Home | Gaustadt | Bürgerverein | Presse | Vereine | Kirchen | Parteien | Institutionen | Firmen | Kontakt
Boxbild
  Druckversion   Seite versenden

Eine "Beerdigung erster Klasse"?

Gaustadter kämpfen gegen Schließung "ihres Bads"-Entscheidung heute im Rathaus

(bad-7.jpg; 130 kB)

In Gaustadt regt sich ein Proteststurm gegen die drohende Schließung des Freibads am Michelsberger Wald. Daniela Reinfelder vom Bürgerverein hat dem OB gestern 4600 Unterschriften gegen das Aushungern der Freizeitoase überreicht. Der Zeitpunkt ist gut gewählt: Heute entscheidet der Stadtrat über ein neues Hallenbad und so oder so auch über die Zukunft des Gaustadter Bads.

Die Vorsitzende des Bürgervereins und die Vertreter anderer Gaustadter Vereine stießen bei ihrer Unterschriftensammlung auf eine enorme Resonanz. Kein Wunder: Das idyllisch am Rande des Michelsberger Waldes gelegene Freibad genießt in der Bevölkerung hohe Wertschätzung und dies nicht nur bei den Gaustadtern.

Wie direkt die Zukunft der aus den 50er Jahren stammenden Freizeiteinrichtung mit ihrem alten Baumbestand an die Zukunft des Hallenbads und die daraus resultierenden Millionenausgaben geknüpft ist, wird sich in der heutigen Sitzung des Stadtrats zeigen. Die Verwaltung empfiehlt, einem Beschluss des Aufsichtsrats der Stadtwerke folgen, dem Stadtrat, sich für den Neubau eines 17 bis 18,5 Millionen Euro teueren Hallenbads neben dem bereits sanierten Stadionbad auszusprechen.

Die Alternative, das bestehende Hallenbad am Margaretendamm zu sanieren, wird dagegen nicht favorisiert. Gründe sind vor allem die hohen Kosten (14 Millionen Euro), die in einem gewissen Missverhältnis zum Ergebnis stehen. Denn die Grundmängel können nach einer Studie der Stadtwerke nicht beseitigt werden. Außerdem fallen höhere Betriebsausgaben an.

Gegen diese Sichtweise argumentierte gestern in einer Presseerklärung die GAL-Fraktion. Sie hält die Zahlen für "künstlich hochgerechnet" und zieht einen Vergleich mit dem Jahr, 1998 heran, als von 18 Millionen Mark Sanierungskosten für das Hallenbad die Rede war.

Dass auch für das Freibad Gaustadt akuter Sanierungsbedarf besteht, wird im Rathaus von niemandem bezweifelt.

Die neuesten Zahlen, die Gegenstand in der heutigen Sitzung sind, sprechen eine klare Sprache: Für eine reine Sanierung wären 2,3 Millionen Euro nötig, für eine Sanierung und Attraktivitätssteigerung müssten in Gaustadt sogar 3,66 Millionen Euro investiert werden.

Weil das Geld auch im Haushalt der Stadtwerke nicht untendlich ist, geht es in dem Beschlussvorschlag zum Hallenbadneubau, wie er dem Stadtrat heute präsentiert wird, zwangsläufig auch um das Gaustadter Bad: Es soll mindestens bis zur Inbetriebnahme des neuen Hallenbads betriebsbereit gehalten werden.Diese Formulierung reicht den Freunden des Gaustadter Bades aber bei weitem nicht aus. Sie möchten nicht nur eine Bestandsgarantie für das Bad, sondern auch die konkrete Aussicht auf eine Verbesserung der Verhältnisse, die sich in den vergangenen 50 Jahren nicht wesentlich geändert haben. Alles andere, meint Daniela Reinfelder wäre "eine Beerdigung erster Klasse!" Diese Befürchtung teilen auch die Bamberger Grünen: "Ein ja für einen Hallenbad-Neubau bedeutet zugleich ein Aus nicht nur für das bestehende Hallenbad, sondern auch für das Gaustadter Bad", urteilt die GAL-Fraktion.

Michael Wehner
Fränkischer Tag, 27. Juli 2005