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Abtei- und Kellereihof

Unter den aufgeführten Zinsgütern des Cellarius von 1424 wird als erstes die Curia Cellarii, der Kellereihof genannt. Unter dem Heinz vom Hof des gleichen Zinsbuches verbirgt sich der Inhaber des östlich davon gelegenen, angrenzenden größeren Hofes, der unter seinem wirklichen Namen Heinz Eberhart nach dem Zinsbuch von 1430 die Curia Abbatis, den Abtshof, bebaut. Der Häuser und Rustikal Steuer Kataster von 1808 weist noch den ursprünglichen, zusammenhängenden Umfang der beiden Höfe mit den Gr. Nr. 39 bis 48 auf, der die einstigeZusammengehörigkeit und die spätere Teilung mit Grund vermuten läßt. Beide Höfe zeigen ihre frühere Verbundenheit durch die Art ihrer Abgaben: Sie reichen an Abt und Kellner keine Zinse an Geld, sondern nur Naturalien, die sich anfangs noch ändern, bis sie später fest werden. Beide geben auch das Hauptrecht.

Das Schicksal der beiden Höfe verläuft nicht gleichmäßig. 1424 bebaut den Kellereihof Fritz Stretz, 1430 Hans Stretz; von beiden wissen wir nichts über das Lehensverhältnis. Erst 1432 heißt es von Cunz Hofmann zu Bamberg, daß er den Klosterhof, den Hans Stretz einige Zeit gebauet, von U. L. Frauen Licht-messe an 12 ganze Jahre gepachtet hat ". Auf ihn folgt Hans Linsner, Heinz Rascher, Welz Amlung, Hermann Pappe und Craft Hoffmann 12. 1481 empfängt den Hof auf drei Jahre Hans Eichelberger und seine Frau Gerhaus; dieser Vertrag wird bis 1487 verlängert ". Dann aber tritt die entscheidende Wende ein: Am Montag nach Lichtmeß (5. Februar) wird den genannten Eheleuten der Kellereihof geliehen zu rechtem Erbrecht . Damit wird aus dem Pachthof ein Erbzinslehen und damit praktisch Eigentum Eichelbergers. Der jährliche Zins wird festgelegt und zum erstenmal das Handlohn zu 10% des Kaufwertes mit 60 Gulden berechnet. Damit schätzte man damals den Wert. des Hofes auf 600 Gulden. Nach dem Zinsbuch von 1430 baut den sog. Abtshof Heinz Eberhart, der als Inhaber des Hofes auch Heinz Hofman heißt. Mit ihm trat insofern eine Änderung ein, als der Abt den Hof vorher selbst baute durch seine eigenen Leute. Dann hatten ihn etliche Jahre Heinz Eberhart und nach ihm Albrecht Lengenfelder, "vmb halp zu pawen" d. h. um die Hälfte der Erträgnisse. Das scheint sich aber nicht bewährt zu haben, denn 1467 verläßt Abt Eberhard den Hof an Hansen Eichelberger, der später den Kellereihof pachtet, gegen bestimmte Naturalabgaben. Im nächsten Jahr aber verpfändet das Kloster den Hof an den Chorherren von St. Stephan Herrn Hans Zollner, der dafür die Schuld von 1042 Gulden, die das Kloster an Lamprecht Lorber hat, übernimmt und daraus ein Seelgeräte, nach seinem Tode alle Wochen zwei heilige Messen stiftet. 1477 übergibt der Chorherr dem Kloster wieder den Hof, den die alt Amling, die Witwe Welz Amlings, baut; er behält sich gewisse Reichnisse vor und stiftet unter Änderung seiner vorherigen Meinung einen Jahrtag. 1482 wird schließlich der Abtshof dem Craft Hofman und Katharina, seiner Frau, zu Erbrecht gegeben; er zahlt 75 Gulden für Erbrecht und Handlohn. Zugleich legt man fest, daß der Inhaber des Kellereihofes durch den Abteihof fahren darf, so oft er will.