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Ziegelhütte

Die alte Ziegelhütte lag einsam am Zieglerswelher, heute Silvanasee. Neben dem Lehm oder Leimen, dem mittelhochdeutschen Wort für das niederdeutsche Lehm, aus dem unsere mundartliche Form Laama entstand, war Holz und Wasser für den Betrieb einer Ziegelei wichtig.

Bis zum Weiher erstreckte sich einstens der Wald; daher hieß auch die heutige Dr. Martinetstraße zuerst Holzstraße oder "gen dem Holze der Weg". Im 18. Jahrhundert erscheint oft die Bezeichnung "Weg zur Ziegelhütte".

Eine Urkunde über die Errichtung der Ziegelei liegt nicht vor. Da diese, wie sich in der Folge zeigt, immer nur auf mehrere Jahre, meist drei, verpachtet wurde, finden wir sie auch nicht in den Zinsbüchern.

Über den "Bestand" schloss man zwischen dem Pächter und dem Kloster jedesmal einen Vertrag ab. Ein Schriftstück ohne Datum und ohne Nennung einer Person, offenbar ein Entwurf, stellt eine Eingabe der Gemeinde Gaustadt an die Klosterverwaltung dar. Sie hätten, heißt es darin, in glaubwürdige Erfahrung gebracht, daß der Abt entschlossen sei, eine Ziegelhütte auf der Gemein zu Gaustadt zu bauen, "welches uns denn unbewusst, was auch gestalt: (warum) das geschehen könne". Weil sie das nicht allein für sich, sondern auch für die Nachbarn für beschwerlich geachtet, hätten sie sich bei dem Abt darnach erkundigt. Es sei ihr ganz untertäniges Bitten, die Gemeinde nicht mit einer Neuerung und mit Beschwerden (Lasten) zu bedenken, sondern sie zum mindesten zu verständigen, in welcher Gestalt man die Ziegelei zu errichten gedenke. Soweit die Eingabe. Die Gemeinde befürchtete natürlich Unan-nehmlichkeiten, besonders wegen der Entnahme des Lehms, den ja ihre Grundstücke liefern mußten, so daß diese eine Zeit lang für die Bebauung ausfielen. Die Schriftzüge dieser Eingabe weisen nach sachverständigem Urteil in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die Bedenken und Bitten der Gemeinde erwiesen sich als nutzlos, da die Ziegelhütte tatsächlich errichtet wurde. Denn übereinstimmend mit dem Schriftcharakter obiger Eingabe liegt als erstes Zeugnis für das Bestehen der Ziegelei der Vertrag vom Freitag nach Allerheiligen (6. Nov.) 1579 über ihre Verpachtung vor. Darnach hat Abt Veit des Klosters Ziegelei hinter Gaustadt dem bescheidenen Jorgen Truck in der Wunderburg (er Ziegelei), Katharina seiner ehelichen Hausfrau auf zwei Jahre verliehen und verlassen.

Er soll gedachte Hütten auf Lichtmeß des kommenden 1580 Jahres beziehen, sie samt aller Zubehörung nach Inhalt eines aufgerichteten Inventarii gebrauchen dem Abt und Kloster an allem Zeug (Erzeugnissen), es sei von flachen oder hohlen Ziegeln, Preyßen Backsteinen oder aber, wessen man jedesmal bedürfe, je das Tausend um 1 1/2 Gulden machen und brennen, dann von jedem Brand ein Sümra Korn austragen (bekommen?).

Dazu gibt ihnen der Abt alles Zeug (Betriebsmittel), ausgenommen die Erde, die der Ziegler und die Seinigen auf ihre Kosten graben, auch die Löcher, daraus die Erde genommen, wiederum einfüllen müssen, damit niemanden ein Nachteil geschehe. Den gegrabenen Lehm aber werde der Abt auf die Hütte fahren lassen.

