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Ziegelei

Handwerkliche Betriebe waren auch die Ziegeleien. Im 16. Jahrhundert gab es eine alte Ziegelhütte, die einsam am Zieglersweiher, heute Sylvanersee, lag. Eine Urkunde über die Errichtung der Ziegelei liegt nicht vor. Hinweise auf weitere Details finden Sie in der "Gaustadt-Chronik" von Dr. K. Arneth aus dem Jahr 1982.

Die Ziegelei oberhalb "Beim Lessing“ später AGROB und nach Verkauf FRÄNKISCHE ZIEGELEI wurde nach der Baumwollspinnerei gegründet. Im Jahre 1866 gründeten die Bamberger Bürger Lessing und Hesslein die Ziegelei zu Gaustadt. Zwei Feldöfen und fünf Tagwerk Gelände bildeten das Anfangskapital. Schon 1867 kamen ein Ringofen und ein Zick-Zack-Ofen hinzu. Kurz vor der Jahrhundertwende standen bereits ein Kessel- und Pressenhaus sowie die erste künstliche Trocknerei.

Der 1. Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise brachten auch für die Gaustawidter Ziegelei empfindliche Rückschläge. Aber bald danach konnte sich das Werk erholen und nach seiner Übernahme durch den Unternehmensverband der AGROB im Jahre 1938 produzierte es wieder mit voller Kraft. Es folgte der 2. Weltkrieg. Erneut mußte von vorne begonnen werden. Die rege Bautätigkeit im gesamten Bamberger Land half auch diese Zeit des wirtschaftlichen Zerfalls vergessen zu machen.

 

Sie haben zur Ziegelherstellung das ganze Gelände um das Werk herum ausgebeutet. Dieses Gelände stieg steil an, wurde abgetragen und später wieder aufgefüllt. Unter dem Gelände des heutigen Friedhofs befindet sich in einiger Tiefe eine weitere Tonschicht, so daß sich nach dem Ausschachten der Gräber meist eine Wasserschicht bildet. Allerdings merkwürdigerweise nur auf der Höhe. Im unteren Teil des Friedhofs ist alles trocken. Das hat dazu geführt, daß neue Gräber jetzt nur noch auf dem gerade angelegten neuen Friedhof angelegt werden dürfen. Daß dieses Gelände auch zur Ziegelei gehört hat, erkennt man auch an dem hübschen Haus, das scheinbar noch auf dem neuen Friedhofsgelände steht. Das Haus war die Unterkunft des "Leichtgefährt-Kutschers". Allerdings der kleine "Torbau" im Garten ist wohl eine Bastelei eines Kutschers, ein historischer Ursprung ist nicht abzuleiten. Es handelt sich wahrscheinlich um einen Stall im "alten Stil". In diesem Zusammenhang wäre auch der Name eines Waldstücks zu nennen, der „Zieglerschlag“ heißt. Es ist nicht genau geklärt, woher der Name kommt. Da auch die Maurer früher "Ziegler" genannt wurden, weil sie Ziegel verarbeiteten, kann der Name auch auf diese zurückgeführt werden. Es ist aber auch möglich, daß dieses Waldstück auf die Ziegelbrennereien zurückzuführen ist, denn früher wurde Kohle zur Heizung wenig eingesetzt, dafür umso mehr Holz. Ein direkter Bezug ist nicht unbedingt herzustellen.

Um die Jahrtausendwende stellte die Ziegelei entgültig ihren Betrieb ein.

Vom Industrie- zum Baugelände

(ziegelei.jpg; 103 kB)
Auf dem ca. 8,5 Hektar großen Gelände der ehemaligen Ziegelei Megalith an der Breitäckerstraße in Gaustadt, die im Jahre 2001 stillgelegt wurde, soll ein Wohngebiet mit ca. 50 bis70 Einfamilienhäusern entstehen. Der Bausenat hat jetzt seine Zustimmung zu einer entsprechenden Änderung des Flächennutzungsplan gegeben, der bisher reine Industrieflächen vorgesehen hat. In den Plan eingearbeitet werden müssen, Lärmschutzvorrichtungen im Norden Richtung Hafen und im Osten zur angrenzenden Brauerei Kaiserdom hin.

Fränkischer Tag, 22. Oktober 2005
FT-Foto: Ronad Rinklef