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Freiwillige Feuerwehr Löschgruppe Gaustadt

Ansprechpartner:

Löschgruppenführer
Mario Pederzolli
Sonnenweg 4
96120  Bischberg

Tel.: 0951 / 65712

 

 

 

Zweck-Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr:

Ehrung des scheidenden Feuerwehrkommandanten Behr durch die 1. Vorsitzende Daniela Reinfelder
Mit den vier Wörtern löschen, bergen, retten und schützen sind die Aufgaben einer Feuerwehr kurz und präzise beschrieben. Die Aufgabenverteilung hat sich aber in der jüngsten Vergangenheit verlagert - nicht zuletzt durch das steigende Umweltbewußtsein in der Bevölkerung.

War es früher die Bekämpfung des Feuers, so steht heute die technische Hilfeleistung im Vordergrund. Eine Vielzahl der Einsätze kommen wegen Ölverschmutzungen zustande (Autounfälle, Ölspur, usw.).

Unverändert blieb aber der Zweck: Das Tun der Feuerwehr dient dem Wohl der Allgemeinheit und steht somit im öffentlichen Interesse.

 

Freiwillige Feuerwehr Gaustadt

Ihre Entstehung ? Gründung und Geschichte

aus der Festzeitschrift der Freiwilligen Feuerwehr LG 5 vom 14./15. Juni 1986
Chronik: Bergmann Peter

Das Feuer, die Quelle aller unserer Kultur, ist leider auch zu oft ein unerbittlicher Feind aller menschlichen Schöpfungen geworden. So segensreich und wohltätig die Macht des Feuers ist, so zerstörend kann sich diese Macht auswirken. Es kommt nur darauf an, ob der Mensch das Feuer in seiner Gewalt behält. Aber schon immer, wenn sich das Feuer der menschlichen Gewalt entzogen hat, wenn Mitmenschen, sowie deren Hab und Gut in Not und Gefahr waren, hat es Männer gegeben, die bereit waren, den Nächsten zu helfen. Wenn auch in den meisten Fällen umsonst, denn es gab noch keine modernen Löschgeräte, keine ausgebildeten Feuerwehrmänner, das einzige waren Feuereimer - wie sie genannt wurden - und Feuerpatschen. Es war ein mehr oder weniger großes Durcheinander bei der Bekämpfung der Brände, vieles Volksvermögen wurde ein Raub der Flammen. So wird es auch einmal in Gaustadt gewesen sein. Wie es vor 100 Jahren zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr kam, möchte ich in diesen Zeilen niederschreiben. Als im Jahr 1858 in unserer Gemeinde die Spinnerei erbaut wurde, musste auch für diese ein besonderer Feuerschutz erstellt werden. Dass dieses notwendig war, zeigte sich bereits im Jahr 1860, als ein gefährlicher Brand durch Heißlaufen der Lager im Königstock entstanden war, der durch schnelle und energische Hilfeleistung der Meister und Öler gelöscht werden konnte. Aber schon im Jahr 1863 zeigte sich der rote Hahn im Batteur. Um mehr Kenntnisse in der Brandbekämpfung zu erhalten, wurde eine uniformierte Gruppe aufgestellt, die an den Übungen in Bamberg teilnehmen musste, um sich zu schulen. Im Jahr 1874 wurde eine Werkfeuerwehr aufgestellt, zu der auch die jungen Männer von Gaustadt, die nicht in der Spinnerei beschäftigt waren, vom Bezirksamt verpflichtet wurden, bei dieser Feuerwehrdienst zu leisten. Bei allen Übungen wurden diese nur an die Handdruckspritzen gestellt, um zu pumpen. Es erregte bei ihnen immer Ärger. Eines Tages gingen sie nicht mehr zu den Übungen. Wenn auch der Chronist nichts davon berichtet, Hans Kröckel, Adjudant, hat es erzählt. Alle wurden dem kgl. Bezirksamt gemeldet. Sie wurden mit einem Tag Arrest bestraft oder hatten 3 Mark zu zahlen. Hans Kröckel rief darauf alle zu einer Versammlung. Sie gründeten am 1. Januar 1886 in der Brauerei Zank die Freiwillige Feuerwehr Gaustadt. Zimmermeister Peter Bohrer wurde zum Hauptmann, Schuhmachermeister Neuhäußer zum Adjudanten, Zimmermann Peter Reinfelder zum Schriftführer und Brauereibesitzer Carl Zank zum Zeugwart gewählt.

