Home | Gaustadt | Bürgerverein | Presse | Vereine | Kirchen | Parteien | Institutionen | Firmen | Kontakt
Boxbild
  Druckversion   Seite versenden

Römisch-katholische Kirche

St. Sebastian - St. Josef

 

Pfarrer Solomon Sahayaraj


Pfarrer Solomon Sahayaraj

In Gaustadt hatte damals Dr. Martinet, der ein sehr reicher, aber auch sehr sparsamer Mann war, mit seiner Schwester das Grundstück auf dem heutigen Kirchberg von dem Bauern Häfner gekauft und sein ganzes Vermögen bereitgestellt zur Dotierung der Pfarrei und zum Ankauf des Grund und Bodens, auf dem später die heutige Kirche gebaut werden konnte. Der Kirchenneubau erfolgte allerdings, nach den Vorbereitungen, die Dr.Martinet getroffen hatte, erst ziemlich spät. Erst 1879 wurde durch Erlaß des Königs die Pfarrei Gaustadt gegründet, Ludwig II., mußte dazu seinen Willen erklären, Der Grundstein der heutigen Pfarrkirche St. Joseph wurde auf dem sogenannten Knock 1899 von dem damaligen Bischof v. Schork gelegt. Es wurde ein Kirchenbauverein gegründet, der die Aufgabe hatte, Gelder für eine neue Pfarrkirche zu sammeln. Das alte Kirchlein war, wie schon gesagt nicht mehr geeignet, die Gläubigen aufzunehmen. Der größte Teil der Gemeindemitglieder mußte immer vor der Tür stehen und konnte nur sehr wenig am Gottesdienst teilnehmen. Da Bischof v. Schork wiederholt dieser Zustand gemeldet worden war, hatte er endlich den Kirchenneubau mit den Worten: “ Ich habe Mitleid mit den Leuten, mich dauert das Volk" genehmigt. So konnte der Bau 1899 endlich begonnen werden. Aber erst 1906 konnte die Weihe von Friedrich v. Abert dem Nachfolger Bischofs v. Schork, vollzogen werden. Diese Einweihung fand am 6.Mai 1906 statt, dem Weihetag des jetzigen, aber auch des ersten Domes, des Heinrichdomes statt. Nach Aussagen von Augenzeugen und nach vorhandenen Bildern muß es eine sehr schöne Zeremonie gewesen sein. 

 

 

Die Kirche war damals noch nicht fertig, es mußte jahrelang weitergebaut werden., So ist z.B. der "Kreuzweg", das bedeutendste Kunstwerk in St. Joseph, erst 1909 in der Kirche angebracht worden. Er wurde von dem würzburgischen Bildhauer Schiestel gefertigt. Da immer wieder Geld gesammelt werden mußte, um die Kirche auszustatten, mangelte es lange Zeit an der Einrichtung und Ausschmückung. So mußten die Schulkinder vor den Bänken der Erwachsenen bis zu den Chorstufen während des Gottesdienstes stehen, weil keine Bänke gekauft werden konnten. Auch die Christenlehre - ein zusätzlicher Religionsunterricht - für Feiertagsschüler wurde stehend abgehandelt. Allerdings spielte die Disziplinierung eine Rolle. Die Jugendlichen waren in den Flegeljahren und konnten stehend dem Unterricht "besser" folgen. Überhaupt herrschten im kirchlichen Bereich strenge Erziehungsprinzipien : So war bis in die späten dreißiger Jahre unseres Jahrhunderts die Prügelstrafe durch den Pfarrer während seines Unterrichts üblich. Weitere Sammlungen, aber auch Stiftungen der "Spinnerei" haben zur besseren Ausstattung der Kirche beigetragen. Es wurde von diesem Betrieb immer eingegriffen, wenn sich in der Finanzierung des Kirchengebäudes Engpässe ergaben. So wurde z.B. die Mädchenschule an der Chorseite der Kirche im Jahre 1906/07, einhergehend mit der Weihe der Kirche, von der "Spinnerei" erbaut, eingerichtet und der Gemeinde Gaustadt zum Geschenk gemacht. Das Pfarrhaus der Gemeinde Gaustadt war schon da, bevor das Kirchengebäude gebaut wurde. Der erste Pfarrer war Herr Arnold, der in dem schon vorhandenen Pfarrhaus wohnte. Das Haus des Gottesdienstes war noch die jetzige Sebastiani-Kapelle. Die Erweiterung des Kirchengebietes nach Süden - also in Richtung Pfarrsaal, Kindergarten und Sozialstation - erfolgte durch Ankauf eines weiteren landwirtschaftlich genutzten Grundstück, das dem Bauern Stollberger gehört hatte. Der Bau des Pfarrsaales und des neuen Kindergartens darüber erfolgte dann erst 1967. Der ältere Kindergarten befand sich früher dort, wo heute die Sozialstation ist. Im Dachgeschoß dieses Hauses waren damals die Schwestern untergebracht. Dieser Kindergarten bestand unabhängig von dem Kindergarten im Restaurant "Volksgarten", in der Grüntalstraße Ecke Gaustädter Hauptstraße. Dieser Kindergarten wurde vom Caritasverband - Ortsverband Gaustadt geführt. Als die Verhältnisse dort zu beengt wurden, erbaute man den Kindergarten St. Joseph auf dem Kirchberg. Der Namenspatron St. Joseph ist heute noch über der Eingangspforte der jetzigen Sozialstation zu sehen. Als auch dieser zu klein wurde, er wurde schließlich von 70 bis 80 Kindern besucht, als dann noch das Bayrische Kindergarten-Gesetz kam, das vorschrieb, daß eine Gruppe nur 25 Kinder umfassen dürfe, als zu jeder Gruppe außer der Fachkraft noch eine Lernschwester gehören sollte, als bestimmte hygienische Anlagen gefordert wurden, erbaute die Kirchengemeinde und der Caritasverband einen Kindergarten über dem Pfarrsaal. 

