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Grund- und Hauptschule Gaustadt

eMail-Adresse:  Volksschule Gaustadt

Wenn auch erst, wie bei den Gemeindehäusern zu lesen war, im Jahre 1760 das "Schul und Hirtenhaus" bezeugt wird, so kann doch die Schule bzw. der Lehrer schon ein Menschenalter früher nachgewiesen werden. Martinet vermochte mit Hilfe der damals noch vorhandenen Gemeinde Rechnungen das Wesentliche darüber zu berichten. In der Trauungsmatrikel der Oberen Pfarre ist der Schulmeister Andreas Hoffman im 20. Juli 1722 als Zeuge der Hochzeit des Witwers Georg Görtler mit der Elisabeth Kotzhauerin beide zu Gaustadt eingetragen.
Nach den Akten des Klosters bittet 1725 der Schuldiener A. Hoffman zu Gaustadt die Kanzlei, ihn fron und wach frei zu lassen, auch ihm aus der Gemeinde etwas zu reichen d. h. er bittet um eine Aufbesserung seiner Bezüge. Bezüge klingt vielleicht zu anspruchsvoll, richtiger wäre vielleicht seines Einkommens. Das Kloster verweist ihn an die Gemeinde, welche ihm anläßlich der Abhörung der Dorfrechnung die Freiheit von Fron und Wache zugestand, ferner den Genuß des bei der Ziegelei gelegenen Geimeinde Geröthleins gestattete, freilich nur auf Widerruf, daß er hingegen sein officium (Amt) richtig vertreten solle.
Im gleichen Jahr erscheint er in einer anderen Angelegenheit. Am 10. September meldet der Gaustadter Schultheiß die Dorfmeister und der Ausschuß an das Kloster, daß zwar nach der Dorfordnung ausdrücklich verboten sei, zwei Familien in einem Haus zu halten, daß aber neben anderen fünf Dorfgenossen Andreas Hoffmann, Schulmeister, spitälischer Untertan, einen Mann mit Frau und Kindern "unwissend und unangezeigt" in sein Haus aufgenommen habe. Die Klosterverwaltung trägt dem Schultheiß auf, der Gemeinde das Verbot einzuschärfen und dann den doppelten Haushalt "auszubieten" d. h. abzuschaffen. über den Fortgang der Sache erfahren wir leider nichts weiter; es war sicher nicht einfach, fünf Familien aus dem Dorf und anderwärts unterzubringen. Hoffmann starb am 17. Juni 1753. Das ist alles, was über ihn zu berichten ist.
Sein Nachfolger wurde Nikolaus Sander. Wir finden ihn gelegentlich als Zeuge vor Gericht.
Am 6. Mal 1783 erscheint er dann auf der Kanzlei in Gesellschaftung des Gaustadter Schultheißen Franz Weltz und der verwittibten Anna Maria Horcherin als Schwester der unten benannten Sassenreutherin und zeigt an, daß seine Frau nach ihrem Tode zwei Kinder, Franz 7 und Eva 3 Jahre alt, zurückgelassen habe.
Zur Fortführung seines Haushaltes habe er sich entschlossen, die Barbara Sassenreuther, 47 Jahre alte Witwe, zu heiraten. An barem Geld und Hausgerätschaften bringe er zusammen 134 Gulden in die Ehe. Das soll seinen beiden Kindern bleiben. Die Sassenreutherin besitzt zusammen 132 Gulden, die sie ihrer einzigen Tochter hinterlassen will. Was aber in der neuen Ehe würde errungen werden, soll unter die drei Kinder geteilt werden. Ein Beispiel für die üblichen Heiratskontrakte dieser Zeit. Sander lebte nur noch fünf Jahre, er starb 1788.
Nach den Klosterakten meldete sich am 20. Juni 1788 wegen Erledigung des Gaustadter Schuldienstes Georg Adam Dietz, dermaliger Schulhalter zu Dippach als Bewerber. Nachdem seine Fähigkeit im Orgelschlagen Herr Egidlus Schwarzmann geprüft, auch seine Handschrift und Wissenschaft in der christlichen Lehre kennengelernt hatte, fand man ihn in allem für fähig. So wurde er von der Kanzlei als Schullehrer zu Gaustadt angenomrnen und ihm die Versicherung erteilt, daß er nicht nur in das einem jeweilig Schulmeister ehehin bestimmte Gehalt einzutreten, sondern dass ihm auch eine Bei(Zu )lage, die den Kräften der Gemeinde angemessen sei, mittels eines noch besonderen Dekretes angewiesen werden solle. Darüber ist jedoch nichts zu finden; es scheint innerhalb der Gemeinde abgemacht worden zu sein.
