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Geschichte unseres Heimatdorfes Gaustadt

Zusammengestellt und bearbeitet nach den vorhandenen restlichen Unterlagen
der Chronik von 3. Bürgermeister Georg Pfuhlmann vom 2.4.1949

1628 - 1658

Im Jahre 1628 erbaute Abt Veit in der Nähe der heutigen Bürgerbräu ein Gemeindehaus (an diesem Platz stand bis jetzt ein Hirtenhäuslein) und verlieh es der Gemeinde. Für diese Bewilligung hatte Gaustadt als Zinsdarlehen jährlich ein Fastnachtshuhn zu zahlen. Dieses Haus soll zwei Stockwerke hoch gewesen sein. Auf dem Gemeindehaus befand sich die Gemeindeglocke mit welcher Lärm gemacht und auch das "Ave Maria" vom Gemeindeschmied geläutet wurde. In diesem Haus wohnten auch die Schulmeister und hielten dort Schule. Zu diesem Zweck wurden von der Gemeinde Bänke und Stühle angeschafft. Dieses Haus stand bis zum Jahre 1839, wo am 3. 11. der Einzug der Schuljugend und des Lehrers in das neuerbaute Schulhaus erfolgte.

Mit Beginn des Dreißigjährigen Krieges (1616 -1648) hatten die Einwohner Gaustadts schwer unter den jeweiligen Besatzungen zu leiden. Aus den Urkunden ist immer wieder ersichtlich, dass die Gemeinde sehr hohe Kriegskontributionen zu zahlen hatte. Zum größten Unglück brach im Jahre 1630 die Pest aus. Dieselbe hat sehr viele Leute hinweggerafft. Während sich der Kaplan Popplein für das Seelenheil der Kranken annahm, sorgte Martin Ott, der von Dörfleins abstammte und Gemeindegenossener zu Gaustadt gewesen, für das leibliche Wohl der Kranken im Dorf durch Geld und Pflege, indem er Wärter berief und unterhielt, Geschirre kaufte und die Verstorbenen begraben ließ. Dabei diente ein Armenhaus, wo die Armen verpflegt wurden, als Spital. Über die Lage des Armenhauses wird nichts berichtet. Die Krankheit scheint mit außerordentlichem Durst verbunden gewesen zu sein, da laut Gemeinderechnung 3 Pfd. 10 Pfn. für Wasserbutten und Stützen ausgegeben wurden, um den Kranken Wasser zuzutragen; ferner 4 Pfd.9 18 Pfn. und 21 Pfn. für Krüge und Häfen. Dreizehn arme Leute ließ Martin Ott auf seine Rechnung zu Grabe führen und begraben. Er unterlag im Oktober des Jahres 1630 der Pest und vermachte letztwillig die Hälfte seines ganzen Vermögens der Gemeinde Gaustadt mit der ausdrücklichen Bestimmung: "Für die Zukunft" Armen und Notdürftigen mit Labung und Wart behilflich zu sein, während die andere Hälfte seinen Verwandten in Dörfleins zufiel.

1631 wurden für die Leute zum Schutz gegen die Pest aus der Apotheke Büchslein geholt, die in der Gemeinde Gaustadt, ausgeteilt wurden. Zum Dank für Errettung aus dieser Seuche haben unsere Vorfahren im Jahre 1652 zu Ehren des hl. Sebastian an dem nordwestlichen Fuße der Terrasse des oberen Wirtshauses zu Gaustadt (neben der jetzigen alten Kirche) eine sogenannte Pestsäule errichtet (diese Säule steht heute noch). Vermutlich wurde schon zu dieser Zeit auf dem Platze, wo die jetzige alte Kirche, steht, zu Ehren des hl. Sebastian eine kleine Kapelle gebaut, die 10´ lang und 8´ breit war und im Jahre 1732/33 laut G. R. das erste Mal erwähnt wurde. Dicht neben der Kapelle stand das Brunnenhaus. Zwischen dem Brunnenhaus und dieser Kapelle stand unter dem freien Himmel ein Bildnis des hl. Sebastian, wo seit einer Viehseuche im Jahre 1729 in der Oktav des hl. Sebastian Betstunden durch den Schulmeister abgehalten wurden. Errichtet wurde das Bildnis 1731/32. Das erste Kirchwiegfest war im Jahre 1693, welches dann immer am 2. Pfingstfeiertage abgehalten wurde. An diesem Tage wurde auch durch den Pfarrer von Bischberg in der Kapelle immer eine hl. Messe gelesen, was aus dem Bericht der Gemeinde vom 17.12.1736 hervorgeht, wo es heißt, dass in der Kapelle nur der Priester und die Ministranten Platz hatten und auf dem Altare keine brennenden Kerzen zu halten waren.