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Friedhof und Konfessionen

Der zu Gaustadt gehörende Friedhof auf dem Berg an der Ziegelei, besteht seit 1837. Er entstand, wie häufig bei größeren Siedlungen, unabhängig von einer Kirchengemeinde. Der Ziegeleibesitzer stiftete einen Teil seines Fabrikgeländes der Gemeinde, um den Einwohnern von Gaustadt den Weg nach Bischberg zu ersparen. Allerdings ist dieses Grundstück für die Betroffenen sehr unbequem, denn der Höhenunterschied von der Straße zum Friedhof, aber auch Steigungen auf dem Friedhof selbst, machen älteren oder kranken Menschen doch sehr große Schwierigkeiten. Er ist fast ein Bergfriedhof und könnte in den Alpen nicht steiler sein. Im Winter ist das Begehen mit noch größeren Mühen verbunden.

Der ehemals von den Gaustädtern mitbenutzte Friedhof der "Oberen Pfarre“ existierte nur bis 1805. Dieser Friedhof lag um die Kirche herum. Der Platz war sehr beschränkt, so daß man die Gebeine von früher Beerdigten in einem „Beinhaus“ unterbrachte, um Platz zu schaffen. Die Grablage in der Nähe der Kirche war besonders begehrt, denn man glaubte, durch die Nähe des Gotteshauses schneller in die Ewigkeit zu kommen. Die Epitaphe an der Kirchen-mauer vieler Kirchen zeugen von diesem Glauben, daß diejenigen, die bezahlen konnten, schneller aus dem Fegefeuer entkämen.

Die Konfession im alten Gaustadt war jahrhundertelang nur katholisch. Das kam daher, daß der Bischof Weigand von Redwitz die Reformation nicht zugelassen hat. Er war der Landesherr und konnte deshalb die Zugehörigkeit seiner Untertanen zu einem Glauben bestimmen. Priester, die den neuen Glauben vertraten, mußten außer Landes gehen, z.B. nach Nürnberg, das als Freie Reichsstadt seinen Glauben selbst bestimmen konnte. Das bedeutete ferner, daß die Gläubigen, die Luther nahestanden -z.B. zur Zeit des Bischofs Neidhart von Thüngen - im Zuge der Gegenreformation, sämtlich das Land verlassen mußten. Allerdings geschah es auch umgekehrt, daß Katholiken die Stadt Nürnberg verlassen mußten. Nur Klara Pirkheimer, der Tochter eines Patriziers ist es gestattet worden, in Nürnberg als Äbtissin des Klaraklosters zu bleiben. Dank der Verdienste ihres Vaters war das auch möglich. Im 19. Jahrhundert gab es in Gaustadt dann nur vereinzelt evangelische Mitbürger. Es hat trotzdem über Glaubensdinge nie Streit gegeben. Die Chronik des Klosters Michelsberg spricht davon, daß es in einem Wirtshaus Streitigkeiten gegeben habe, die von einem Pächter der Ziegelei hervorgerufen worden wäre und dieser wäre evangelisch gewesen.

Einen großen Zuwachs bekamen die Mitbürger evangelischen Glaubens dann, als die "Mechanische Baumwollspinnerei und Weberei“ Fachleute aus dem Schwäbischen um Augsburg zur Mitarbeit heran zog. Das geschah etwa um 1858. Diese Mitbürger wurden dann von der Pfarrei St. Stephan seelsorgerisch betreut. St. Stephan war die einzige evangelische Kirche in Bamberg. Insgesamt gesehen, war das Verhältnis der Gaustädter zu ihrer Kirche gut.

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