Ihre Ziegel und Backsteine sollen sie so brennen, daß sie als redliches Kaufmannsgut bestehen können. Was sie alsdann aus dem Ofen ganz gebrannt bringen, das soll ihnen nach obiger Tax und Beding" bezahlt werden. Im Fall aber ein Brand durch ihre "Verwahrlosung" (Nachlässigkeit) untauglich sei, soll man ihnen nicht nur nichts geben, sondern sie sollten dem Herrn Prälaten für Aufwand und Unkostenerstattung schuldig sein. Sollten aber des Klosters Untertanen "Ziegelstein, Kalch u. anderes" bedürfen, so sollen sie das Tausend Ziegel oder Steine für drei Gulden, dann drei Schöffel Kalch für einen Gulden verabfolgen.

Auch sollen sie, die Beständner, keine Hühner, Gänse oder Enten haben oder halten und ohne Wissen und Erlaubnis des Abts niemand Fremdes aufnehmen. Nach Ausgang der zwei Jahre müssen sie alles übernommene Gerät nach Ausweis des Inventars wieder überantworten. Als Bürgen stellte Truck den Hans Peyfuß, Hans Ochs Ziegler, Peter Schröttel, alle drei in der Wunderburg seßhaft. Wenn Truck einen oder mehr Brände verwahrlose oder sonst wider dieses Vertrags Punkte und Artikel handle, daß alsdann seine Bürgen alles wieder gut machen und wann etwa ein Bürge abgehe, dann soll die Zahlungsverpflichtung auf die anderen übergehen. Des zu wahrer Urkund sind zwei gleichlautende Zettel auseinander ge kerbt, dem Ziegler einer ausgehändigt, der andere im Kloster behalten worden..

Dieser im Besitz des Klosters gebliebene Zettel liegt im Original im Staatsarchiv Bamberg; er zeigt, daß er durch einen wellenförmigen Schnitt "auseinandergekerbt" wurde. Dadurch suchte man einer Verfälschung vorzubeugen, weil bei Zweifeln die beiden Wellenlinien aufeinander passen mußten. Die Ziegelei lieferte also alles, was man zu einem Bau benötigte, Backsteine zu den Mauern, Ziegel zum Dach, gebrannten Kalk zum Mauern.

Als nächsten Ziegler lernen wir Hans Castner, der mit der Witwe Jörg Trucks verheiratet war, anläßlich seiner Klage gegen Schneider Kolmann kennen. Dieser war beim Tanz 1593 auf des Zieglers Sohn gefallen und hatte dabei dessen "Achselbein zerbrochen". Als der beschuldigte Schneider leugnete, wurde er durch des Jorgen Stretzen Tochter, mit der er getanzt, überwiesen . Beruflich aber vernehmen wir recht Unangenehmes von Castner. Von 1596 an hören die Klagen wegen seiner Verschuldung nicht auf. Es lassen sich bis 1600 etwas mehr als 134 Gulden Schulden feststellen, für die er immer wieder Geldgeber und Bürgen bis zu 25 Gulden fand. 1599 verkaufte er seine Behausung zu Gaustadt um 140 Gulden, d. h. wohl, er mußte sie verkaufen; das Geld wurde allerdings zur Befriedigung seiner Gläubiger mit Beschlag belegt. Am 8. April 1600 wird er aus der Schuldhaft entlassen, nachdem er versprochen, Hans Schaib und Lor. Reinhardt, beide auf dem Kaulberg, 25 Gulden bis Walburgis zurückzuzahlen.

Diese die Ziegelei nur mittelbar berührende Schuldenwirtschaft Castners möge als ein Beleg für die damalige Verfahrens-weise gegenüber Schuldnern dienen. Übrigens wird Castner 1597 als Inhaber des Anwesens Gr. Nr. 14 zu Gaustadt bezeugt. Da auch spätere Ziegler als Einwohner Gaustadts nachzuweisen sind, lag offenbar damals noch kein Wohnhaus neben der Ziegelhütte.

Die Nachfolger Castners waren die Gebrüder Barthel und Hans die Derkes von Kloster Ebrach. Sie lagen 1601 mit einander im Streit, weil sie sich bei der Teilung des Ziegeleibetriebes nicht einigen konnten. 1602 hat aber Barthel die Ziegelei inne.