Damals mußten die Kinder ein Schulgeld entrichten, das aber die Kinder armer Leute oft genug schuldig blieben. 1793 übergab der Geistliche Rat und Pfarrverweser der Oberen Pfarre A. A. Schellenberger, der Seelsorger der Gemeinde Gaustadt, der Michelsberger Kanzlei im Auftrag des Generalvikars und Oberpfarrers Joh. Jos. Hrch. Freiherrn von Würzburg als Schenkung 110 Gulden. Dieses Kapital solle verzinslich angelegt und von den fälligen Zinsen zu fünf Gulden dieser Betrag dem jeweiligen Lehrer zu Gaustadt gegeben werden, wobei aber dieser verbunden sei, die armen Kinder unentgeltlich zu unterrichten. Der Verwalter der Stiftung solle der Kapellenpfleger sein, der die Zinsen auch alljährlich auszahlen müsse. Kaum war 1802/03 Bamberg bayerisch geworden, da bat oben genannter Gaustadter Lehrer Dietz am 21. Febr. 1804 um eine Verbesserung seiner Einkünfte.
Er sei nun schon 16 Jahre beim Schuldienst zu Gaustadt und beziehe von der Gemeinde 23 Gulden nebst dem Nutzen von 1 1/2 Sümra Feld und von jedem Schulkind vierteljährlich 12 Kreuzer. Das genüge kaum zum kärglichen Leben eines einzelnen Menschen, viel weniger für seine Familie mit fünf Kindern.
Da sich durch die Errichtuug der Wiederholungsschulen seine Geschäfte mehrten, glaube er um eine Erhöhung seines Gehaltes bitten zu dürfen. Er werde, wenn er nicht mehr durch Nahrungssorgen wie jetzt gebeugt sei,
seinen Fleiß verdoppeln und so vollkommen den Absichten einer weisen Regierung entsprechen. Auf dies demütige Gesuch erhält der bescheidene Lehrer aus der Kapellenstiftung am 17. Mai 1804 eine jährliche Zulage von zehn Gulden fränkisch. Vielleicht lenkte dieses Gesuch die Augen des Landgerichts (dann Bezirksamts, heute Landratsamt) auf Gaustadt. Denn am 13. April 1808 eröffnete das Landgericht auf Weisung des Landesdirektoriums der Gemeinde Gaustadt, "daß es ihr wenig Ehre mache, eine neue Kirche aus Bequemlichkeit zu bauen, für die Unterkunft der Schule nur zur Not zu sorgen". Sie habe sich daher binnen acht Tagen zu erklären, auf welche Weise sie zugleich die Herstellung eines neuen Schulgebäudes besorgen wolle, widrigenfalls zu gewärtigen sei, daß der Kirchenbau eingestellt werde.
Auf diese scharfe, bisher ungewohnte Sprache der neuen Herrn konnte die Gemeinde unter dem Ortsvorsteher Eydenbach nur ihre Bereitwilligkeit erklären. Am 11. Mal 1808 richtete die Gemeinde ein vom Schultheißen Joh. Stirnlein, Dorfmeister Joh. Eydenbach, Nik. Müller Pfleger und Gg. Hasforter unterzeichnetes Schreiben an das Landgericht. Als ihnen im voriegen Jahre gestattet worden sei, an Sonn- und Feiertagen Gottesdienst in ihrem Ort zu halten, seien sie zugleich beauftragt worden, auf ihrem Gemeindehaus eine Schulstube einzurichten. Sie habe gewiß alle Eigenschaften, die man nur fordern könne. "Mit glühendem Eifer" hätten sie diesen Befehl vollzogen. Mit gleicher Bereitwilligkeit hätten sie sogleich Anstalten ,getroffen zu einem neuen Schulhaus. Das Gemeindehaus, wo sich bisher eine Schmiede befand, habe eine gesunde Lage, dabei lasse sich die Wohnung des Lehrers mit einem Wohn und Schlaf-zimmer, einigen Kammern und einer Küche im unteren Stock gut anbringen. Im oberen Stock sei nebst der vorhandenen Schulstube für den Lehrer ein Studier-zimmer vorhanden. Der untere Stock werde mit Quadern unterfangen, das ganze Haus repariert, so daß es einem ganz neuen nicht nachstehen werde. Der Schmied werde anderswo untergebracht. Diese die vorhandenen Mängel beschönigenden Worte scheinen den Erfolg gehabt zu haben, daß alles beim alten blieb. In den Akten ist wenigstens von Reparaturen nichts zu finden. Trotz des Ultimatums vom Jahre 1808 dauerte es bis 1824, bis man wieder auf einen Schulhausneubau zu sprechen kam. Es begann mit einem Bericht des Kreisbauinspektors Tauber vom 31. August 1824. Er hatte sich bei einer Besichtigung des Schulhauses überzeugt, "daß in diesem Lokale, in dem sich zugleich die Wohnung des Hirten und Nacht-wächters befinde, keine angemessene Schuleinrichtung unternommen werden könne", wenn nicht der ganze Bau zum Schulhaus verwendet werde.
