine Hoffmann’sche Namensgebung:

 

E.T.A.Hoffmann - Romantiker, Dichter, Komponist - weilte 1808-13 in Bamberg. Bei einem nächtlichen Heimweg von Bug durch den Hain begegnet ihm der sprechende Hund BERGANZA. Hoffmann unterhält sich die ganze Nacht mit ihm. Bei Tagesanbruch verliert der Hund die Gabe des Sprechens und verschwindet. Hier der Anfang der Geschichte:

„...plötzlich richtete sich ein schwarzer Bullenbeißer...vor mir in die Höhe, sank aber sogleich in krampfhaften Verzuckungen nieder und schien zu sterben. ... Ich ... hielt es wohl der Mühe wert, das ächzende Tier...mit allem mir nur möglichem Beistande zu versehen. Ich holte aus dem nahen Fluß Wasser in meiner Hutkrempe und besprengte ihn damit, worauf er ein paar feurige Augen aufschlug und mir knurrend Zähne wies...Mir wurde dabei nicht ganz wohl zu Mute, allein bei einem verständigen Hunde, welcher spricht und daher ganz natürlich auch das zu ihm Gesprochene versteht, dachte ich, ist mit Artigkeit alles auszurichten.
‚Mein Herr‘, so fing ich an, ‚Sie befanden sich soeben etwas übel; Sie waren, sozusagen, ganz auf den Hund gekommen, unerachtet Sie selbst einer scheinen zu wollen belieben. Fürwahr! Daß Sie jetzt noch so schreckliche Blicke werfen, daß Sie noch was weniges knurren können, haben Sie bloß dem Wasser zu verdanken, das ich Ihnen in meinem ganz neuen Hute, mit der augenscheinlichsten Gefahr, mir die Stiefel naß zu machen, aus dem nahen Fluß herbeigeholt.‘
Der Hund richtete sich mühsam auf und indem er mit seitwärts gekrümmtem Leibe und ausgestreckten Vordertatzen bequem sich hinlegte, schauete er mich lange an, jedoch mit etwas milderem Blicke, als vorher; er schien zu überlegen, ob er sprechen solle oder nicht. Endlich begann er:
‚ Du hast mir geholfen ?... Du hast mich vielleicht sprechen gehört, da ich die üble Gewohnheit habe, mit mir selbst zu reden, wenn mir der Himmel die Gabe der Sprache verleiht, und da war er vielleicht nur Neugierde, die dich antrieb, mir beizustehen. Wahres Mitleiden mit einem Hunde, das wäre gar nicht menschlich!.....
Du scheinst mit vom Himmel gesendet zu meinem besondern Troste, indem du ein Vertrauen in mir erregst, das ich längst nicht kannte! – Und selbst das Wasser, das du mir brachtest, hat mich, als verschließe es in sich eine ganz besondere Kraft, wunderbar gelabt und erheitert.

Der Tierschutzverein Bamberg möchte gerne allen Tieren, die seiner Obhut bedürfen, beweisen, dass "wahres Mitleiden" doch menschlich ist und wir wünschen uns, dass wir diesen Tieren geben können, was E.T.A. Hoffmann schreibt: Du scheinst mir vom Himmel gesendet zu meinem besonderen Troste, indem du ein Vertrauen in mir erregst, das ich längst nicht kannte!
Aus diesem Grund wählten wir den Namen des Hundes Berganza, der diesen Satz sprach, zum Namen des Tierheims.

Das Tierheim platzt aus alen Näthen

MASSENANDRANG  Mit 1559 Hunden, Katzen, Kaninchen und vielen anderen Vierbeinern hat das Tierheim"Berganza" am Rothofer Weg im vergangenen Jahr einen Zulauf wie noch nie verzeichnet. Tierheimleiter Johannes Krebs schlägt Alarm.

VON GOTTFRIED PELNASCH, FT

(tierheim3.jpg; 96 kB)
Bamberg - "Allmählich stoßen wir an unsere Kapazitätsgrenzen". Johannes Krebs, der das vom 1600 Mitglieder starken Tierschutzverein Bamberg e.V. getragene Tierheim "Berganza" in Gaustadt seit 1996 leitet, hat wahrlich alle Hände voll zu tun. Die seit Jahren zunehmende Zahl der bei ihm abgegebenen Vierbeiner macht dem Tierfreund und seinen Mitstreitern mächtig zu schaffen.

Vor wenigen Jahren noch keine tausend, stieg die Zahl der am Rothofer Weg abgelieferten Tiere aus Stadt und Landkreis 2005 auf 1559. "Ein trauriger Rekord", sagt Krebs, der in erster Linie "ein Gesellschaftsproblem" für den achtlosen Umgang mit den Tieren verantwortlich macht. "Haustiere sind offenbar maga-in, auch als billiges Geschenk, aber anstatt sich vorher eingehend beraten zu lassen und über die Folgen nachzudenken, kaufen die Leute einfach drauf los." Die Folgen, das sind nicht selten ausgesetzte, verwahrloste Tiere, Geschöpfe, die überflüssig geworden sind und dringend ein neues Zuhause benötigen.

(tierheim2.jpg; 29 kB)
Das betrifft vor allem die Stubentiger: Allein 703 Katzen nahm das Tierheim im vergangenen Jahr auf. Darunter 125 Wildtiere, die herrenlos umhergeirrt waren und von den Tierschützern eingefangen, kastriert., registriert und wieder ausgesetzt wurden. Vor allem die ungehemmte Vermehrung der Tiere sei ein Problem, weiß Krebs. Leider seien auch erschlagene, erstickte und vergiftete Vierbeiner immer noch traurige Realität. "Wir fanden schon neu geborene Tiere mit Nabelschnur ausgesetzt im Straßengraben, traurig, wirklich traurig. "

Neben den Katzen sind Hunde die zweitstärkste Fraktion im Tierheim. 245 fanden im vergangenen Jahr hier eine vorübergehende Bleibe, 100 davon waren für wenige Wochen "zur Pension" da, während Herrchen und Frauchen im Urlaub weilten. Den großen Rest bilden Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Vögel und Ratten.

Kein Wunder also, dass das Tierheim "Berganza" aus allen Nähten platzt. "Zeitweise ist sogar unsere Herrentoilette mit einer Heerschar von Katzen belegt", stöhnt Johannes Krebs mit einer Portion Galgenhumor. Für Hunde gibt es, je nach Saison, immer wieder Wartelisten.

Immerhin: Für fast alle Tiere bleibt die Herberge am Rothofer Weg nur Zwischenstation. "Die Vermittlung ist unsere wichtigste Aufgabe", erklärt der Tierheimleiter. Katzen kommen in der Regel nach etwa drei Wochen, Hunde nach vier Monaten Aufenthalt unter die Haube. Natürlich nicht ohne vorherige ausführliche Beratungsgespräche mit den künftigen Haltern. "Wir schauen schon sehr genau darauf, wer zu wem passt. "

(tierheim4.jpg; 23 kB)
Damit die Arbeit des Bamberger Tierheimes auch künftig erfolgreich sein wird, ist der Verein dringend auf Hilfe von außen angewiesen. Täglich 600 bis 650 Euro werden für Futter, Heizung uws. fällig, rechnet Krebs von 70 Prozent des Finanzbedarfs stammen aus Spenden, dazu kommen die Mitgliedsbeiträge und ein kleiner Teil aus einem Fördertopf von Stadt und Landkreis. "Tierschutz geht uns alle an", sagt Johannes Krebs.

Fränkischer Tag, 31. Januar 2006