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Naturerlebnisbad Gaustadt

Das Gaustadter Freibad muss erhalten bleiben

Das Gaustadter Freibad liegt uns allen am Herzen, nicht nur, weil es mittlerweile auf eine 50jährige Geschichte zurückblicken kann, sondern weil es in seiner ausgesprochen schönen Lage eine nicht wegzudenkende Einrichtung für Familien, Jugendliche und Senioren weit über Gaustadt hinaus darstellt. Leider ist der Bestand des Gaustadter Bades in Gefahr. Die Stadtwerke haben derzeit kein Interesse, größere Investitionen im Bad zu tätigen. Mittelfristig muss daher mit dem Schlimmsten gerechnet werden. Höchste Zeit für uns, dass wir uns Gedanken über den Erhalt unseres Bades machen. Einen Weg, den bereits viele von der Schließung bedrohter Bäder in Deutschland gemacht haben, ist die Umgestaltung in ein Naturerlebnisbad. Um eine Vorstellung von dieser reizvollen Vision zu bekommen, sind alle Gaustadter Bürgerinnen und Bürger und selbstverständlich auch über die Ortsgrenze hinweg alle Schwimmbadfreunde und Interessierte herzlich eingeladen zu einem Informationsabends mit anschließender Diskussion am Mittwoch, den 27.April 2005 um 19:30 Uhr im DLRG-Heim, ERBA -Spitze (erreichbar über die Schwarze Erücke)

Dle GAL, Ortsgruppe Gaustadt freut sich auf Ihren Besuch!

Herr Claus Schmitt von der WasserWerkstatt, die die Planung des Ebracher Naturbades vorgenommen hat, wird das Konzept des Naturerlebnisbades und die damit verbundenen Gestaltungsmöglichkeiten vorstellen.

Für die Podiumsdiskussion unter der Moderation von Peter Gack (Stadtrat) sind zudem Herr Öhlein (DLRG) sowie Vertreter der Stadtwerke und des Bürgervereins geladen.

Als Naturbad bezeichnet man eine öffentliche Badeanlage im Freien, bei der die Reinigung des Badewassers allein auf natürliche Reinigungsprozesse zurückzuführen ist. Dabei wird das Funktionsprinzip der Selbstreinigung des Wassers durch ein biologisches Gleichgewicht - wie es auch in der freien Natur vorkommt - auf das Naturbad übertragen. Ein entscheidender gesundheitlicher Aspekt kommt hier zum Tragen, nämlich der Verzicht auf Chlor und andere chemische Zusätze. Dadurch ist das Wasser nicht nur angenehmer im Geruch, sondern verursacht auch keinerlei Reizungen von Binde- oder Schleimhäuten. Die Wasserqualität wird dabei selbstverständlich von den Gesundheitsämtern überwacht.

Ein spezielles Angebot an Sport-, Spiel- und Freizeitflächen schafft eine abwechslungsreiche Erlebniswelt im Naturbad. Das Element "Wasser" wird in die unterschiedlichen Bereiche des Spielens integriert. Natürliche Baumaterialien wie Sand, Holz und Steine unterstreichen das ganzheitliche Konzept und zaubern Urlaubsatmosphäre.

In gestalterischer Hinsicht können viele Wünsche erfüllt werden. Denken lässt sicht nicht nur die Nutzung als Eisfläche im Winter, auch Kombinationen mit einer Saunalandschaft sind möglich.

Neben ökologischen, gesundheitlichen und erlebnispädagogischen Vorteilen bietet ein Naturbad aber auch entscheidende ökonomische Vorteile.

VJ.SA.P- Peter Gack, Titusstraße 121, 96049 Bamberg

"Chlorfrei und kostengünstig"

Bürger diskutierten Vorschlag für ein Naturerlebnisbad in Gaustadt

Ist das Gaustadter Freibad noch zu retten und wenn ja, wie? Diese Frage stellte die Ortsgruppe Gaustadt der Grün-Alternativen Liste im DLRG-Heim und informierte über eine mögliche Antwort: die Umgestaltung in ein Naturerlebnisbad.