Schließlich einigte man sich darauf, einen Neubau an einem anderen Platz zu errichten, die Schmiede zu veräußern und den Erlös zum Neubau zu verwenden.
Es zeigte sich aber bald, daß dafür im Dorf kein Platz zufinden war. Die Verhandlungen zogen sich es ist kaum zu glauben bis zum Jahr 1836 hin; 1808 war die Schulhausfrage angeschnitten worden.
Es kamen zwei Bauplätze in Frage, der des Wagnermeisters Gg. Wagner und der des Joh.Ziegler. Es schien zweckmäßiger, den näher gelegenen letzteren zu wählen; das wurde am 12. Oktober 1836 festgelegt.
Nach Martinet erfolgte "der Einzug der Schuljugend und des Lehrers (Gg. Kestel) in das neuerbaute Schulhaus" am 3. November 1839. Nach Um - und Aufbauten beherbergt es heute als Rathaus die Gemeindebehörden.
Nun gilt es wieder zum eigentlichen Schulbetrieb zurückzukehren. 1811 erhöhte Gaustadt das Gehalt seines Lehrers von 151 fl. 50 kr. auf 230 fl. 58 kr. Distrikts Schulinspektor Schmitt Bischberg wünschte freilich, das Gehalt auf die Allerhöchst bestimmte Summe von 300 Gulden erhöht werde. 1811 ließ sich Dietz nach Schlüsselau versetzen. Sein Nachfolger Theodor Hoh bittet schon 1814 um Entlassung aus dem Schuldienst, um auf irgendeinem Landgericht als Skribent (Schreiber) arbeiten zu können. An seine Stelle trat 1815 Joh. Bosser, bisheriger Schulverweser. Pfarrer Schmitt erklärt unterm 31. Juli 1820, seitdem Bosser 1809 den Unterricht des Herrn Regierungsrats Grasser zu Bayreuth beigewohnt habe, habe die Schule eine ganz andere Gestalt angenommen. Er fügt aber hinzu, schade, daß die Einwohner von Gaustadt für die bessere Bildung ihrer Kinder nicht empfänglich seien. Damit zollt der Distrikts Schulinspektor der neuen Methodik seines Vorgesetzten in Bayreuth die verdiente und gern gegebene Anerkennung.
Bosser blieb aber nicht lange. Am 16. Juli 1821 wurde der erbetene Tausch Bossers zu Gaustadt mit dem Lehrer Paul Weisenberger zu Frensdorf geneh-migt. Nach vier Jahren waren der Gemeinde die Augen über den neuen Lehrer aufgegangen; es "hätte sich kein größeres Unglück ereignen können, als daß ... der veraltete (!) Mann, man darf sagen zum Jugendunterricht untaugliche Lehrer Weisenberger nach Gaustadt versetzt wurde". Er betrachtete die Erziehung der ihm anvertrauten Jugend als Nebensache, behandelte "verschiedene Schreibereien als Hauptsache". Er hatte auch, das muß gesagt werden, eine kleine, zierliche Handschrift. Die Gemeindeverwaltung bittet Schulverweser Franz Jakob zu Wildensorg nach Gaustadt zu berufen. Damit beginnt der Kampf um die Versetzung Weisenbergers, dem man noch dazu 1826 "einen äußerst unsittlichen Lebenswandel" vorwirft. "In der Feiertags Schule erlaubte er sich sogar unsittliche Ausdrücke und Anzüglichkeiten vorzubringen, so daß die weiblichen Schulkinder Anstand nahmen, die Schule zu besuchen".
Eine Art Schulstreik also! Am 19. Juni 1831 ersucht er selbst um seine Pensionierung, die ihm freilich ohne Ruhegehalt genehmigt wird. Das gibt ihm Gelegenheit, sidi darüber zu beschweren, bis 1837 die Akten darüber schweigen.
An die Stelle Weisenbergers trat zunächst Job. Hrch. Eichenmüller 1831, der am 20. August 1834 endgültig die Anstellung erhält. Während seiner Krankheit übernimmt der Schulgehilfe Seb. Eichhorn zu Bischberg den Unterricht von 2 - 4 Uhr nachmittags. Nach dem Tod Eichenmüllers übernimmt die Gaustadter Schule Georg Kestel (1837), der 1852 stirbt.