Aus seinem dreijährigen Pachtvertrag erfahren wir, daß er "alles Notdürftige von Holz, Erdreich oder Leimen und anderes mehr, so er hiezu bedürftig, auf seinen eigenen Unkosten für sich selbst allein schicken und schaffen" soll. Das ist der wesentliche Unterschied gegenüber dem Vertrag mit Jorg Truck, dem ja der Abt noch den Lehm zufahren ließ. Barthel muß ferner jährlich 12 Gulden Pacht zahlen und dem Kloster wie früher 1000 Ziegel oder Backsteine um drei Gulden liefern. Als Bürgen stellte er Hans Stettfelder zum Engel bei St. Jakob (eigentlich Agidienspital) und Hans Derleß zu Weidten wohnhaft. Derleß ist gegenüber Derkes die im Vertrag angewandte Namensform. Beide sind unserer Heimat fremd, daher auch die Unsicherheit der Kanzlisten.

Barchels Nachfolger scheint Hans Schmidt gewesen zu sein, der als Ziegler 1616 das Anwesen Gr. Nr. 1 um 120 Gulden erwarb.

Wenn wir von diesen Leuten nicht viel mehr als Übriges erfahren, dann umso mehr von ihrem wohl nicht unmittelbaren Nachfolger Peter Wetzel. Zuerst begegnet uns seine Frau, die Zieglerin, 1623 bei einer Klage der Lindin gegen sie wegen schuldiger 20 Gulden für einen Ochsen. 1624 klagte Hans Roßner zu Walsdorf gegen Peter Wetzel, da er an den 22 Gulden für Holz und Reißig nur 2 Gulden 12 Batzen gezahlt habe. Im gleichen Jahre schuldete Wetzel noch 18 Gulden dem Wolf Herold in Bamberg und 30 Gulden dem Claus Ebert in der Siechengasse für je ein Pferd, dem Pangr. Grieß am Sand 2 Gulden für Korn und Brot und 1625 dem gleichen noch 7 Gulden für geborgtes Geld und ein Schweinlein. Stephan Rebell gab ihm 10 Gulden für seine Knechte und 2 Gulden für ein paar Strümpfe. Als ihm in Bamberg anscheinend niemand mehr borgte, ging er aufs Land; er hatte Schulden in Feigendorf, Kolmsdorf, Schönbrunn und Liesberg. Des Schuldenmachers Abgang entsprach seinem bisherigen Verhalten: Am 4. Dezember 1628 wurde der Klosterverwaltung hinterbracht, daß Peter Wetzel "eigentätigerweise" die Stühle, Dachsparren hinweggehieben, Läden, Türen und 600 Ziegel mitgenommen habe"". Er sitze jetzt hinter den Camerariern d. h. er hatte sich wohl zu Bischberg ein Haus dieser Herrschaft erworben, um wenigstens zunächst dem Gericht des Klosters entronnen zu sein.

Nach dem 30-jährigen Kriege hat 1651 Georg Linck die Gaustadter Ziegelei inne. Ihm sagt der Klosterjäger Simon nach, daß er dem Kloster Holz, Steine und Kalk gestohlen habe; auch sei er ein Schinder (Abdecker) und darum nicht ehrlich. Er habe auch sein Weib nicht ehelich, sondern hurenweise aus Böhmen entführt und sich bisher noch nicht mit ihr trauen lassen. Simon gibt als Quelle dieser schweren Beschuldigungen des Zieglers Geschwei (Schwägerin), wohl die Schwester der Frau, an, die es wissen konnte. Man wird angesichts solcher Vorwürfe an ähnliche Erscheinungen unserer erlebten Nachkriegszeit erinnert.

