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Evangelische Kirchengemeinde Bamberg - St. Matthäus

Evangelische Kirche, St. Matthäus, Bonhöferplatz 2

Wir sind eine Stadtrandgemeinde, die kleinste der evangelischen Kirchengemeinden von Bamberg. Nachdem sich vor etwa 50 Jahren eine kleine evangelische Gemeinde gesammelt hatte, wurde 1964 die St. Matthäuskirche und 1965 die selbständige Kirchengemeinde errichtet.

Heute besteht sie aus über 1800 Evangelischen im Bamberger Stadtteil Gaustadt und im Nachbardorf Bischberg mit Trosdord und Weipelsdorf.

 

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Evangelische Kirchengemeinde Bamberg - St. Matthäus

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Verabschiedung Pfarrer Ölschlegel

 

Mit der Errichtung der Baumwollspinnerei 1858 nahm die schon vorhandene Zahl der Protestanten in Gaustadt zu. Geschah dies langsam, so wurde nach dem zweiten Weltkrieg deren Zahl durch den Flüchtlingsstrom plötzlich und stark vermehrt. Nach den Angaben des katholischen Pfarramtes, die aber nur auf unsicheren Schätzungen beruhen, betrug 1877 die Zahl der nichtkatholischen Einwohner Gaustadts 203, 1930 aber 145, 1950 aber schon 611. Damit stimmt ungefähr überein, daß sie nach Mitteilung des Ev. Luth. Pfarramts 1945 auf ca. 700 gestiegen war. Am 24. Mal 1895 teilte das kgl. Bezirksamt Bamberg II dem kath. Pfarramt Gaustadt betreff  "Pfarrpurifikation im protestantischen Dekanatsbezirk Bamberg" mit, daß Gaustadt nebst den übrigen im Dekanat wohnenten Protestanten in die protestantische Pfarre Bamberg eingewiesen wurden.

Über die Entstehung und Entwicklung des evangelischen Gottesdienstes in Gaustadt geben folgende Schriftstücke Aufschluß: Das Ev. Luth. Dekanat Bamberg gez. Dietz Dekan und Kirchenrat schreibt am 15. März 1955 an das kath. Pfarramt Gaustadt betreff "Einsegnung der Konfirmanden von Gaustadt und Umgebung in der alten Kirche von Gaustadt, daß "in entgegenkommender Weise das kath. Pfarramt in einem Schreiben vom 12. Dezember 1949 den ev. luth. Einwohnern von Gaustadt die Benützung der dortigen alten Kirche (der Kapelle!) zweiwöchentlich und zu den Festzeiten" zusagte. "Sowohl das Evang. Luth Dekanat wie das Evang. Luth. Pfarramt St. Stephan Bamberg ist für diese Großzügigkeit und Brüderlichkeit immer wieder von neuem dankbar". Danach dürfen wir als sicher annehmen, daß seit Weihnachten 1949 in der Gaustadter Kapelle evangelischer Gottesdienst gefeiert wurde.

Obiges Schreiben enthält, wie schon der Betreff sagt, die Bitte um erstmalige Genehmigung der Konfirmationsfeier am Palmsonntag den 3. April. Zur Begründung wurde vor allem die weite Entfernung der Orte Gaustadt, Bischberg und Trosdorf von St. Stephan in Bamberg angeführt.

Am 24. März 1955 richtete das Erzbischöfliche Ordinariat an das kath. Pfarramt Gaustadt ein Schreiben des Inhalts, daß "es keinen Einspruch dagegen erhebt, wenn das kath. Pfarramt Gaustadt die alte katholische Kirche der protestantischen St. Stephans Gemeinde noch einen weiteren Sonntag im Jahre zur Verfügung stellt".Diese amtlichen Schreiben beweisen das gute Verhältnis der beiden christlichen Kirchen zueinander, das sich auch darin ausdrückt, daß nach den Akten des kath. Pfarramtes Gaustadt am 3. Oktober 1958 das Ev. Luth. Stadtvicariat St. Stephan ein Schreiben an das katholische Pfarramt richtete, in dem Stadtvicar Ludwig Haffner daran erinnerte, daß die kath. Gemeinde am "5. Oktober die 150jährige Wiederkehr der Weihe ihrer alten Kirche" feiere. Daran nehme "auch in Freude und Dankbarkeit die Evang. Luth. Gemeinde Gaustadt teil, weil sie seit Jahren ihre Gottesdienste in der alten Kirche feiern" dürfe. Herzlichen Dank für alle Hilfe, die wir erfahren haben".

Die engen Verhältnisse der alten Kapelle angesichts der gestiegenen Zahl der Gemeinde Mitglieder ließen bald den Gedanken an eine eigene Gottesdienststätte aufkommen. Am 21. Mai 1960 wurden diese Bestrebungen durch die Gründung eines Evangelischen Kirchbauvereins verwirklicht, nachdem die Familie Gebrüder Wörner den Bauplatz für ein Gemeindezentrum durch Schenkungsurkunde vom 15. September 1959 der evangelischen Gemeinde übereignet hatte Die Grundsteinlegung zum Bau der ev. luth. St. Matthäus Kirche erfolgte am 28. November 1962, das Richtfest am 4. Juli 1963 und die Einweihung am 12. Juli 1964. Die Planung und Durchführung war dem Arch. Dipl.Ing. Franz Gürtner in München übertragen, die Bauaufsicht und Bauleitung dem Architektenbüro Bornhofen Bamberg. Im Bau ist besonders bemerkenswert die Taufkapelle mit dem Taufbrunnen, der lebendiges Wasser aus einer unter der Kirche fließenden Quelle spendet, gestaltet von den akad. Bildhauern Bauer Haderlein in Bamberg und mit dem Mosaikboden von Heidingsfelder Nürnberg.

