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Gemeindehäuser

Martinet hat in seinem § 22 (S. 76) einen eigenen Abschnitt über "das Gemeinde , Schul- und Hirtenhaus zu Gaustadt". Danach könnte es scheinen, als ob es drei Gemeindehäuser gegeben habe. Man könnte auch nach ihm meinen, daß am 28. August 1628 Abt Veit eine neu erbaute Behausung zum erstenmal verliehen habe. Das entspricht seiner mangelnden Urkundenkenntnis.

Aber schon 1617 empfingen von Abt Johannes Müller (1593 - 1627) Hans und Wolf die Blümlein als Träger der Gemeinde ein Haus, "so vor diesem ihr Hirtenhäuslein (Hürthenheußlein) gewesen und mit Bewilligung des Abts zu einem Gemeindehaus verändert und erbaut worden". Die Lage wird beschrieben . vorne auf die Gemeinstraße nach Bischberg, hinten an Balthasar Kraus (Nebenhäuslein von PI.Nr. 21), oben gegen das Brücklein (über den Bach) zu an Claus Güla (21) und hinten an Hans Ott (24).

Das Kloster besitzt die Vogtei und Botmäßigkeit wie auf dem Kellereihof. Die Gemeinde zinst eine Fastnachthenne. Dazu heißt es: Und wann ein Träger (des Gemeindelehens) abstirbt, soll innerhalb 14 Tagen ein anderer geordnet und ihm um ein gebührliches Schreibgeld geliehen werden, auch von einem jeden angehenden Herrn (Abt) mit Briefen (Urkunden) samt einem Gulden Handlohn und einem Gulden Schreibgeld empfangen werden.

Damit war den Formalitäten des Lehensrechts Genüge getan. Die vorhandenen Lehensbriefe der Folgezeit beweisen die Erfüllung der Verpflichtungen. Die obigen Einträge der Michelsberger Zinsbücher werden ergänzt durch die Belehnungsurkunde vom 24. September 1618, der ersten dieser Art, nach. der Schultheiß Hans Löhr und Wolf Blümblein für die Gemeinde ein Zinslehen empfingen. Alle diese Angaben beziehen sich auf die heutigen PI.Nrn. 22 und 23, ohne daß wir Näheres über den Erwerb oder über die Vergrößerung erfahren.

Mit dem oben erwähnten Hirtenhäuslein kommt man schwer zurecht. Bei der Beschreibung des Jakobsguts (9) liest man 1470, daß es "vorn an das Hirtenhaus" stößt. So heißt es noch 1617, aber nicht mehr 1741, jedenfalls kann dies Hirtenhaus nicht das der Belehnungsurkunde gewesen sein. Hier macht sich das Fehlen der Gemeinderechnungen, die vielleicht Aufschluß geben könnten, besonders bemerkbar. Jedenfalls war 1618 das neugebaute Gemeindehaus vorhanden. Die Belehnungsurkunde von 1745 bringt eine Neuerung: am 28. Juli empfingen Michel Stierlein und Andres Sauer "ein zwei Stockwerk hohes Gemeindehaus, worinnen eine Schmitten samt gleich gegenüber stehendem Hirtenhäuslein“. Das wird 1760 ergänzt durch die Angabe, daß im Gemeindehaus "eine Schmiedten samt gleich gegenüberstehenden Schul und Hirtenhaus" vorhanden sei ". Wir haben uns also vorzustellen, daß das Haus PI.Nr. 22 unten die Schmiede, oben die Gemeinderäume, PI.Nr. 23 den Schulsaal, enthielt. Beide Häuser fielen der Erhöhung und Verbreiterung der Straße zum Opfer.