Am 1. Nov. 1852 wurde Job. Gg. Senger von Breitenlohe nach Gaustadt mit einem Gehalt von 250 Gulden versetzt. Als er sich im nächsten Jahre weigert, die Glocke zum Gottesdienst zu läuten, wird ihm von aufsichtswegen bedeutet, daß ihm nicht nur die Schul sondern auch die Kirchnerstelle übertragen wurde. Er läutete dann auch ohne Beschwerde und brav die Kapellenglocke.
Als erfreuliche Tatsache ist zu vermelden, daß am 7. Aug. 1854 Fräulein Helene Gleusner von Forchheim es ist nicht zu ersehen warum der Gaustadter Schule 1300 Gulden vermachte, von deren Zinsen "Schulrequisiten" und notdürftigen Kindern Kleidungsstücke angeschafft werden sollten.
Nach Zeiten stiller Tätigkeit beunruhigte die Errichtung der BaumwollSpinnerei auf Gaustadter Boden auch das Schulwesen der Gemeinde. Das Landgericht Bamberg II stellte wegen der Errichtung der Fabrik in unmittelbarer Nähe Bambergs den Antrag, die Fabrik in die Stadt einzuschulen. Es war nicht verwunderlich, daß sich die Stadt Schulkommission dagegen wehrte. Verwickelt wurde die Angelegenheit dadurch, daß die Kinder des Fischer- und Cherbonhofes, ebenso die Kinder der in Bamberg wohnenden Spinnerei Arbeiter die Bainberger Schulen besuchten, die der in Gaustadt wohnenden Arbeiter die dortige Schule. Allmählich trat eine Überfüllung der Gaustadter Schule ein, so meinten wenigstens die Gaustadter. 1862 saßen in der Schulstube von 480 Quadratschuh 58 Kinder der Gemeinde und 30 der Fabrikarbeiter.
Das Landgericht suchte zu vermitteln, indem es die Errichtung einer eigenen Schule in der Fabrik vorschlug. Diese Schule der Spinnerei wurde 1864 genehmigt. Der Verwaltungsrat hatte die Real und Personalkosten zu bestreiten. Nach einem Bericht des Bezirksamts vom 24. Sept. 1864 waren sowohl Schulzimmer wie Lehrerwohnung für die Spinnereischule hergestellt, so daß nur noch der Lehrer fehlte, der in der Person des Schulverwesers Georg Friedrich von Motschenbach mit 250 Gulden Gehalt an die Spinnereischule berufen wurde.
Darauf trat wieder eine Ruhepause von zehn Jahren ein. 1874 wurde die Überfüllung der Gaustadter Schule festgestellt, da und nachdem die Fabrikleitung die Kinder, deren Väter nicht in der Fabrik arbeiteten, aus ihrer Schule verwiesen hatte. In der Gemeindeschule saßen nun 96 Kinder, 52 Mädchen und 44 Knaben. Da in dem Schulzimmer höchstens 60 64 Kinder Platz fanden, beantragte das Bezirksamt die Erweiterung der Schule. Das könne aber ohne Anbau nicht geschehen, sei auch bei den vorhandenen eigentlich nicht vorhandenen Mitteln unmöglich. Die mit Schulden belastete Gemeinde habe 1838 für eine helle und geräumige Schule 3000 Gulden aufgenommen. Als einen Ausweg wählte man die Teilung des Unterrichts: Die Klassen II und Ill hatten vor-mittags, die Klasse 1 nachmittags Unterricht. Dieser Ausweg erwies sich bald als ein Irrweg. 1877 schwankte man zwischen einem Anbau und dem Aufbau eines zweiten Stockwerks, schließlich beschloß man kleinen Mitteln aus dem Wege zu ,gehen und mit einem Neubau die Schulnot endlich zu beheben.
Zwar war man sich wegen der zunehmenden Zahl der Schulkinder über den Neubau im klaren, 1880/81 betrug die Zahl der Kinder 103, da flammte ein Streit zwischen den sog. Rechtlern und Nichtrechtlern auf, der nach einem Bericht des Bezirksamtes an die Regierung den Neubau durch den Widerspruch der "Großbegüterten" d. h. der Rechtler verhinderte.