34 junge Männer hatten sich mit Leib und Seele der Sache der Feuerwehr und dem Dienst am Nächsten verschrieben.

Die erste Hauptübung wurde im Jahre 1888 im Cherbonhof abgehalten. An dieser Übung nahmen 35 Feuerwehrmänner teil, die die erste Feuerleiter Gaustadts zum Einsatz brachten. Diese Leiter wurde von dem damaligen Pächter, Baron Seyfried gestiftet.

Aus Dankbarkeit über diese große Spende wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Bis zum Jahre 1914 wurde unsere Gemeinde von mehreren Bränden heimgesucht, die aber Dank der Freiwilligen Feuerwehr in keine größeren Katastrophen ausarteten.

Während des 1. Weltkrieges sind viele Feuerwehrmänner zum Wehrdienst eingezogen worden. 20 Feuerwehrkameraden mussten bei diesem Krieg ihr Leben lassen.

Die Wehr hatte bis zum Jahre 1920 schwere Zeiten durchzustehen, denn die Nachkriegsjahre mussten erst überbrückt werden. Unter der Führung des Hauptmanns Peter Bohrer und seinem Stellvertreter Hans Kröckel wurde die Wehr neu aufgebaut. Zusätzlich wurde auch die Wehr zu Löschhilfen nach Bischberg und Trunstadt gerufen. Diese Wegstrecken mussten Pferdefuhrwerke bewältigen. Im Ort selbst mussten sie auch einige Male bei Bränden z. B. Spinnerei, Maschinenhaus und Scheunenbränden eingreifen.

Im Jahre 1928 verstarb der Hauptmann und Brandinspektor Peter Bohrer. Als Nachfolger des 1. Kommandanten wurde der Löschmeister Georg Sauer gewählt, zu seinem Stellvertreter Adam Habermann.

Unter der Führung des Kommandanten Sauer wurde die Motorspritze TS 8 angeschafft.

1938 nahm die Freiwillige Feuerwehr Gaustadt an den Leistungskämpfen Oberfranken-Land teil, die sie als Sieger beenden konnten. Im darauffolgenden Jahr 1939 sollte unsere Wehr zu den Landesausscheidungskämpfen nach München fahren. Diese aber konnten nicht stattfinden, da der 2. Weltkrieg ausbrach.

Auch im 2. Weltkrieg wurde ein Großteil der aktiven Feuerwehrmänner zum Militärdienst eingezogen. Die Wehr musste in den schweren Kriegsjahren auf Frauen und Mädchen zurückgreifen, um einen Feuerschutz zu gewähren.

Unter Leitung des Löschmeisters Hans Ritter wurden drei Löschgruppen gebildet, die zu Einsätzen meist nach Bamberg fahren mussten.

In den Kriegsjahren hat die Wehr unter schwersten Bedingungen (bei Luftangriffen) 267 Einsätze gefahren.

Auch der 2. Weltkrieg riss große Lücken in unsere Wehr, denn 25 aktive Feuerwehrkameraden mussten ihr Leben lassen. Unter den Gefallenen war auch der 2. Kommandant Adam Habermann.

1946 wurde die Wehr vom Kommandanten Sauer neu aufgebaut. Er leitete die Wehr bis zu seinem Tod im Jahre 1948. Zum Nachfolger wurde im folgenden Jahr der Löschmeister Georg Schmitt und als sein Stellvertreter der Löschmeister Hans Ritter einstimmig gewählt.

1953 bekam die Freiwillige Feuerwehr Gaustadt die Aufgabe, den Bezirk Oberfranken beim Bundesfeuerwehrtag in Ulm zu vertreten. Dieser Auftrag wurde freudig entgegengenommen und sorgfältig ausgeführt.

