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Kaiserdom Privatbrauerei

Firmengeschichte

1039

Bier hat in Bamberg lange Tratition. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1039 zurück. Das erste offizielle Braurecht wird 1122 durch Bischof Otto I. (1102 - 1139) dem Benediktinerkloster auf dem Michaelsberg verliehen.

1489
Die Landesfürsten waren schon damals auf gute Qualität des Bieres bedacht. So erließ Fürstbischof Heinrich III. Groß von Trockau (1487 - 1501) 1489 das Bamberger Reinheitsgebot, indem er festlegte, dass beim "Einsieden nichts mere denn Hopfen, Malz und Wasser zu nemen sey" - und kam damit dem heute noch gültigen Bayerischen Reinheitsgebot um 27 Jahre zuvor.

18. Jahrhundert
Der Aufstieg zur Bierstadt gelang Bamberg im 18. Jahrhundert. Insbesondere in der Schönbornzeit, unter dem Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn (1693 - 1729) und Friedrich Karl von Schönborn (1729 - 1746), wurden Handel und Handwerk stark gefördert; es brach so etwas wie ein Wirtschaftswunder an.

1718

Im Zuge dieser aufblühenden Jahre wurde die Brauerei gegründet, was im Protokollbuch des Klosters Michaelsberg vom Jahre 1718 vermerkt ist. Damals gab es in dem Dorf Gaustadt bereits drei Wirtshäuser - bei ca. 300 Einwohnern. Eines davon gehörte dem Benediktinerkloster St. Michaelsberg zu Bamberg - und für dieses Wirtshaus erhielt seinerzeit Georg Morg, der damalige Besitzer, die Erlaubnis "ein Bräuhaus einzurichten".

1900
Um das Jahr 1900 hieß die Brauerei "Müller´sche Brauerei zu Gaustadt" und der Inhaber Anton Müller hatte nur vier Töchter.

1910
Georg Wörner - der Großvater des jetzigen Brauereibesitzers - war einer von neun Kindern des Brauereibesitzers Michael Wörner vom "Erbacher Brauhaus" in Erbach/Odenwald. Im Laufe seiner Lern- und Wanderjahre traf er in Gaustadt auf Monika Müller - eine der vier Töchter - und heiratete sie am 28. Januar 1910. Seit damals hieß nun die Brauerei "Brauerei Wörner" bzw. später "Bürgerbräu Gaustadt".

1953

Im Jahre 1953 übergab Georg Wörner den Betrieb an seine zwei Söhne Theodor und Ludwig - damals mit ca. 6.000 hl Jahresausstoß.

1956
Im Laufe der folgenden Jahre konnte der Ausstoß ständig gesteigert werden (ab 1956 werden auch alkoholfreie Erfrischungsgetränke hergestellt), so dass die Brauerei Mitte der 60er Jahre zu klein wurde - für Erweiterungen bestand am alten Standort keine Möglichkeit.
Theodor und Ludwig Wörner fassten deshalb den mutigen Entschluss, eine völlig neue Brauerei auf der grünen Wiese zu erstellen.

1969
Nach zweijähriger Bauzeit konnte dann im März 1969 der erste Sud Bier in der neuen Brauerei erfolgen. In weiteren drei Baustufen der Folgejahre erreichte die Brauerei ihre heutige Größe mit ca. 55.000 qm und einer Produktionskapazität von ca. 300.000 hl Bier.

1972

1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Gaustadt im Rahmen der Gebietsreform nach Bamberg eingemeindet. Damit begannen auch die Überlegungen Bamberg mit seinen Sehenswürdigkeiten und Berühmtheiten in das Marketing der Brauerei mit einzubeziehen. Neue Biersorten mit dem Namen "Kaiserdom" wurden geschaffen, erstmals schenkte man zur Kirchweih 1976 Kaiserdom Pilsener mit großem Erfolg aus.

1978
Nach dem plötzlichen Tod von Ludwig Wörner am 22. März 1978 trat dann umgehend sein Sohn Georg Wörner in die Firma ein. Seinerzeit hatte er schon das Studium in Weihenstephan (Dipl.Ing.) und München (Dipl.Wirtsch.Ing.) beendet, befand sich aber noch mitten in der Promotion bei Prof. Narziß in Weihenstephan, welche er im Interesse des Firmenunternehmens abbrechen musste. Bereits zu dieser Zeit entschloss sich Georg Wörner die Biere nicht nur deutschlandweit zu vertreiben, sondern auch den internationalen Export immer weiter auszubauen. Heute wird weltweit exportiert. In China und Schweden gibt es Lizenzproduktionen.

1986

Zum 1. Januar 1986 übernahm Georg Wörner mit seiner Familie den Alleinbesitz des Brauereiunternehmens (Dritte Generation).

1998
Zur Absicherung der erreichten Größe und Stärkung der zukünftigen Ausrichtung des Unternehmens am deutschen Biermarkt holte Georg Wörner im Jahre 1998 seinen Studienfreund Jochen Weber (Dipl. Braumeister und Dipl. Betriebswirt) als Gesellschafter in den Betrieb. Mit ihm entwickelte man das neue Geschäftsfeld:

Technics + Technology-Partnerschaften in den Bereichen Contract brewing und Contract filling mit zahlreichen deutschen Brauereien

Homepage: www.kaiserdom.de

Brauerei fürchtet um ihren Standort

STANDORTSICHERUNG    Oberbürgermeister Starke sichert der Kaiserdom-Brauerei zu, dass bei der anstehenden Bauleitplanung auf ausreichend Schallschutz geachtet wird.