Einen gewissen Fortschritt bedeutete der Beschluß der Regierung von Ober-franken vom 26. 12. 1883, die in Gaustadt bestehende Fabrikschule aufzuheben und einen einzigen Schulsprengel Gaustadt zu bilden. Dagegen wendete sich begreiflicherweise die Fabrikleitung. Die Beschwerde der Fabrik gegen die Aufhebung ihrer Schule wird vom Ministerium am 17. April 1885 abgewiesen und der einheitliche Schulsprengel Gaustadt bestätigt, freilich noch ohne Fischer- und Cherbonhof. Das geschah erst durch Regierungsentschließung vom 7. Januar 1887. Der Neubau eines Schulhauses war beschlossene Sache. Schwierigkeiten machte nur die Finanzierung. Schon am 19. Okt. 1887 hatte die Gemeinde von der Regierung einen Zuschuß erbeten.
Der Kostenvoranschlag belaufe sich auf 45 000 M und 3 500 M für den Bauplatz. Bei den notorisch traurigen Vermögensverhältnissen der Gaustadter könnten unmöglich die jährlichen Zinsen und Annuitätenzahlungen (Amortisation) von 2 500 M für den Zeitraum von 28 Jahren durch Umlagen aufgebracht werden.
Da sprang die "Spinnerei" ein: Nach deren Festschrift zum 50jährigen Bestehen des Unternehmens baute es für 53 588 M die neue Schule und schenkte sie der Gemeinde. Das neue Schulhaus war unter der Leitung des Zimmermeisters Bohrer von Gaustadt am 23. Okt. 1886 vollendet worden.
Nach dem Gemeindeverwaltungs Protokoll wurde auf den 2. Jan. 1887 eine Sitzung anberaumt und bezüglich der Eröffnung des neuen Schulhauses Beratung gepflogen und beschlossen, "es sei bei der Eröffnung des neuen Schulhauses den sämtlichen Mitgliedern der Gemeindeverwaltung und den sämtlichen geladenen Herrn ein Festessen zu geben," (Am Rande ist beigefügt:) "auch ist jedem Schulkinde ein Brezchen zu verabreichen und die sämtlichen Auslagen aus der Gemeindekassa gedeckt werden (!)." Am 3. Januar 1887 fand die feierliche Eröffnung des Neubaus durch den Bürgermeister Loch in Anwesenheit der Behördenvertreter sowie des Geranten Heinrich Semlinger als Vertreters der Fabrik statt.
Am 17. Okt. 1891 hielt die Regierung die Errichtung einer dritten Schulstelle neben Gg. Friedrich und Friedrich Gerneth für geboten. Sie könne init einem Schulverweser oder einer Lehrerin besetzt werden. Gegen die vorläufige Benützung des früheren Schulzimmers sei nichts einzuwenden. Es seien aber zwei Zimmer mit Heizung bereitzustellen. Am 16. Dez. 1891 wurde die neue Stelle der Lehrerin Monika Schrenker in Wachenroth übertragen. Bei einer Besichtigung des neuen Schulhauses beanstandete man das Fehlen von Fußbänken für die Kleinen und von Ofenschirmen; an die Stelle der bunten gestreiften Vorhänge, die die Kinder ablenkten und deren Augen schädigten, sollten graue treten.
1893 waren 97 Knaben und 106 Mädchen, zusammen 203 Kinder zu unterrichten. Am 1. Nov. 1895 trat Lehrer Gerneth in den Ruhestand, an seine Stelle kam vom 1. jan. 96 Balthasar Steinmettz von Wildensorg. Die Lehrerin Schrenker bittet nach einem Urlaub von drei Monaten wegen Verehelichung um Entlassung aus dem Schuldienst. (l. 9. 1897) Die selbständige Verwesung deren Stelle erhielt die Lehrerin Bertha Dachs in Kirchehrenbach.
1898 betrug die Schülerzahl 273, so daß eine vierte Schulstelle notwendig war. Durch den Aufbau eines Stockwerks auf das neue Schulhaus schuf man dafür Platz.
Am 7. Sept. 1899 erfolgte Meldung über die Vollendung des Neubaus, am 12. Sept. starb Lehrer Steinmetz. Anseine Stelle trat Georg Reinlein von Marktzeuln. Nacheinander folgten am 29. Dez. Ludwig Zernsch von Kirchenpingarten und nach dem Tode von Gg. Friedrich Lehrer Georg Weigel von Neudorf.
Nachdem sich bald die Errichtung einer 5. Schulstelle als notwendig erwiesen hatte, erfolgte die Berufung dreier Elementarschwestern aus der Kongregation der Töchter vom H. Erlöser aus Würzburg. Am 1. Mai 1907 wurde die Berufung von Iduberga Vetter, Almira Pagel als Lehrerinnen und Adelheid Schmitt an die Mädchenschule von Gaustadt genehmigt.