Ihre Orgel erhielt die Kirche im Jahre 1967 aus einem Ringtausch unter den sechs evangelischen Kirchengemeinden Bambergs im Zuge der Neuanschaffung einer Schleiforgel in der Bamberger St. Stephanskirche und zwar ist die Gaustadter Orgel der erneuerte Teil der Erlöserkirchenorgel, die 1940 für den Zentralsaal angeschafft wurde.

Am 18. Juli 1965 konnte ein auf das Geläute der kath. St. Josefskirche abgestimmtes Glockengeläute, das von der Firma Karl Czudnowsky, Erding, gegossen wurde, in Gebrauch genommen werden. Die Glocken tragen die Inschriften: 1. "Siehe, ich bin bei euch bis . . .", 2. "Wachet und betet . . .«, 3. "Gehet hin in alle Welt . . .", 4. "Mein Vater, nicht wie ich will, sondern wie Du.Sie tragen folgende Symbole: 1. XP, das Christussymbol, 2. die brennende Lampe, Symbol der Erwartung des kommenden Christus, 3. die Taube, Symbol des Heiligen Geistes, 4. das Kreuz, Zeichen der Überwindung des Todes. Man kann sie als Christusglocke, Gebetsglocke, Taufglocke und Sterbeglocke auffassen. Am 26. Mal 1966 konnte das Richtfest des neuerbauten Pfarrhauses und am 1. Adventssonntag 1966 seine Einweihung gefeiert werden. Die Seelenzahl der Pfarrei stieg von 1000 im Jahre 1965 auf ca. 1170 im Jahr 1968.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gaustadter Pfarrstelle wieder besetzt

Wilfried Geyer tritt die Nachfolge von Pfarrer Dieter Ölschlegel an – Amtseinführung

Die Pfarrstelle an St. Matthäus ist wieder besetzt. In einem mächtig bunten und lebensfrohen Gottesdienst wurde Wilfried Geyer in sein Amt eingeführt.

Orgelmusik, Kirchenlieder, ein Streichquartett und der "No More Blues", so viel Musik gab es vermutlich selten in einem Gottesdienst. Gaustadt und Geyer, das singt und schwingt, da kommt (Lebens-)Freude auf. Vielleicht liegt es daran: "Sieben Jahre bin ich im Gefängnis gewesen. Jetzt wünsche ich mir Glaube und Kirche satt", so Geyer. An der Justizvollzugsanstalt Ebrach hätte er als Gefängnispfarrer "in die Tiefe der Seele des Menschen" geschaut.

Zuvor wirkte der in Schauerheim bei Neustadt/Aisch aufgewachsene 47-jährige ein knappes Jahrzehnt an St. Gumbertus in Ansbach. "Was dort nachts abgegangen ist, habe ich erst im Gespräch mit einem Gefangenen erfahren", blickte Geyer zurück. In Ansbach war es auch, wo Geyer Gitarre gespielt und Rocktexte geschrieben hatte. Wie erfrischend anders das geklungen haben mag, führte die Gumbertusband vor, die den Kirchenliedern ein rock-jazziges Fundament gab.

Erste Erfahrungen als junger Pfarrer hatte Geyer 1984 in Bamberg an St. Stephan gesammelt. Otfried Sperl, der dortige Dekan, führte ihn jetzt wieder in die "vielfältigen Aufgaben eines Gemeindepfarrers" ein. In dem "Gestrüpp der Aufgaben und Erwartungen" dürfe man sich nicht verzetteln. Das Gleichgewicht zwischen Kontemplation und Arbeit gelte es zu wahren, Zeit zu haben" auch für die Vögel und die Blumen am Wegesrand".

Geyer selbst predigte über eine Stelle aus dem Kolosser-Brief, die zu Freundlichkeit, Demut und Vergebung aufruft. "Ist das nicht ein bisschen viel für einen normalen Menschen?" fragte er und erbat für seine Gemeinde "Augen zu schauen, was wir von Gott empfangen, Ohren zu hören, was er uns zu sagen hat"'. In und mit St. Matthäus möchte Geyer andere Wege gehen, in finanziell klammen Zeiten darüber nachdenken, was in unserer Kirche jetzt wichtig ist, Prioritäten setzen: "Der christliche Glaube hat viele Schätze, die ich mit euch zusammen heben möchte. " Dass einiges in Erfüllung gehe, was sie sich gemeinsam am neuen Wirkungsort (wo Kinder auf der Straße spielen und Nachbarn sehr hilfsbereit sind) vorgenommen haben, wünschte Geyer auch seiner Familie, der kleinen Tochter Maria und seiner Frau Dagmar, Sozialpädagogin in Ebrach.

Die von Gemeindemitgliedern vorgetragenen Fürbitten galten den Schwachen und Kranken, der Friedfertigkeit, der gerechten Verteilung der finanziellen Mittel und denjenigen, die, von der Kirche abfallen.

Grußworte der Stadt überbrachte Peter Neller. Gaustadt könne sich glücklich schätzen, einen so aufgeschlossenen Pfarrer zu haben, der das positive Wirken von Dieter Ölschlegel fortführen möge. Klaus Wünsche von der katholischen Nachbargemeinde St. Josef nannte die beiden großen christlichen Kirchen "zwei Häuser, die nebeneinander stehen und am großen Mauerdurchbruch noch arbeiten".

Die geteilte Kollekte war für die Kirchenmusik bestimmt und für das "Projekt Löwenzahn", das Aussiedlerkinder unterstützt und "alle Hilfe nötig hat", so Geyer. Allein er war es, der nach fast drei Stunden die Gemeinde noch vom kalten Büfett trennte.

Fränkischer Tag vom 13.05.2004
Jürgen Gräßer

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