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SCHÖPFUNGSWEG

„Die Natur hat uns inspiriert"

Zwölf Stationen machen die Schönhei der göttlichen Schöpfung erfahrbar - und führen über fünf Kilometer zu einigen der schönsten Plätze im Berggebiet.

vom FT-Redaktionsmitglied GERTRUD GLÖSSNER-MOSCHK

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Bamberg - Dein 1000. Bistumsjubiläum hat die Stadt Bamberg zu verdanken, dass sie in Zukunft und auf Dauer eine neue Sehenswürdigkeit erhält, die ohne Beispiel ist: den „Schöpfungsweg am Kloster St. Michael". Über fünf Kilometer führt er von St. Michael und dem dortigen Bibelgarten über den Ottobrunnen und die Waldwiese in den Michelsberger Wald zur Quellfassung und zum Steinbruch, dann über die Streuobstwiese und die Villa Remeis zurück zum Ausgangspunkt.

An zwölf Stationen finden sich auf Hinweistafeln kurze Erklärungen, vor allem aber passende Bibelstellen, zum Beispiel Genesis 1,11. „Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut." heißt es an der fünften Station "Waldwiese". Man hatte keine bessere Aussage für diesen Platz finden können. Der Blick schweift über die große Wiese und eine wunderschöne Landschaft hinweg auf historische Gebinde und moderne Industriebauten bis hin zum Windkraftrad. Wer möchte, betrachtet auch die einzelnen Details in einem Metallrahmen oder ruht sich auf Sandsteinquadern aus.

"Besinnlich, informativ erholsam” haken die Autoren des Faltblatts getextet, das den Schöpfungsweg beschreibt. Die Erläuterungen auf dem Papier und auf den Hinweistafeln sind kurz gehalten, denn "der Ort soll die Inspiration liefern und nicht irgendein Text", sagt einer der Initiatoren. Die Broschüre wird u. a. in der Kirche St. Michael ausliegen und den Wanderern den Weg weisen. Für den Religions-, Ethik- und Biologieunterricht sollen in Kürze Arbeitshilfen herausgegeben werden, um möglichst viele Schulklassen auf den Weg zu schicken.

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Der Schöpfungsweg hat so viele Väter, Mütter, Ideen- und Geldgeber sowie freiwillige Helfer, dass sie an dieser Stelle nicht annähernd genannt werden können. Der Umweltbeauftragte der Erzdiözese Bamberg, Klaus Schwaab, hat das Projekt federführend initiiert. Es konnte aber nur in Kooperation mit zahlreichen Partner und der Unterstützung von Institutionen, Privatpersonen und Sponsoren umgesetzt werden. Paten kümmern sich um die nachhaltige Pflege der einzelnen Stationen. Bei der offiziellen „Erstbegehung" am gestrigen Montag sagte Koordinator Klaus Schwaab: "Die Natur hat uns inspiriert." Bürgermeister Werner Hipelius freute sich über die Nachhaltigkeit dieses Ereignisses. Diese schätze er weitaus mehr als kurzlebige Events. Für den „neuen Glanzpunkt Schöpfungsweg" habe der Stadtrat von Bamberg gerne einen Zuschuss in Höhe von 20 000 Euro gegeben.

Erzbischof Prof. Dr. Ludwig Schick wird den Schöpfungsweg am Donnerstag Nachmittag feierlich eröffnen.

Fränkischer Tag, 02. Oktober 2007

Schöpfungsweg Kloster St. Michael
Paten für Stationen

1   Bibelgarten             A & Ω                            Thomas u. Petra Werb, Privatperson, Mesner
2   Labyrinth                 Der Weg der Mitte      Xaver Frauenknecht, Vorsitzender Sozialstiftung Bamberg
3   Ottbrunnen             Erquickung                   Wilfried Pförtsch, Privatperson
4   Hohlweg                  Behütet                          Klaus Schwaab, Umweltbeauftragter der Erzdiözese Bamberg
5   Waldwiese              Verantwortung            Bürgerverein Gaustadt, 1. Vorstzende Daniela Reinfelder
6   Waldstation             Nachhaltigkeit             Bay. Staatsforsten, Stephan Keilholz, Leiter Forchheim 
7   Quelle                      Quelle                            Bay. Staatsforsten, Stephan Keilholz, Leiter Forchheim 
8   Steinbruch              Schuld                           Margarete Wörner, Kaiserdom Brauerei
9   Streuobstwiese      Garten Eden                 Bürgerverein Wildensorg, 1. Vors. Erich Sperlein
10 Eichenstamm         Vergänglichkeit          Bay. Staatsforsten, Stephan Keilholz, Leiter Forchheim 
11 Villa Remeis           Der  siebte Tag           Thomas Brändlein, Stadtrat
12 Wegkreuz                Erlösung                      Reiner Giel, 1 Vors. Obst- u. Gartenbauverein Wildensorg 

  ZWÖLF STATIONEN

Zwölf Mal halten wir inne.
Lassen uns inspirieren von der Bibel,
lassen uns fasinieren von der Schönheit der Natur.