Darum seien sie auch hier angeführt. Mit ihm hatte das Kloster offensichtlich keine gute Wahl getroffen; er blieb auch nicht lange, denn schon 1654 wird der Gaustadter Ziegler Georg Hoffmann im Zusammenhang mit einer Schlägerei beim Hahnentanz (Hainen Dantz) zu Bischberg genannt. Sein Nachfolger war wohl Hans Stengel. Dieser nimmt, man darf wohl sagen ausnahmsweise, eine ehrengeachtete Stellung im Dorfe ein; denn 1681 amtierte er als Bürger (Dorf )meister. Als solcher mußte er natürlich im Dorfe wohnen, und zwar besaß er wie sein Vorgänger Hans Castner das Anwesen Gr. Nr. 14, das er 1667 von der Kanzlei erwarb, nachdem es längere Zeit leergestanden. Er hatte 1677 einen ärgerlichen Handel mit dem Bamberger Brudermüllerle, Friedrich Wochner, der ihm nach Stengels Behauptung für das Tausend Ziegel fünf Gulden habe geben wollen, während Wochner sich auf "sein Buch" berief, nach dem er nur 41/2 zu bezahlen habe. Der Brudermüller erklärte, derjenige, der "ihm sein Buch verachte oder streitig mache", sei kein ehrlicher Mann. Bemerkenswert ist hier die Erwähnung und Einschätzung des Geschäftsbuches. Auf Mahnung des Richters nämlich gab sich der Ziegler mit 4 1/2 Gulden zufrieden und beide Parteien erklärten sich gegenseitig für ehrlich.

Wie früher brennen auch 1705 zwei Pächter, Jorg Müller und Hans Golitz auf der Ziegelei. Sie beschwerten sich damals gegen den Vogt von Hallstadt wegen der Anforderung der neuen Schanz und Quartiergelder. Es war die Zeit des Spanischen Erbfolgekrieges, der in unsere Gegend Truppendurchzüge und damit Einquartierungen brachte. Die Klosterkanzlei entschied: Da die Ziegelei freieigen und deshalb von allen Lasten bisher ausgenommen gewesen sei, dürfen die Ziegler sich nicht dazu bequemen, und auch der Schultheiß zu Gaustadt dürfe nicht gestatten, daß weder von der Gemein noch der Vogtei Hallstadt Forderungen gestellt werden.

Im Jahre 1708 bittet der Bestandsziegler Georg Rinagel, weil die Pachtjahre verflossen, ihn entweder nach den Tausenden oder nach beigelegtem Bestandsbrief verbleiben zu lassen.

Der Sinn des ersten Vorschlags ist wohl der, seinen Pachtzins in Tausenden von Backsteinen oder Ziegeln leisten zu dürfen; denn 1712 zeigte er der Kanzlei an, daß er 34 000 Backsteine liegen habe. Dieser Rinagel saß also auf seinen Erzeugnissen, das Geschäft ging offenbar sehr schlecht. 1712 wird ihm die Ziegelhütte auf fernere drei Jahre wieder bestandsweise überlassen. Im übrigen hatte er, wie zu erwarten, Schulden; es wurden nur die gegen die Gemeinde zu Bischherg zu 7 Gulden angegeben. Erst 1746 erfahren wir wieder, daß ein Ziegler, Adam Hebeysen, die Ziegelei übernahm. In seinem Bestandsbrief für 1746 1749 heißt es, "daß er zu Bestreitung solcher Ziegelhütten alles Nötige, Holz und Sand, auf seine Kosten außer des Leimens, den er ohne weiteres Entgelt von den daran gelegenen Feldern zu nehmen und zu gebrauchen, auch beizuschaffen", habe. Er gab 3000 Ziegel oder Backsteine, das Tausend um 4 Gulden 30 Kreuzer, und 50 Gulden bar.