Singschule Gaustadt

Just an jenem 6. 9. 1952, als Gaustadts "Neue Schule" feierlich eingeweiht wurde, schlug die Geburtsstunde der "Singschule Gaustadt". Ein Schulchor von 200 Kindern sang das herrliche Festlied, Text j. Derra, Weise H. Barthelmes: "Herr, in deiner Güte unser Haus behüte!" begleitet von der Blaskapelle Lehmann. Die Gaustadter Lehrkräfte Josef Derra, Michael Bauer und Heinrich Schöps trafen in den kommenden Monaten dieses Jahres 1952 notwendige Vorbereitungen und so konnte dann bereits in der Vorweihnacht das "Gründungs-Konzert". einer neuerstandenen "Singschule Gaustadt" im "Volksgartensaal" stattfinden. Bemerkenswert war dabei, daß die "Folge" zwei kantatenartig gearbeitete Teile brachte, aufgelockert auch schon durch szenisehe Darstellungen. Am 11. 7. 1953 stieg in der Spinnereiturnhalle unter begeisterter Teilnahme der Gaustadter und prominenter Gäste der 1. große Junggesang unter dem Motto: "Laßt uns Frühling Sommer singen!" Auch hier wurden szenische und erstmals tänzerische Einlagen (Orffsche Bewegungsgymnastik ) geboten. Ein weiteres Novum war der Einsatz von Schüler Instrumentalisten. In der Folgezeit gedieh das Kindlein "Singschule" prächtig, bildete die Kinder in drei Aufbauklassen stimmlich aus und trug auch Sorge für deren instrumentale Ertüchtigung, wobei von Anfang an Orffsche Instrumente verwendet wurden. Die instr. Ausbildung lag anfangs in den Händen der 1. Lehrkräfte H. Hawlitzky und M. Bauer. Das Singschullehrer Dreiergespann: Heinrich Schöps als Singschulleiter und umsichtigen Geschäftsführer, Josef Derra als Dichter und Textgestalter und Michael Bauer als Feiergestalter und Komponist, bestens unterstützt von Helene Hawlitzky, verantwortlich für Bewegung und Tanz, sorgten für einen laufenden erfolgreichen Einsatz "ihrer Singschule Gaustadt". Sie wurde, wie die; Presse schrieb, "ein anerkannter Kulturfaktor des Landkreises Bamberg". Eine wirklich singfreudige Schülerschaft, eine immer entgegenkommende Schulleitung, eine stützegebende Gemeindeverwaltung, eine recht interessierte Elternschaft und Bevölkerung und eine Schar edler Spender ermöglichten dies.
Ein ebenbürtiges Schwesterkind erwuchs der Singschule in der "Instrumentalabteilung der Volks- und Singschule Gaustadt", hervorgegangen aus den ursprünglichen Instrumentalkursen und nun eigenständig gegründet von Michael Bauer. Er sicherte sich die Mitarbeit anerkannter Musiklehrkräfte: Brigitte Günther, Else Müller, Kurt Bernhard und Rudolf Ted Neumann. Durch Versetzung der Lehrkraft Erich Schinzel nach Gaustadt gewann die Singschule eine weitere wertvolle Stütze. Den 3 Singschulklassen konnte nun eine Förderklasse angeschlossen werden, die sich unter Leitung von H. Schöps bei offiziellen Anlässen in Bamberg des öftern "Lorbeeren" ersang.
