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Alte Gaustadter Höfe

Das älteste Anwesen Gaustadts war der Hof Kreutzer. Schon im 14. Jahrhundert wird es urkundlich erwähnt. Dieses Gehöft ist nicht mehr vorhanden, es wurde durch Neubauten ersetzt. Weiter wäre das Gebiet um die Bürgerbräu zu nennen, das war ein sehr großer Hof. Ebenso das Anwesen der Familie Leicht. Diese Höfe wurden in der Zeit um 1600 und später von gewissen "Rollen" des Kloster Michelsberg verwaltet, z.B. vom Mundschenk oder vom Kellermeister. Der Bruder "Arzt" zog ebenfalls aus Gaustädter Höfen seine Einnahmen. Der Hof, der an der Stelle stand, den die spätere Brauerei - heute das obere Wirtshaus - einnahm, zu dem auch der heutige Pfarrhof gehört, wurde später geteilt. Die Teilung wurde nötig, weil die Hintersassen (die Abhängigen also, Famulus - also Knechte - ) einen Teil der Höfe als Entlohnung verlangten. Wie solche Teilungen aussahen, zeigt der Hof in der Flößergasse, dessen hinterer Teil der eigentliche Hof Bernreuther ist. Der vordere, an der Straße gelegene Teil, heißt der "Hinker". Der Hinkerhof hat seinen Namen von seinem ersten Besitzer, der, durch eine Behinderung bedingt, hinkte. Der "Hinker" setzte vor den Bernreuther-Hof ein neues Haus und arbeitete auf dem Hof weiter als Knecht. Im übrigen stehen von den eigentlichen Höfen, ihren Stallungen und Scheunen im Original keine mehr.

ERgänzungen von Andreas Stenglein

In dem leider nicht namentlich gekennzeichneten Artikel sind ein paar Sachen durcheinander geraten, die man so nicht stehen lassen kann.
Das älteste urkundlich erwähnte Anwesen ist der 1071/72 vom Bamberger Kanoniker Erkenbertus dem Kloster Michelsberg gestiftete Hof mit der heutigen Bezeichnung Hauptstraße 32a. Nicht ganz korrekt wird der Hof öfter Erchanbrechthof oder Erchanbrechtsgut bezeichnet. Geläufig ist Kellereihof.

  1. Der Hof Kreuzer in der Bachstraße 1, das sog. Jakobsgut, ist jüngeren Datums.
  2. Bei den Höfen im Bereich der Bürgerbräu ist zu differenzieren. Es handelt sich durchwegs um Michelsberger Lehen, die später aus Teilungen des Kellereihofes entstanden sind
    •    Hauptstraße 26 (Jungfrauenhöflein, Wirtschaft)
    •    Flößergasse 1 (Bernreuther)
    •    Hauptstraße 24 (Sperl, aus Flößergasse 1 gezogen; der Name Hinker ist ohne Bedeutung)
    •    Flößergasse 6 (Röthlein, Wörner)
    •    Hauptstraße 19 (Schell)
    •    Hauptstraße 21 (Heberlein, aus Hauptstraße 27 gezogen)
    •    Hauptstraße 27 (Knoblach, Grimmer).
  3. Leicht Johann (*1739) verheiratet mit Hofmann Barbara (*1742) und Lieb Barbara, geb. Gesell (*1768), hatte u. a. einen Sohn Johann Georg (*10.1.1771), verheiratet mit Stirnlein Kunigunda. Dieser war Besitzer des sog. Abtshofs (Fischergasse 6), der aus dem Kellereihof gezogen war. Über seinen Schwiegervater Stirnlein Nikolaus kam er zum Anwesen Bachstraße (heute Martin-Ott-Straße) 12. Sein Sohn Kaspar (*25.7.1807) hatte zwei Söhne, nämlich Johann Karl (*15.1.1850) und Johann (*1.4.1833). Johann Karl ist der Begründer der Gaustadter Linie Leicht, Johann der der Bischberger.
  4. Der Gundlochhof gehörte als Lehen dem Kloster Michelsberg, dann dem Domkapitel und schließlich wieder dem Kloster. Dominante Höfe dieses Areals waren die Gastwirtschaft mit dem an sich verkehrten Namen Oberes Wirtshaus(1)  und das heutige Pfarrhaus. Die Begründung für die Aufteilung des Hofes hat der Artikelschreiber von irgendwelchen Schriften falsch abgeschrieben, wie sich unschwer aus der falschen Handhabung des Singulars famulus für Hintersassen statt des Plurals famili ableiten lässt.
  5. Die Gaustadter Höfe wurden nicht von „Rollen“ oder dergleichen verwaltet. Die von den einzelnen Höfen zu tragenden Lehen gingen ans Kloster, an den Cellerarius, der sie auf die verschiedenen Stellen wie den Custos, den Oblarius und den Informarius aufteilte (damit sich alle auf Kosten der Untertanen ein einigermaßen sorgenfreies Leben leisten konnten).

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 1)    Der Name Oberes Wirtshaus auf dem Knock lag auf dem gegenüber liegenden und um 1750 eingegangenen Wirtshaus in der Hauptstraße 40

A. Stenglein, im März 2006