Im Jahre 1961 konnte die Wehr ihr 75jähriges Bestehen begehen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Vereinsgeschichte ihren Höhepunkt erreicht. Die Wehr zählte 92 aktive Feuerwehrmänner und das erste Feuerwehrauto Opel/LF 8 konnte unter der Amtsführung des 1. Bürgermeisters Peter Habermann übergeben und in den Dienst gestellt werden. Somit wurde die Gaustadter Wehr eine der schlagkräftigsten im Landkreis Bamberg.

Zum Ende des Jahres 1962 legte Kommandant Georg Schmitt aus Altersgründen sein Amt nieder. Bei den fälligen Neuwahlen wurde Hans Ritter zum 1. Kommandanten und Peter Montag zum 2. Kommandanten und Stellvertreter, am 6. 1. 1963 gewählt.

Das Jahr 1963 war auch der Beginn der Leistungsprüfungen. Bis zum Jahre 1969 konnten mehrere Löschgruppen unter der Leitung des 1. Kommandanten Hans Ritter und des Oberlöschmeisters Josef Mackert das Leistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold erwerben.

Das Jahr 1966 brachte einen weiteren Höhepunkt der Wehr. Am 9. und 10. Juli konnte zum 80jährigen Bestehen, die ausschließlich von den Mitgliedern und fördernden Mitglieder finanzierte neue Fahne geweiht werden. Die FFW-Bamberg stand bei der Weihe Pate. Es sollte nicht versäumt werden festzuhalten, dass zum Anlass dieses Ereignisses vom Mitglied Fritz Hessel sen., ein Schwein gekauft und gestiftet, vom Fahnenträger Willi Stollberger schlachtreif großgezogen und anlässlich eines Kameradschaftsabend verspeißt wurde.

1970 musste 1. Kommandant Hans Ritter aus Altersgründen, der Satzung entsprechend, seinen Dienst beenden. Bei den Neuwahlen ging Peter Montag als 1. Kommandant und Oberlöschmeister Andreas Ott als Stellvertreter hervor.

Beide konnten ihre Tätigkeit nur bis zur Eingemeindung fortführen.

Die schmerzliche Eingemeindung Gaustadt zur Stadt Bamberg wurde am 1. 7. 1972 vollzogen und unsere Wehr als Löschgruppe 5 unter der Führung von Oberlöschmeister Andreas Ott und dessen Stellvertreter Löschmeister Theo Graf der FFW-Bamberg unterstellt. Trotzdem konnte sich die FFW-Gaustadt die Eigenschaft eines selbständigen Vereins erhalten.

Im Jahre 1976 wurde das 90jährige Bestehen in einem kleinen Rahmen begangen. Auch hier sei in Erinnerung gebracht, dass ausgerechnet zum Beginn des Festkommerses am Samstag, den 3. Juli die aktiven Wehrmänner der Löschgruppe 5 bei einem Brand im Dachgeschoss des Hochhauses Seewiesenstraße im Einsatz standen. Der Festkommers konnte aber mit etwa einer Stunde Verspätung im Saal des Oberen Wirtshauses abgehalten werden.

Bei einer Neuwahl im Jahre 1979 wurde Löschmeister Theo Graf zum neuen Löschgruppenführer und Georg Behr zum Stellvertreter gewählt. Markantes Zeichen des neuen Löschgruppenführers Graf neben seinen Führungsaufgaben war und ist die Jugendwerbung. Dies zeugt allein daraus, dass die 14 Neuzugänge überwiegend junge Leute sind. Durch einen guten Leistungsstand dürfte unsere Wehr auch eine brauchbare Löschgruppe innerhalb der großen Freiwilligen Feuerwehr Bamberg sein.

Als letztes bedeutende Ereignis vor unserem heutigen 1 00jährigen Jubiläum war der Bau und die Einweihung des neuen Unterrichtsraumes im Juni 1981. Durch selbstlosen Einsatz der gesamten Löschgruppe wurde ein gelungenes Werk vollendet, wobei Peter Montag als ein verdienstvoller Mann für Planung, Koordination und Ausführung herauszustellen ist. Innerhalb der Löschgruppe als "Vater des Unterrichtsraumes" genannt.

Das Wirken über die 100jährige Vereinsgeschichte hinaus möge weiterhin unter dem Wahlspruch stehen

"Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“