Alle Jahre wurden zum Jahresende große Junggesänge veranstaltet. Unvergeßlich wird die in ihrem Rahmen gebotene 100 Jahrfeier der Spinnerei bleiben, bei der die Singschule u. die I. Abt. die "Gaustadter Kantate", ersonnen vom Bauersmichl, in ausgezeichneter Gemeinschaftsarbeit mit der Schule bot. Den Höhepunkt aber in der Geschichte der "alten Singschule Gaustadt" bildete der Festabend zu ihrem 10 jährigen Bestehen, gemeinsam veranstaltet mit der Verkehrswacht Bamberg, im 1. Abend in der großen Spinnereiturnhalle, am 2. Abend im vollbesetzten Kulturraum in Bamberg, anno 1963. Die vier Singschulklassen im Verein mit der Instrumentalabteilung und der Stadtkapelle Bbg. bewältigten unter Führung ihrer Lehrkräfte Derra, Bauer, Schöps, Schinzel und Hawlitzky, sowie der Mithilfe der Herren Hans Herrenleben, Fritz Bingnet und Oberschulrat Eugen Höfer ein einmaliges Programm: Singen: 1- 3 stimg. a capella erlesenen Liedgutes, Durchführung des äußerst schwierigen musikalischen Spieles "Augen auf im Verkehr" von Peter Seeger und die Uraufführung der Kantate: "Auf alter Landstraße" von Michael Bauer. Aus seiner Feder stammten verschiedene andere Kantaten und viele Bearbeitungen, benützt in den jeweiligen Junggesängen. Im Lauf der weiteren 60-er Jahre traten dann mehr die großen "klingenden Elternabende" der Instrumentalabteilung in den Vordergrund, bei denen die rührigen und tüchtigen Musikfachkräfte gute und beste Leistungen in Einzel und Zusammenspiel der Instrumentalschüler boten.
So wuchsen Singschule und Instrumentalabteilung fruchtbar wirkend herein in die 70 er Jahre, in denen es infolge Versetzung des verdienten Singschulleiters Heinrich Schöps nach Bamberg einen Wechsel in der Leitung gab. Nach einjähriger Führung durch M. Bauer übernahm der nach Gaustadt berufene Singschullehrer Paul Hiltscher am 23. 3. 70 die Leitung der Singschule Gaustadt.
Bedingt durch Pensionierungen und Versetzungen erfolgte eine allgemeine Wachablösung und Neuorganisation, wobei die Instrumentalabteilung eingegliedert wurde. Junge gute Kräfte stellten sich in den Dienst der "neuen Singschule": Eva Kröner, Ursula Hiltscher und Anton Gornick. Vorübergehend waren auch Hannelore Kern und Ursula Kirsch erfolgreich tätig.
Verschiedenste recht gut gelungene Veranstaltungen ließen den neuen Singschulleiter und seine bewährten Helfer in früher so gute Fußtapfen verheißungsvoll treten.
Besonders machte die Singschule sich durch regelmäßige feine Ausgestaltung der Schülergottesdienste verdient. So kann man der neufundierten "Singschule Gaustadt"' nur alles Gute wünschen. Glückauf für die Zukunft!
Freilich bedurfte sie zu ihrem neuen Werden wieder einer starken Partner und Patenschaft: Sie wurde getragen von dem auch heute besonders aufgeschlossenenund musisch eingestellten Gemeinderat Gaustadt und seiner fortschrittlichen Gemeindeverwaltung einer entgegenkommenden Schulleitung und Schulbehörde, vor allem von einem musikfreudigen Elternbeirat,befeuert durch die beiden Vorsitzenden Noppenberger und Habermann und eine Elternschaft, die keine Opfer scheut. Dank ihr besonders! Und Dank endlich den Gaustadter Kindern, deren guten Willen es man verdankt, daß auch heute noch ein singendes und klingendes Gaustadt lebt!

Link zu Gaustadter SchulliedGaustadter Schullied

Der "BAzubi" 2007 geht an die Gaustadter Schule

JUGEND Die Stadt Bamberg verlieh zum dritten Mal ihren Ausbildungspreis für besonderes Engagement.