 

 

Die Kosten für den eigentlichen Kirchenbau betrugen bis zur Fertigstellung 1907 193.415,87 Goldmark. Für diese Summe bekäme man heute nicht einmal mehr ein Einfamilienhaus, geschweige einen Kindergarten. Allerdings müßten die tatsächlichen Kosten auf einen Umrechnungsfaktor zurückgeführt werden. Die Kosten der Ausschmückung des Kircheninneren wurde natürlich an reichere Bürger delegiert, die dadurch - wie ihre mittelalterlichen Vorbilder - wohl einen gewissen Nachlaß von ihren Sünden erhofften. Außerdem erschienen, z.B. an Kirchenfenstern, die Namen der Stifter an gut sichtbarer Stelle.

 

Nach Errichtung der Pfarrei wirkten als
Pfarrer, Kapläne und pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
(aus der Festschrift 100 Jahre Pfarrkirche St. Josef Gaustadt)
Mai 2006:

Pfarrer

  • 1879 - 1887   Gottfried Arnold
  • 1887 - 1903   Franz Josef Rattler
  • 1903 - 1912   Johann Mäusbacher
  • 1912 - 1916   Michael Dötzer
  • 1916 - 1930   Hermann Madlerer
  • 1930 - 1935   Michael Drummer
  • 1935 - 1950   Georg Mann
  • 1950 - 1960   Friedrich Eberle
  • 1960 - 1985   Rudolf Schnappauf
  • 1985 -1998    Dr. Josef Zerndl (später Domkapitular)
  • 1998 - 2013  Matthias Wünsche
  • 2013 - heute Pfarrer Solomon Sahayaraj 

Kapläne

(In der vom früheren Bürgermeister Andreas Stenglein anhand der Schematismen des Erzbistums Bamberg ergänzten Fassung)

  • 1917 - 1918 Johannes (später Marianus) Vetter
  • 1918 - 1918 Johann Lunz
  • 1918 - 1919 Konrad Weirather
  • 1919 - 1921 Christoph Burkard
  • 1921 - 1921 Albert Sailer
  • 1921 - 1922 Franz Höffner
  • 1922 - 1922 Gottfried Becker, Trappistenpater
  • 1922 - 1922 Edmund Friedrich
  • 1922 - 1923 Egid Kissling
  • 1923 - 1926 Wolfgang Brendel
  • 1926 - 1928 Georg Förtsch
  • 1928 - 1929 Eugen Karch
  • 1929 - 1930 Johann Nolte
  • 1930 - 1931 Johann Hagel
  • 1932 - 1932 Fridolin Hegner
  • 1932 - 1935 Karl Konrad Geist
  • 1935 - 1936 Josef Bauer
  • 1937 - 1940 Kunibert Pabstmann
  • 1940 - 1945 P. Egbert Herrmann, OFM
  • 1945 - 1947 Johann Sponsel
  • 1947 - 1950 P. Leo Friedrich, Gem. der hl. Engel
  • 1950 - 1953 Theo Sitzmann
  • 1954 - 1957 Günther Müller
  • 1957 - 1959 Ernst Hame
  • 1959 - 1961 Alois Huber
  • 1961 - 1966 Konrad Ringl
  • 1966 - 1968 Herbert Hauf
  • 1968 - 1971 Rudolf Rupprecht