Von seinem Nachfolger König (1749/52) kennen wir nur den Namen. Nach fast 20 Jahren erst hören wir wieder von einem Ziegler gelegentlich der Schuldklage des Juden Nathan Brüll 1771 gegen Otto Phil. Eckstein, Ziegler zu Gaustadt, wegen eines Schuldbekenntnisses von 40 Gulden Kapital und 8 Gulden verfallener Zinsen. Es ist die Zeit, in der wir in den Gerichtsbüchern immer wieder von der bäuerlichen Verschuldung an die ,luden lesen. Gegen eben diesen Eckstein klagt Jakob Gönninger, Bürger und Handelsmann zu Bamberg, weil jener mit ihm einen solchen Accord unter dem 13. Juli 1762 geschlossen habe, daß der Ziegler so viel Backsteine, als Gönninger zur Erbauung der Kapelle benötige, liefere und zwar das Tausend um 5 Gulden 12 Kreuzer mit 1 1/2 Laubtaler Leikauf. Eckstein hielt seine Zusage nicht; daher hatte Gönninger Schaden "mittels Zerhauung der Quader anstatt der Backsteine". Das ist so zu verstehen, daß Gönninger beim Fehlen der Backsteine viel mehr Quader benötigte. Das verursachte natürlich mehr Ausgaben und daher die Klage. Der Ziegler dagegen wehrte sich, Gönninger habe den Leikauf nicht bezahlt, daher habe er die Backsteine nicht angefahren. Es handelte sich im ganzen um 20 000 Backsteine. Ein Entscheid fehlt, es hatte anscheinend seine Richtigkeit mit dem nicht bezahlten Leikauf. Bald darauf lernen wir den Ziegler Kaspar Streber anläßlich seiner beabsichtigten zweiten Heirat wegen des dazu notwendigen Consenses kennen. Nach seinem Heiratsgesuch von 1779 waren sechs Kinder mit einem Vermögen von 476 Gulden 44 Kreuzern vorhanden, das allerdings meist nur "in Utensilibus und geringen Meublen", also nicht in barem Geld bestand. Dagegen bringe die Braut 60 Gulden "an ausstehenden sicheren Activis, dazu ein gerichtetes Bett; sie sei auch 40 Jahre alt, somit kaum aus der Ehe ein Kind zu hoffen ist“..

Als einen Sohn dieses Kaspar dürfen wir wohl den Johann Streber betrachten. Im Zinsbuch von 1741 ist auf einer leeren Seite nach Abschluß der Zinsen für Häuser und Felder in ganz fahriger Schrift eingetragen: Johann Streber, Ziegler zu Gaustadt, erstrichen am 24. April 1805. 1803 war durch die Säkularisation Gaustadt aus klösterlichein in neubayerischenBesitz übergegangen. Mit obigem schlampigen Eintrag suchte ein bayerischer Beamter den nunmehr staatlichen Besitz der Ziegelhütte festzulegen. Während man nach der Säkularisation die Erbzinslehen der Bauern in Eigentum umwandelte, wurde ein gepachtetes Anwesen wie die Ziegelei eine "Staatsrealität", die der bisherige Inhaber erst wieder erstreichen mußte, wenn seine Pachtzeit abgelaufen war.

Johann Strebers Witwe Margarete übergab 1820 dem Pankraz Meislein, auch Meuslein genannt, mit ihrer Hand auch die Ziegelei. Dabei lesen wir zum erstenmal die Beschreibung nach Art der Zins oder Lehenbücher: "Die Ziegelhütte mit Wohnhaus und Hofreit und der dazugehörigen Leimengrube".

Damals war also ein Wohnhaus vorhanden. Im Jahre 1837 ging die Ziegelei durch Kauf in den Besitz von Johann Sauer über, der sie aber nicht lange behaupten konnte. Denn schon am 3. Dez. 1839 erwarb sie Ullrich Ritter aus der Sauer'schen Konkursmasse um 5400 Gulden. Überblickt man die "Geschichte“ der Gaustadter Ziegelei, so muß man feststellen, daß sie kein Gewinn bringendes Unternehmen darstellte. Woran das lag, an den ungünstigen Verträgen, die einseitig nur zum Nutzen des Klosters berechnet waren, oder an der fehlenden Geschäftstüchtigkeit der Pächter, da den offenkundig wenig rentierenden Betrieb kaum ein strebsamer Ziegler pachtete, oder an der schädigenden Konkurrenz, das läßt läßt sich heute kaum mehr sicher feststellen. Gerade wegen der Konkurrenz sei darauf verwiesen, daß z. B. auch in Bischberg und Dörfleins anscheinend gut gehende Ziegeleien lagen, die ihre Erzeugnisse auf dem Wasser nach Bamberg brachten, Dörfleins z. B. zu Erneuerungsarbeiten der Oberen Pfarre. Dann betrieb das Elisabethen Spital im benachbarten Tütschengreuth eine Ziegelei, auf der i. j. 1600 ein Paul Schuhmann saß.