VOM FT-REDAKTIONSMITGLIED JUTTA BEHR-GROH

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Bamberg - Zum dritten Mal verlieh die Stadt Bamberg gestern ihren Ausbildungspreis „BAzubi" und zum ersten Mal ging er an eine Schule: die Volksschule Gaustadt. Dort engagierten sich Lehrer und Schulleitung weit über das normale Maß hinaus, um Jugendlichen nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern sie auch bestmöglich auf die berufliche Zukunft vorzubereiten, hob Oberbürgermeister Andreas Starke bei der Preisverleihung im Alten Rathaus im Beisein von Jury-Mitgliedern hervor.

Den Preis aus graviertem Glas nahm Schulleiter Manfred Paczulla entgegen. Wie er anschließend im Gespräch mit unserer Zeitung sagte, habe vor allem Simone Pelikan großen Anteil daran, weil sie weder Kosten noch Zeit noch Mühe scheue, ihre Gaustadter Schüler fit für das Berufsleben zu machen. Die Auszeichnung für eine Hauptschule hält der Rektor für ein ganz wichtiges Signal an die Öffentlichkeit: Die Hauptschule sei so viel besser als ihr Ruf.

Das attestierte der OB auch den beiden nächstplatzierten, Kaulbergschule (2.) und Trimbergschule (3.). Er fand sogar, dass alle sieben Bewerber den Preis für ihr Bemühen um eine praxisnahe Ausbildung verdient hätten.

Die Jury, besetzt mit Vertretern aus Stadtverwaltung, Wirtschaft und katholischer Kirche, hatte sich aber entscheiden müssen und gab der Gaustadter Volksschule die höchste Punktzahl.

Die beispielhaften Aktivitäten dort stellte Starke in seiner Laudatio vor. Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund besuchen eine Sprachlernklasse, damit sie später die gleichen Chancen wie die deutschen Mitschüler haben. Schüler bieten Mitschülern künftig Nachhilfe an, die wiederum professionell von einer Psychologin betreut werden wird. Den Umgang mit elektronischen Medien lernen die Jugendlichen, indem sie per E-Mail mit ihrer Lehrerin Simone Pelikan über Themen aus dem Unterricht kommunizieren können. Das besondere Engagement dieser Lehrerin zeigte Starke an einem weiteren Beispiel auf: „Frau Pelikan begleitet eine Vielzahl der Projekte intensiv und betreut u. a. zwei Schulverweigerer, die wieder an einen geregelten Schulbesuch herangeführt werden sollen." Lobend erwähnte der OB noch die Datenbank mit den Gaustadter Betrieben und eine Jobbörse am Schwarzen Brett der Schule: Dort können sich die Jugendlichen über Praktikums- und Lehrstellenangebote informieren.

Starke kündigte an, dass der „BAzubi" künftig im Wechsel an Betriebe und -Bildungseinrichtungen verliehen wird. 2008 sind wieder die Unternehmen an der Reihe.

 

Der Förderverein hat eine neue Führung

 

Bildung  Annerose Ackermann leitet den Verein zur Förderung der Volksschule Gaustadt.


Bamberg - Stadträtin Annerose Ackermann ist neue Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Volksschule Gaustadt. Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Angelina Maier-Geiger gewählt, Schatzmeister ist Martin Pscherer und Schriftführerin Natascha Wiede.

Der Verein zur Förderung der Volksschule Gaustadt wurde 1998 gegründet. Den Gründern war es damals wichtig, dem Gedanken der Schule als Grundstein für das gesamte Schulleben Rechnung zu tragen. Deshalb stellten sie unter anderem finanzielle Mittel zur Verbesserung der grundlegenden Bildung der Schüler zur Verfügung. Die Förderung zeigte sich materiell in der Schulhofgestaltung (Tischtennisplatte, Spielfelder auf dem Pausenhof), der Einrichtung des Schülercafes, der Ausstattung der Schülerbücherei oder der Anschaffung moderner Medien und Arbeitsmittel. Ideell geschah dies insbesondere in der Durchführung verschiedener Vorträge mit Themen für Eltern und Lehrer.

Eltern sollen mitmachen

In Planung sind derzeit Workshops für Kinder wie Kochen, Basteln, Führungen, Lesenachmittag. Der neue Vorstand wünscht sich tatkräftige Unterstützung der Schülereltern bei der Gestaltung der „Lernumgebung Schule“ wie beispielsweise der Mithilfe bei der Umgestaltung des Schulhofes oder der Gestaltung von Informationsveranstaltungen zu schulischen und erzieherischen Belangen oder Einrichtung von Workshops für die Kinder als Ergänzung zum Unterricht.

Fränkischer Tag 15.04.2010                  www.infranken.de

 

 

 

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