Pastoralassistentin, Pastoralassistenten, Pastoralreferenten, Gemeindereferentin

  •                         Birgit LInz, GR
  •                         Birgit Söffler, PA
  • 1996 - 2000  Thomas Höhn, PA und PR
  • 2000 - 2003  Andreas Lößlein PA
  • 2003 - heute Jaqueline Hippmann, GR

 Link zur Homepage: St. Josef

http://www.eo-bamberg.de/eob/dcms/sites/bistum/pfarreien/dekanate/bamberg/st_josef_gaustadt/index.html

 

"Kind der industriellen Revolution"
Die Gaustadter Pfarrei St. Josef feiert ihr 125-jähriges Bestehen

 

(Desktop.jpg; 312 kB)
Heute vor 125 Jahren, am 14. September 1879, wurde Gottfried Arnold als erster Pfarrer von Gaustadt in sein Amt eingeführt. Die Gründung einer eigenständigen Pfarrei ist dem Lyzealprofessor Dr. Adam Martinet zu verdanken. Am kommenden Sonntag, 19. September, feiert die Pfarrei St. Josef das Jubiläum.
Noch heute schmückt ein kalligrafisches "M" die Vorderseite des Gaustadter Pfarrbriefes. Das Initial erinnert an Dr. Adam Martinet, der seit etwa 1835 als ehrenamtlicher Helfer Gottesdienste in Gaustadt abhielt. Mehr und mehr wurde er der eigentliche Seelsorger des Ortes, der damals noch zur Pfarrei Bischberg gehörte.
Martinet erlebte Gaustadts Entwicklung zur Industriegemeinde mit: Nachdem sich 1858 die ERBA als industrieller Großbetrieb angesiedelt hatte, zogen viele Arbeiter mit ihren Familien nach Gaustadt. Die Bevölkerungszahl stieg explosionsartig an, ebenso mehrten sich die Konflikte mit den Pfarrern in Bischberg, die - das belegen Briefwechsel von damals - den "weiten Weg" nach Gaustadt scheuten.
Martinet berichtete dem Erzbischof von Bamberg immer wieder über die Schwierigkeiten und drängte auf die Gründung einer neuen Pfarrei. Als er 1877 starb, vermachte er der damals selbstständigen Gaustadter Gemeinde sein Anwesen: Das heutige Pfarrhaus in der Martinetstraße. Zwei Jahre dauerte es noch, bis die kirchlichen und staatlichen Autoritäten im Frühjahr 1879 die Pfarrei Gaustadt errichteten. Gottfried Arnold wurde im August des selben Jahres zum ersten Pfarrer ernannt und am 14.September 1879 feierlich in sein Amt eingeführt.
Die junge Pfarrei hatte zunächst an vielen Stellen den Charakter eines Provisoriums: Zur Pfarrkirche war die zu eigentlich zu kleine Josefs- Kirche erhoben worden. Bis zur Grundsteinlegung des neuen Gotteshauses sollte es immerhin noch 20Jahre dauern.
Das Pfarrhaus war ein altes Bauernhaus, für den zweckmäßigen Umbau fehlte das Geld. Nebengebäude, eine Kaplanei oder eine Schwesternstation gab es, noch nicht. „Es dauerte Jahrzehnte, bis die Pfarrei halbwegs komplett ausgestattet war“ , berichtet der heutige Pfarrer Matthias Wünsche.
Im Pfarrbrief Herbst 2004 hat er die Geschichte der Pfarrei zusammen gefasst und dem FT für diesen Bericht zur Verfügung gestellt. Er kommt darin zu dem Schluss, dass „die Pfarrei St. Josef ... zweifellos ein Kind der industriellen Revolution" ist.
Das Jubiläumsfest beginnt am Sonntag um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche. Daran schließen sich um 11 Uhr rund um die Pfarrkirche ein Frühschoppen mit einfachem Mittagessen an. Um 17 Uhr geht es weiter mit einem geistlichen Konzert in der Pfarrkirche, die auch Schauplatz einer kleinen Ausstellung zur Geschichte der Pfarrei sein wird.

 

 

 

 

Datum: 14.09.2004
Autor: Fränkischer Tag, 14.09.2004

 

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.Ok, verstanden.