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Einig im Wunsch, das Bad zu erhalten

Stadräte und potentielle Pächter folgen Einladung des Bürgervereins Gaustadt - Begehung lässt Sympathiewert steien

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Noch ist sie ungewiss, die Zukunft des Gaustadter Freibades. Doch der Wunsch, es zu erhalten, ist da. Nicht nur bei den Bürgern des Stadtteils und ihres Bürgervereins.

Dieser kämpft, nach dem Grundsatzbeschluss des Stadtrats für einen Neubau des Hallenbads am Stadion statt der Sanierung der alten Schwimmhalle, weiter darum, dass die idyllische Schwimmstätte am Michelsberger Wald nicht geschlossen wird. Zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft kamen am Samstag auf Einladung des BV in das Freibad, um sich einen persönlichen Eindruck zu machen.

"Wir wollen dieses Bad erhalten", lautete der Tenor aller quer durch die Fraktionen. Das hatte der Stadtrat bereits in der vergangenen Woche betont. Und obwohl der Fortbestand noch keineswegs in trockenen Tüchern ist, machte sich am Samstag so etwas wie Euphorie bei allen Anwesenden breit. Man schmiedete Pläne, z.B. für ein Naturbad.

"Wir dürfen uns nicht fragen ob, sondern wir müssen darüber diskutieren, wie wir das Freibad erhalten können", schlug Dr. Christian Lange (CSU) vor. Doch darüber hat sich der Gaustadter Bürgerverein längst Gedanken gemacht. Die städtische Anlage könnte beispielsweise verpachtet werden. Zwei Interessenten hätten sich dafür bereits gefunden, informierte BV-Vorsitzende Danile Reinfelder. Einer von ihnen war auch dabei: Gerhard Göring von den Göring-Bäderbetrieben in Bad Wimpfen. Sein erster Eindruck vom Gaustadter Schwimmbad "war durchweg positiv". Auch der jetzige Pächter des Kiosks, Athanasios Arabatzis, hat Interesse bekundet, die Pacht auf das ganze Schwimmbad auszudehnen.

Nicht die Investitionen seien das Problem, sondern die Betriebskosten, gab CSU-Kreisvorsitzender Lange zu bedenken: "Wir brauchen ein, Betriebskonzept, das bezahlbar ist. Würden sich aber die Bürger aktiv und engagiert am Erhalt beteiligen, stünde einer gesicherten Zukunft nichts im Wege, meinte Mdl, Dr. Helmut Müller (CSU) optimistisch.

Bürger bereit, selbst mit anzupacken

Seitens des Bürgervereins jedenfalls wurde versichert, es gebe eine Vielzahl von Bürgern, die bereit wären, ehrenamtliche Arbeiten für das Freibad zu leisten. Schließlich seien mit der Anlage viele Emotionen verbunden, so Helmut Raubach: " In harter, gemeinschaftlicher Arbeit haben die Gaustadter vor fast 50 Jahren dieses Schwimmbad aufgebaut." Wenn man für 19 Millionen Euro ein Spaßbad am Stadion bauen kann, kann man dies auch für 16 Millionen Euro tun". Denn nicht der Wettbewerb mit dem geplanten Projekt am Stadion, sondern eine Grundsanierung ist das Ziel des Bürgervereins: "Wir wollen hier lediglich ein Bad, in dem man schwimmen kann. Weiter nichts!"

"Der Trend," so ergänzte Ulrike Heucken (GAL), "geht ohnehin nachweislich weg von den großen Anlagen und wieder hin zu den kleinen Schwimmbädern in der direkten Nachbarschaft". Welche Familie könne es sich heute noch leisten, täglich ein Schwimmbad aufzusuchen, das pro Person mindestens 4,50 Euro kostet? Im Gaustadter Bad könne man die günstigen Eintrittspreise halten, und würde somit auch die soziale Komponente berücksichtigen, meinte die Grünen-Stadträtin.

Daniela Reinfelder, die BV-Vorsitzende, sieht darüber hinaus einen weiteren Grund, der gegen eine Schließung spricht: "Das Gelände des Schwimmbades ist Wasserschutzgebiet. Es wäre also nach einem Abriss keine weitere Bebauung möglich und die Fläche würde brach liegen".

Im Anschluss an den Rundgang durch das am trüben Samstagnachmittag mäßig besuchte Bad wurde die Diskussion bei Bratwürsten und Bier noch eine Weile fortgesetzt. Klaus Zachert (SPD) nutzte die Gelegenheit, um die Teilnehmer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen: "Ich möchte noch einmal ausdrücklich sagen, dass der weitere Bestand des Schwimmbades nicht gesichert ist, auch wenn hier gerade dieser Eindruck entsteht! Da liegt noch viel Arbeit vor uns. Aber ich hoffe, dass die heutige Besichtigung dazu beiträgt, das Gaustadter Freibad zu erhalten. "

kat

Fränkischer Tag, 01.August 2005