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1957 wurde das Badewasser mit Eis gekühlt

JUBILÄUM    Vor 50 Jahren ging das Gaustadter Freibad als eines der ersten im Landkreis Bamberg in Betrieb. "Katastrophale BadeverhäItnisse" in der Regnitz waren Anlass für den Bau.

VON JUTTA BEHR-GROH, FT, 24. Juni 2006

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Bamberg - Mit einer Bade- und Freizeitmoden-Schau am Sonntag, 2. Juli, läutet der Bürgerverein Gaustadt eine kleine Veranstaltungsreihe zu Ehren des vor 50 Jahren eröffneten Freibads im Stadtteil ein. Die bis 1972 selbstständige Industriegemeinde vor den Toren Bambergs war nach Scheßlitz eine der ersten im Landkreis Bamberg, die eine Schwimmstätte baute.

Ausschlag gaben damals die "katastrophalen Badeverhältnisse" in den natürlichen Gewässern in und um Gaustadt. So zitierte der FT im Jahr 1954 den damaligen Bürgermeister Habermann aus jener Gemeinderatssitzung, in der der Grundsatzbeschluss für den Bau eines Bades fiel. Es sollte den Bürgern gesundheitlich unbedenkliche Badefreuden ermöglichen.

Die Gaustadter hatten zwar die Regnitz, doch die diente auch der Baumwollindustrie als Werkskanal. Ältere Gaustadter erinnern sich daran, dass man dem Wasser oft ansah, mit welchen Farben in der Erba gerade gearbeitet wurde.

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Brauerei sorgte für Erfrischung

Im Frühsommer 1956 wurde das Bad am Rand des Michaelsberger Waldes eröffnet. Als Neunjähriger dabei war Werner Düring, heute Leiter des Schulverwaltungs- und Kulturamts bei der Stadt Bamberg. Aber noch besser als an dieses Ereignis erinnert er sich an den Sommer ein Jahr später: 1957 muss es so heiß gewesen sein, dass die Gaustadter Brauerei Wörner Lastwagenweise Eisstangen zum Kühlen des Badewassers anlieferte!

Kühl wie ein Gebirgsbach

Das war die große Ausnahme. In den meisten Sommern war das Wasser im Gaustadter Bad so frisch wie ein Gebirgsbach. Erst vor einigen Jahren hat die Bamberger Stadtwerke GmbH dort in eine Solarheizung investiert. Bei gutem Wetter erwärmt sich das Nass mit Sonnenenergie auf 23 bis 24 Grad, wie dies zur Zeit der Fall ist.

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Äußerlich hat sich das Bad in der ganzen Zeit nicht wesentlich verändert. Sehr zur Freude seiner Stammgäste. Genießer schätzen die weitläufige Anlage, jugendliche vor allem das Drei-Meter-Sprungbrett.

Apropos Meter: Das Schwimmbecken ist nur vermeintlich 50 Meter lang. Tatsächlich fehlen ein paar Millimeter zum wettkampftauglichen Maß. Man hat nämlich beim Gießen der Betonwanne vor 50 Jahren die Ausdehnung des Materials nicht bedacht.