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Freibad-Sanierung auf der Kippe?

ZWEITE CHANCE Nach Ablehnung der Mittelfreigabe für Gaustadt hat sich OB Starke eine Empfehlung des Stadtrats für die 600 000 Euro teure Renovierung der Gebäude geben lassen.

VON UNSEREM FT-REDAKTIONSMITGLIED GERTRUD GLOSSNER-MOSCHK

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Bamberg - Die Sanierung des Gaustadter Freibads ist trotz der Beteuerungen aller Stadtratsfraktionen, das Bad erhalten zu wollen, derzeit nicht gesichert: Der Aufsichtsrat der Bäder GmbH unter dem Dach der Stadtwerke hat in seiner Sitzung am 15. Februar die notwendige Genehmigung zur Freigabe von 600 00 Euro verweigert. Diese Summe wäre für die Sanierung der Gebäude auf dem Gelände nötig.
Als Aufsichtsratsvorsitzender der Bäder GmbH war Oberbürgermeister Andreas Starke von dem knappen Abstimmungsergebnis unangenehm überrascht worden. Gestern hat er seinerseits den Stadtrat überrascht und in einem kurzfristig anberaumten Tagesordnungspunkt dringend darum gebeten, dem Aufsichtsrat zu empfehlen, in seiner nächsten Sitzung am 29. März die im Wirtschaftsplan 2007 ausgewiesenen Mittel freizugeben, damit noch im Herbst 2007 mit den Bauarbeiten begonnen werden könne. Bis es gestern Abend zu dem einstimmigen Beschluss des Stadtrats kam - der allerdings immer noch keine Garantie für einen Baubeginn in diesem Jahr bedeutet - wurde wieder einmal kräftig ausgeteilt:
CSU-Fraktionsvorsitzender Dr. Helmut Müller und CSU-Stadtrat Peter Neller outeten sich als zwei jener fünf Aufsichtsratsmitglieder, die sich gegen die Mittelfreigabe ausgesprochen hatten. Nellers Begründung: Es liege noch kein schlüssiges Konzept für das Gebäude vor. OB Starke konstatierte darauf hin, dass sie beide wohl "in völlig verschiedenen Sitzungen" gewesen sein müssten. Natürlich gebe es ein "ganz schlüssiges Konzept".
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Müller wiederum vermisste ein Betreibermodell, das die örtlichen Vereine in die Pflicht nimmt. "Wenn wir denen jetzt das Haus renovieren, haben die keinen Grund mehr, sich zu rühren. "
SPD-Fraktionsvorsitzender Heinz Kuntke - ebenfalls Mitglied im Aufsichtsrat - fand Nellers Argument "weit hergehold und nannte e* s "den Versuch einer nachträglichen Rechtfertigung. Den Protest der CSU-Stadträte provozierte er mit seiner Bemerkung, man habe damit wieder einmal"dem OB an den Karren fahren wollen". Für ihn, Kuntke, sei der Erhalt des Freibads im Stadtrat stets allgemeiner Konsens gewesen. "Deshalb finde ich für mich keine andere Erklärung."

Auf die Frage von Matthias Kremer (Liberale), ob die Ablehnung im Aufsichtsrat mit der drohenden wirtschaftlichen Verschlechterung für die Stadtwerke durch die neuen Netzentgelte zusammenhänge, hielt sich Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Rubach bedeckt: In der Tat habe sich die Situation seit Anfang dieser Woche verändert. Die Abstimmung über das Freibad habe damit aber nichts zu tun. Das Geld für die Sanierung sei im Wirtschaftsplan ausgewiesen und stehe 2007 auch zur Verfügung. Über die Veränderungen hinsichtlich der Netzentgelte habe sein Haus die Stadtratsfraktionen per Post am gestrigen Mittwoch informiert.

Fränkischer Tag, 1. März 2007