Pflanzen, Wasser und Boden zeigen uns Gottes Schöpfung. In Verbindung mit einem Zitat aus der Bibel lädt uns der Weg zum Nachdenken ein. Was haben wir aus der Natur gemacht? Was können wir von ihr lernen?

Der Übergang von der Stadt (als vom Menschen gestalteter Lebensraum) zum Wald (als ursprüngliche Vegetationsform) sowie die von Menschen geschaffenen Veränderungen - all das zeigt uns der Schöpfungsweg.

Anfang und Ende

Der Schöpfungsweg beginnt und endet ganz gewusst am ehemaligen Kloster St. Michael. Die Benediktinermönche kultivierten hier unmittelbar nach der Bistumsgründung das sie umgebende Land. Der Anbau von Wein und Obst ist ihr Werk.

Im Innern der Klosterkirche befindet sich ein wunderschönes Deckengemälde, das fast 600 verschiedene Pflanzen zeigt, darunter so exotische Gewächse wie Ananas und Tabak.

Im Hof der ehemaligen Klosteranlage wurde 2003 ein Garten angelegt in dem biblische Pflanzen wachsen. Bereits jetzt zieht dieser Bibelgarten in Verbindung mit der Pflanzendecke in der Klosterkirche viele Menschen aus nah und fern an.

Der Rundgang

Der Schöpfungsweg ist etwa 5 Kilometer lang und als Rundweg gedacht. Er führt von der Klosteranlage St. Michael bis zur Quellfassung des Ottobrunnens im Michelsberger Wald. Von dort aus zu den historischen Steinbrüchen des Rhätsandstein und dann wieder über den Kunigundenweg zurück zum Kloster.

An sehenswerten Stationen des Weges (z B. der historischen Quellfassung im Michelsberger Wald, den Steinbrüchen, einem Hohlweg, einer Waldwiese) wurden insgesamt 12 Hinweistafel aufgestellt.

Der Schöpfungsweg wurde anlässlich des 1000 jährigen  Bistumsjubiläums ins Leben gerufen. Durch seinen meditativen Charakter lädt er die Menschen ein, sich mit der Schöpfung zu beschäftige und Ruhe in der Natur zu finden.

Themen des Schöpfungsweges

  • Die einmalige Verbindung der Menschen in der Natur
  • Die Abhängigkeit des Menschen von den Schöpfungsgaben Gottes
  • Die Bedeutung des Klosters für die Zivilsation
    (Bau einer komfortablen Wasserversorgung, welche bis zum heuigten Tage funktioniert)
  • Vielfalt der Schöpfungsgaben (Wasser, Stein, Wald, Leben im Wald, Wiesen, Blick auf die Stadt, Klosterkirche, Bibelgarten)

Der Scnöpfungsweg lädt Menschen zum Nachdenken ein. Was macht uns aus? Woher kommen wir? Was ist wichtig und erhaltenswert in unserer Welt. Die Schöpfung wurde so ausgestattet, dass sie sich immer wieder erneuert. Das Vorgehen ist die Grundlage neuen Werdens. Nichts ist umsonst., und alles hat einen Sinn.

Der Weg für Kinder und Jugendliche

Die Schönheit der Schöpfung kann nur in der Natur selbst erlebt und verstanden erden. Aus der Liebe zur Natur erwächst auch der Wunsch diese zu schützen. Daher eignet sich der Schöpfungsweg für Schulklassen, beispielsweise als Baustein für denReligions-, Ethik- und Bologieunterricht.

Eine Arbeitshilfe für Schulen erläutert Themenwie „Verantwortung für die Schöpfung, das Denker in Kreisläufen und die Entwicklung eines nachhaltigen, generationengerechten Lebensstils”. Am besten können solche Aufgaben in der Natur selbst erlernt werden.

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Erzbischof Ludwig Schick segnete den Schöpfungsweg rund um den Michelsberg

„Verwandtschaftlicher Umgang" statt „Selbstmordaktion"

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat zu einen verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung aufgerufen. Natur und Umwelt dürften nicht als ausbeutbare "Ressource" gesehen werden, sondern als "Wohnstätte des Menschen, zu der Pflanzen und Tiere dazu gehören, sagte Schick in der ehemaligen Klosterkirche St. Michael in Bamberg. Der durch den Bamberger Erzbischo dort eröffnete und gesegnete ,,Schöpfungsweg" rund um das ehemalige Benediktinerkloster will in zwölf Stationen Anregung und Impulse gehen zu einem tieferen Verständnis der Schöpfung.

Das weit verbreitete Verständnis von der Umwelt als "Ressource", als reine Quelle und Nutzfläche für menschliche Bedürfnisse, ist nach Auffassung von Schick deutliches Zeichen, dass die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt in die Krise geraten sei. Die Menschen seien dabei, in einer ,,fast begeisterten Selbstmordaktion" Natur und Umwelt zu zerstören.