(Bad.JPG; 144 kB)

Wie gefährdet das Gaustadter Freibad sei, machte GALStadtrat Peter Gack eingangs deutlich. "In Zeiten knapper Kassen stehen - nicht nur in Bamberg - Schwimmbäder leider ganz oben bei den Sparvorschlägen."

Dass es aber auch anders geht, darüber informierte Claus Schmitt von der WasserWerkstatt, der langjährige Erfahrungen mit Naturbädern hat. Zunächst stellte Schmitt klar, dass moderne Naturbäder von der oft noch gängigen Vorstellung von einem Badeteich mit Kiesschüttung weit entfernt seien: "Wir bauen als Naturbäder auch ganz normale Freibadanlagen mit Umlaufbecken, 50-m-Becken und mit getrenntem Kinderbecken", so Schmitt. Auch beim Gaustadter Bad könnten seiner Einschätzung nach die vorhandenen Becken für ein Naturbad genutzt werden.

Im Gegensatz zum konventionellen Freibad arbeiten Naturbäder hauptsächlich mit biologischer Reinigung, erläuterte der Fachmann. Bei Naturbädern stünden die Schwimmbecken in ständigem Austausch mit den Reinigungsbecken, wo auf natürliche Weise (durch Wasserpflanzen und -tiere) das Wasser gereinigt und in die von den Badegästen genutzten Becken zurückgepumpt werde. Auf Chlor wird so ganz verzichtet - "ein enormer Kostenfaktor, der jeden Tag zu Buche schlägt", betonte Schmitt. Dass der laufende Betrieb finanziell so günstig kommt, liegt laut Schmitt, neben dem Verzicht auf Chlor auch noch daran, dass eine deutlich geringere Pumpenleistung benötigt wird. "Allein bei den Chemikalien lassen sich gut 18 000 Euro sparen und den Pumpenstrom kann man bei Naturbädern um 75 bis 80 Prozent reduzieren", prognostizierte Schmitt. Dass auch die Sanierung von Naturbädern wesentlich kostengünstiger zu bewerkstelligen ist, untermauerte Schmitt mit vielen Praxisbeispielen. In Kaufering konnte nach seiner Darstellung ein Bad mit 1800 qm Wasserfläche für nur 1, 1 Mio. Euro in vier Monaten saniert werden. Ganz in der Nähe, in Ebrach, wurde das dortige Bad für 620 000 Euro saniert, die jährlichen Betriebskosten (ohne Personal) liegen dort bei ca. 20 000 Euro.

"Klar muss man sich allerdings darüber sein, dass es sich beim Naturbad um ein belebtes Wasser und eben nicht um einen Chemiepool handelt. Da wird es auch Käfer, Libellen oder geringfügige Algenbildung geben, und im Schwimmerbecken wird man wahrscheinlich nicht immer bis zum Boden sehen," so Schmitt. Gerade das begeisterte bei der Diskussion wiederum einige Naturbad-Fans, die die natürliche und spürbar hautfreundliche Wasserqualität besonders hervorhoben.

Die Diskussion ergab noch viele Verbesserungsvorschläge, auf die insbesondere Horst Besler hinwies. Sie reichten von einem Beach-Volley-Ball-Feld bis zu einer Saunalandschaft und Wohnmobilstellplätzen auf dem Parkplatz. Als eine hervorragende Stärke des Gaustadter Bades nannten viele Diskussionsteilnehmer den Erholungswert und die Einbindung in die Natur. Diese Besonderheit könnte man durch eine Sanierung zum Naturbad noch herausarbeiten. So fand auch der Vorschlag eines neuen Namens - "Wald-Erholungsbad Gaustadt" - breite Zustimmung.

Daniela Reinfelder vom Bürgerverein Gaustadt stand dem Projekt Naturbad offen gegenüber, sah aber noch Informationsbedarf bei den Verantwortlichen und bei den Nutzern und Nutzerinnen des Freibades. Aufklärungsarbeit will nun der Bürgerverein in weiteren Veranstaltungen leisten, z.B. bei einer Besichtigungsfahrt in ein bestehendes Naturbad. Auch die Ortsgruppe der GAL kündigte an, sich weiterhin für einen Erhalt des Gaustadter Freibads, vielleicht als Naturbad, einzusetzen.