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Abkehr vom "halbierten Bad"?

vom FT-Redaktionsmitglied Michael Wehner, Fränkischer Tag, 27. Juni 2007

Nach Protesten des Bürgervereins Gaustadt gegen die Stilllegung des großen Nichtschwimmerbeckens im Gaustadter Bad zeigen sich die Bamberger CSU und die SPD kompromissbereit. "Das zweite Becken könnte durch Einsparungen bei den Außenanlagen erhalten bleiben; wir wollen keine Lösung, die nahe an einen Schildbürgerstreich kommt", sagte gestern CSU-Chef Helmut Müller auf unsere Anfrage. Die Fraktion der CSU habe sich von den Argumenten des Bürgervereins (BV) überzeugen lassen., dessen Vertreter am Montag in der Fraktionssitzung waren.

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Gleichzeitig mit der CSU kündigte auch die Bamberger SPD eine Überprüfung der bisherigen Entscheidung an. "Die Zahlen des Bürgervereins klingen plausibel. Wenn es stimmt, was der BV sagt, dann wären wir schlecht beraten, auf ein getrenntes Nichtschwimmerbecken zu verzichten. Dazu wollen wir jetzt die Stadtwerke hören", sagte SPD-Chef Heinz Kuntke.

Die Argumentation der BV-Vorsitzenden Daniela Reinfelder und ihres Stellvertreters Peter Röckelein ist folgende: Durch Einsparungen bei verzichtbaren Außenanlagen wie einem neuen, über die steile Böschung nach unten führenden "Schlangenweg" könnten über 300 000 Euro eingespart werden. Zusammen mit der Verringerung der Planungskosten und dem Verzicht auf weiteren "Schnickschnack" wie z. B. Sprudeldüsen im Becken wäre die vom BV favorisierte Variante 1 nicht aufwändiger als die 2,2 Millionen Euro teuere Variante 2, die bekanntlich vorsieht, das gesamte Nichtschwimmerbecken abzudecken und in eine Liegefläche umzuwandeln.

Im Gegensatz zur allgemein kritisierten Lösung mit einem gemeinsamen Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken würde bei der Variante 1 bei gleichen Kosten rund drei Viertel der Fläche des getrennten Nichtschwimmerbeckens erhalten

bleiben. Die CSU will die Frage, welche Lösung für Gaustadt gewählt wird, in Ruhe mit den anderen Fraktionen beraten. Man stehe nicht unter Druck, weil der Aufsichtsrat der Stadtwerke bisher nur den ersten, 600 000 Euro teueren Bauabschnitt, Sanierung der Sanitäranlagen und der Cafeteria, beschlossen habe.

CSU wie SPD stehen den Spar-Vorschlägen aufgeschlossen gegenüber, weil die angestrebte Steigerung der Besucherzahlen eher mit zwei Becken als einem realistisch erscheint.

Nach Informationen des FT besuchten im Jahr 2006 rund 44 000 Badegäste das Gaustadter Bad. Das Defizit lag bei 92 000 Euro, was einem Zuschuss von 2,09 Euro pro Besucher entspricht. Durch die Sanierung soll der Energieverbrauch kräftig sinken: von zurzeit 71000 Euro auf dann 45 000 (Variante 1) bzw. 35000 Euro (Variante 2 mit nur einem Becken). Unter der Annahme, dass künftig über 50 000 Besucher ins Gaustadter Bad kommen, errechnet sich inklusive Personalaufwand ein Pro-Kopf-Zuschuss von 1,06 Euro. Dieses Defizit, so hoffen der BV sowie CSU und SPD, kann durch steigende Besucherzahlen und ehrenamtliche Leistungen noch verringert werden.

Auch Starke will attraktive Lösung

Nachdem Einlenken der Fraktionen von CSU und SPD in Sachen Gaustadter Bad hat gestern am späten Nachmittag auch die Stadtspitze ihre Bereitschaft bekundet, die Sanierungspläne gemeinsam mit den Stadtwerken noch einmal zu überdenken. "Die Attraktivität des GaustadterBads soll erhalten bleiben", erklärte Oberbürgermeister Andreas Starke in einer Pressemitteilung. Starke reklamiert darin für sich, Bewegung in die fest gefahrenen Fronten und Geschäftsführung und Bürgerverein an einen Tisch gebracht zu haben. Die Stadtspitze nehme die konstruktiven Anregungen und Vorschläge, wie sie auch in der öffentlichen Informationsveranstaltung der Stadtwerke geäußert wurden, sehr ernst. In der nächsten Aufsichtsratssitzung soll nun nach einer kostengünstigen Lösung gesucht werden, die möglichst attraktiv ist und von den Bürgern so akzeptiert wird wie vorher, sagte Starke.