Als Beispel nannte der Bamberger Erzbischof das Abholzen des Amazonasurwaldes, das einseitige Verwerten von Bergen, Seen und Meeren für touristische Zweck und das ausschließliche Nutzen bestimmter Regionen für Energiegewinnung. Dort gingen natürliche Grundlagen und Wohnstätten für Mensch, Tier und Ptlanzenwelt verloren. "Wir brauchen wieder einen geschwisterlichen oder verwandtschaftlichen Umgang mit der Schöpfung wie ihn der heilige Benedikt und der heilige Franziskus pflegten", so Schick.

In dem „Schöpfungsweg sieht Sichick eine Gegenaktion zum verschwenderischen Umang mit der Natur. Es solle deutlich werden, dass Gott diese für die Menschen geschaffen und sie ihnen anvertraut habe und dass die Menschen sie bewahren und entfalten müssten. „Wir möchten Zeugnis dafür ablegen", so der Bamberger Erzbischof wörtlich, „dass wir eine ,verwandtschaftliche Beziehung zu unserem Umfeld' haben, dass wir unsere und alle Regionen der Erde als Wohnstätte für uns Menschen heute und unsere nachfolgenden Generationen betrachten und bewahren möchten".

"Auf fünf Kilometer Länge führt der Weg vorbei an einmaligen Naturschönheiten", freut sich Klaus Schwaab, Umweltbeauftragter der Erzdiözese Bamberg, der federführend das Projekt initiiert hat. Man solle die Schöpfung Gottes bewusst wahrnehmen, wünschen sich Schwaab und der Oganisationskreis, die den Schöpfungsweg den Medien bei einem Rundgang vorgestellt hatten.

Der Schöpfungsweg besteht aus zwölf Stationen, besinnliche Texte auf Tafeln gehen Impulse zu einem tieferen Verständnis der Schöpfung. Pflanen, Wasser und Boden zeigen Gottes Schöpfung und laden in Verbindung mit einem Zitat aus der Bibel zum Nachdenken ein: Was haben wir aus der Natur gemacht. Was können wir von ihr lernen? Der Schöpfungsweg zeigt uns den Übergang von der Stadt als ein vom Menschen gestalteter Lebensraum zum Wald als ursprüngliche Vegetationsform sowie die vom Menschen geschaffenen Veränderungen" erklärt Schwaab. Der Weg führt von der Klosteranlage St. Michael bis zur Quellfassung des Ottobrunnens im Michelsberger Wald, von dort aus zu den historischen Steinbrüchen des Rhätsandstein und dann wieder über den Kunigundenweg zurück zum Kloster.

Die zwölf Stationen sind: Bibelgarten im Kloster St Michael, Labyrinth, Ottobrunnen. Hohlweg, Waldwiese, Waldstation, Quelle. Steinbruch, Streuobstwiese, Eichenstammn, Villa Remeis, ein Kreuz.

Bürgermeister Werner Hipelius zeigt sich dankbar, dass neben großen Institutionen auch Bürgervereine, die Sozialstiftung und Einzelpersonen mit eingestiegen sind ‚‚Solche nachhaltigen Projekte braucht die Stadt noch mehr." \Wilfried Förtsch,  der als Bewohner des Berggebiets und mit der Fachkenntnis seines Berufes (Förster) das Projekt von Anfang an begleitet hat, ist wichtig, dass die jeweiligen Stationen "Inspiration liefern und dem Betrachter das Christentumvermitteln sollen".

Stephan Keilholz, Leiter des Forstbetriebes Forchheim, der für die vier Wald-Stationen im Michelsberger Wald verantwortlich ist, verweist auf die Nachhaltigkeit der Stationen. „Das Thema der Zukunft für die Forstwirtschaft ist die Klimaveränderung. Darauf müssen wir uns einstellen und dafür und für die Natur als solches müssen wir die Menschen sensibilisieren." Das Bewusstsein eines jeden Einzelnen auf Natur und Schöpfung zu lenken und zu einem verantwortungsvollen Umgang zu bewegen ist auch das Anliegen des Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins Wildensorg. Rainer Giel, der die Streuobswiese betreut.

Daniela Reinfelder, Vorsitzende des Bürgervereins Gaustadt, ist Mitsponsorin der Station "Verantwortung" an der Waldwiese. „letzt können sich die Spaziergänger auf einer Sitzgruppe ausruhen und den Blick über die Stadt Bamberg und den Michelsberger Wald schweifen lassen."

Der Schöpfungsweg solle Teil eines "Kulturhistorischen Pfads" werden, den eine Gruppe von Initiatoren schon seit Jahren im Westen der Stadt umsetzen wolle, erklärt Erich Sperlein, Vorsitzender des Bürgervereins Wildensorg.

"De angedachten zwölf bis 14 Stationen sollen ein Weg gegen das Vergessen kulturgeschichtlicher Ereignisse sein", wünscht sich Sperlein. Jetzt motiviert durch den Schöpfungsweg könnten sie das Projekt wieder anstoßen und verwirklichen.

Koordinator Schwaab plant eine Arbeitshilfe für Lehrer, damit sie nun ihren Schülern den Schöpfungsweg entdecken können. bbk

Heinrichsblatt, 21. Oktober 2007

 

 

 

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