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Sanierungsplan enttäuscht

GAUSTADTER FREIBAD Die Umbauvariante "2" überzeugt den Bürgerverein nicht. Sie sieht vor, auf´s Nichtschwimmerbecken zu verzichten und die Wasserfläche zu halbieren.

vom Redaktionsmitglied Gertrud Glössner-Möschk, Fränkischer Tag

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Bamberg - Zwei Herzen schlagen in der Brust des Bürgervereins: Die Gaustadter freuen sich sehr, dass die Sanierung ihres Freibades gesichert ist und der erste Bauabschnitt schon im Herbst beginnen wird. Auf der anderen Seite sind sie enttäuscht über den Sanierungsplan, den die Stadtwerke Bamberg dem Bürgerverein vor kurzem in dessen Jahreshauptversammlung vorgelegt haben.

BV-Vorsitzende Daniela Reinfelder und ihr Mitstreiter Peter Röckelein konstatierten mit gelindem Schrecken, dass in der ihnen vorgelegten "Variante 2" eines Heidelberger Planungsbüros das jetzige Nichtschwimmerbecken ersatzlos wegfallen und mit Holzplanken überdeckt werden soll. Die Reduzierung der Wasserfläche auf etwa die Hälfte - im jetzigen Schwimmerbecken müssten sich künftig Schwimmer, Nichtschwimmer und Springer gemeinsam tummeln - würde dem großzügigen Gaustadter Freibad den Charakter eines Familienbades nehmen, so der BV-Vorstand.

In einem Becken Schwimmen, Plantschen und Springen zu kombinieren, ist unmöglich.

So der DLRG-VORSITZENDER ÖHLEIN.

Um dies zu verhindern und um den Sanierungsplan in breiter Öffentlichkeit zu diskutieren, lädt der Bürgerverein am 14. Juni um 19.30 Uhr in das Gaustadter Sängerheim ein, wo alle interessierten Bamberger mit Vertretern der Stadtwerke über die Neugestaltung diskutieren können.

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Ein weiteres Anliegen des Bürgervereins ist es, an diesem Abend vielleicht auch engagierte Bürger zu finden, die sich zu einer Betreibergesellschaft für das Freibad formierenkönnten und darin mitarbeiten wollen. Die Stadtwerke favorisieren nämlich ein solches Betreibermodell - das aber der Bürgerverein mit seinen nur 200 Mitgliedern nach eigener Aussage nicht allein schulternkann.

Zurück zum Planentwurf, von dem nicht nur der Bürgerverein, sondern auch die Stammgäste des Freibades bitter enttäuscht sind, zumal nicht nur ein Becken geopfert werden müsste, sondern auch noch der Kiosk in eine relativ "tote" Ecke ohne Blick auf die Becken (und die Kinder) versetzt werden müsste.

Der Bürgerverein hat in der Zwischenzeit Kenntnis erhalten, dass die Architekten dieses Plans auch eine "Variante 1" erarbeitet haben, die in der Jahreshauptversammlung aber nicht vorgestellt wurde. In den Augen von Reinfelder und Röckelein sieht diese sehr viel freundlicher aus: Das Schwimmerbecken würde in seinen alten Ausmaßen erhalten bleiben, das darunter liegende Nichtschwimmerbecken auf zwei Drittel der derzeitigen Fläche reduziert und daneben ein Planschbecken für kleine Kinder gebaut. "Ein idealer Vorschlag", flinden Reinfelder und Röckelein, zumal die veranschlagten Mehrkosten nur etwa 200 000 Euro betragen und die jährlichen Unterhaltskosten verschmerzbare 10 000 Euro teurer wären. Ziehe man ins Kakül, dass die Unterhaltskosten bei neuen Becken und neuer Technik ohnehin weit unter den derzeitigen Kosten liegen, dürfte die Entscheidung für die bessere Variante doch nicht schwer fallen, meinen die Vertreter der Bürgervereins.

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Ein weiteres gewichtiges Argument gegen die Zusammenlelegung von Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken hat die seit 50 Jahren im Gaustadter Bad Aufsicht führende Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, Ortsverband Bamberg-Gaustadt, gegenüber dem Bürgerverein und den Stadtwerken schon deutlich gemacht: die Sicherheit. Wenn sich an heißen Tagen Hunderte von kleinen und großen Menschen auf einer nur noch halb so großen Wasserfläche tummeln müssten, werde das der Sicherheit alles andere als zuträglich sein, sagt Gerhard Öhlein, der Erste Vorsitzender des DLRG-Ortsverbandes.

Sollte das Gaustadter Freibad nach der ersehnten Sanierung zum "Sardinenbad" werden, befürchtet Peter Röckelein die "Abstimmung mit den Füßen".

Was sagt die Expertin?

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Dagmar Geyer ist fassungslos, wenn sie daran denkt, dass es einmal das große Nichtschwimmerbecken im Gaustadter Freibad nicht mehr geben könnte. Für sie und ihre Kinder Maria und Jonas ist das Bad die ideale Sommeroase und ein Familienbad, wie sie es sich nicht besser vorstellen könnte. Hier kann sie ihre Kinder sorglos alleine herumtollen lassen und findet sie jederzeit wieder, weil sie von der Café-Terrasse aus den denkbar besten Überblick auch auf das Nichtschwimmerbecken hat. Außerdem ist das Bad für die Familie fußläufig und ohne großen Zeitaufwand erreichbar. Schon am Morgen schwimmt Dagmar Geyer hier ihre Bahnen; am Nachmittag begleitet sie ihre Kinder. Wenn eines der Becken wegfallen würde und sich Schwimmer und Nichtschwimmer ein Becken teilen müssten, wäre für sie der Reiz des Bades erheblich geschmälert. Oder anders ausgedrückt: "Unsere Lebensqualität wäre weg". Sich auf den Weg ins Stadionbad oder nach Hallstadt machen zu müssen, mag sie sich nicht ausmalen. Dagmar Geyer verweist aber auch auf einen anderen Aspekt: Im Gaustadter Freibad verbringen Menschen vieler Nationalitäten ihre Freizeit gemeinsam und kommen bestens miteinander aus. Im Sommer sind die Kinder von der Straße weg. "