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Zinsbuch von 1424

Im Jahre 1424 legte man das Liber censualis omnium officiorum d. i. Zinsbuch aller (Kloster ) Amter an, deren außer den Vikaren acht aufgeführt werden 41. Damit dient es als Gegenstück und als Ergänzung der dem Abt vorbehaltenen Einkünfte, wie sie uns aus dem Jahre 1370 vorliegen. Von Gaustadt selbst beziehen nur vier Amter Einnahmen. Dem Cell(er)arius zinsen folgende Höfe und Personen: 1. Kellerelhof (Gr. Nr. 39), 2. Gundlochhof (53), 3. Hans Stürmer (6), 4. Hans Eidielberger (5), 5. Hans Flade (14), 6. Cunz Übelein (12), 7. Heinz vom hoff (Abteihof, 48), 8. Seitz Kostner (18), 9. Peyer (11), 10. Hans Vollant (34), 11. der Junckfrawen höfflein (35), 12. Dyttrich Kraus (36), 13. Hermann Schneider (37), 14. Eberhard Folker (38)

Der Cell(er)arius oder zu deutsch Kellner hatte für den Lebensunterhalt der Klosterinsassen zu sorgen. Er vereinnahmte in Gaustadt die Mehrzahl der Zinsen und Gülten. Nach ihm folgen die des Custos, dem die Seelsorge der Bewohner der Klosterimmunität oblag. Ihm zinsen: 1. das Haus des Hans Stretz (26), 2. Heinz Kaudler (24), 3. Hermann Karg (20), 4. die Hofstatt, die Cunz Hoffman bestanden d. h, gepachtet hat (19), 5. das Jungfrauenhöflein (35) und 6. Haus und Garten "auf dem perg bey dem Gundloch".

Dieses Anwesen kommt immer wieder mit seinem Zins und Zehnten vor; es ist aber in Gaustadt nirgends unterzubringen. Wahrscheinlich ging es schon im Gundlochhof auf, wurde aber gewohnheitsmäßig in den Büchern weitergeführt. Der Oblarius, der die Obleien, Pfründen verteilt, empfängt als dritter von Hans Stürmer (5 V ) und Hans Vollant (5) je neun Viertel Korn und drei Schilling. Zuletzt wird der Infirmarius aufgeführt, der Verwalter der Krankenstube, mit zusammen 108 Heller jährlichen Zins von sechs Anwesen. Die dem Custos abgabepflichtigen Häuser stellen offensichtlich Neugründungen dar. Dafür sprechen schon die Abgaben: Zwei Häuser müssen jährlich je zwei Gulden entrichten und zeigen damit an, daß man sie erst erbaute, als die Guldenwährung schon durchgedrungen war. Das konnte kaum vor 1350 geschehen sein, die beiden anderen beweisen durch die gleichen Zinse und Gülten von je 1 1/2 Pfund Geld Walburgis und Martini, 2 Käsen je Pfingsten und Weihnachten und 30 bzw. 40 Eiern an Ostern den gleichen Gründungsakt. Beide wurden, das ist deutlich erkennbar, aus dem ursprünglichen großen Hof Gr.Nr. 21 herausgeschnitten. Warum und wie das geschah, darüber werden uns spätere Teilungen belehren.