VON GERTRUD GLOSSNER-MÖSCHK, FT

Bamberg - Seine Botschaft ist bei den Stadträten angekommen: Brauereibesitzer Georg Wörner wünschte sich von den Mitgliedern des Wirtschafts- und Bausenat bei deren Besuch in der Kaiserdom-Brauerei in Gaustadt den Ausbau der Breitäckerstraße/Gaustadter Hauptstraße und die Entschärfung der Kreuzung, die für Transportzüge nur sehr schwer zu befahren ist.

(ziegelei2.jpg; 115 kB)
Vor allem aber sorgt sich Wörner um den Standort seines Unternehmens: Er sieht ihn in Gefahr, wenn das benachbarte Gelände der ehemaligen Ziegelei Megalith mit Wohnhäusern für rund 100 Familien bebaut wird.

Wörner sieht den "Ärger vorprogrammiert" und möchte gerne an der Projektgruppe zur Entwicklung des künftigen Baugeländes beteiligt zu werden. Schließlich habe er in den letzten Jahren fast 45 Millionen Euro in die Brauerei investiert.

Oberbürgermeister Andreas Starke sicherte ihm zu, die Frage des Schallschutzes sehr sorgfältig zu prüfen. Bisher liege für das Megalith-Gelände eine reine Investorenplanung vor, die "aus unserer Sicht aber nicht zufriedenstellend ist", so Starke. Die Stadtverwaltung werde deshalb die Planung selbst in die Hand nehmen. Der OB wörtlich: " Wir wollen keine Gefährdung des Kaiserdom-Standorts. Das kann ich Ihnen zusagen. " In Kürze werde man mit dem neuen Plan in den Stadtrat gehen, um die Bauleitplanung beginnen zu können.

Auf positive Resonanz bei den Besuchern stieß das Engagement der Familie Wörner für den Stadtteil Gaustadt: Kaiserdom unterstützt vor allem den Bürgerverein und den Sportverein ASV, setzt sich aber auch dafür ein, dass Gaustadt schöner wird. Der im Eigentum der Brauerei befindliche Fischerhof soll saniert werden "in Gedanken sind wir damit schon sehr weit" - und das gesamte Gelände in Gaustadt-Mitte, auf dem jetzt eine marode Tankstelle steht, will Wörner neu gestalten. Ziel sei es, den Zustand wie vor 100 Jahren" wiederherzustellen. Wenn dann noch, wie versprochen, das Freibad erhalten werde, sei "Gaustadt glücklich".

Fränkischer Tag, 30. Oktober 2006 

Bamberger Bier für 36 Länder

Der Stadtrat besichtigte Kaiserdom in Gaustadt. Mit einem Jahresausstoß von 250000 Hektolitern ist es die größte Brauerei der Stadt.

VON GERTRUD GLÜSSNER-MÖSCHK, FT

Der Stadtrat in der Brauerei Kaiserdom in Gaustadt. Auf dem Fließband im Vordergrund fahren gerade schmutzige Flaschen in Richtung Waschanlage.
Der Stadtrat in der Brauerei Kaiserdom in Gaustadt. Auf dem Fließband im Vordergrund fahren gerade schmutzige Flaschen in Richtung Waschanlage.
Bamberg - Ein Blick sagt mehr als tausend Worte: Beim Ortstermin des Wirt-schafts- und Bausenats in der Kaiserdom-Brauerei in Gaustadt konnten sich die Stadträte per Augenschein von der Bedeutung des Unternehmens überzeu-gen.

Um sicher zu gehen, dass die Botschaft auch an-kommt, machte Brauerei-besitzer Georg Wörner bei der Betriebsbesichtigung und der anschließenden Bierverkostung im Kaiser-dom-Brauerei-Gasthof trotzdem einige Worte: Kaiserdom besteht seit 1718, befindet sich seit 95 Jahren im Besitz der Familie Wörner und ist heute mit einem jährlichen Ausstoß von 250 000 Hektolitern die mit Abstand größte Brauerei Bambergs. Sie erzielt einen Jahresumsatz von 14 Millionen Euro und beschäftigt 60 Vollzeitmitarbeiter.

20 Prozent des produzierten Bieres - insgesamt werden elf Sorten hergestellt, darunter auch alkoholfreies Bier - werden in der Region vertrieben, 50 Prozent im übrigen Bundesgebiet. Die restlichen 30 Prozent gehen als Export in 35 Länder aller Erdteile. Der größte Abnehmer ist Italien. Aber auch Araber trinken gerne Bier aus Bamberg: Für sie als Moslems muss es absolut alkoholfrei sein und vorzugsweise nach Himbeere oder Apfel schmecken.

In Australien, einem der ganz jungen Absatzmärkte, wurde Kaiserdom-Bier kürzlich als bestes Import-Bier ausgezeichnet. In Schweden, China und demnächst auch in Indien wird Kaiserdom-Bier nach Bamberger Rezept - und natürlich nach dem Reinheitsgebot - in Lizenz gebraut.

"Nicht um jeden Preis"

Für die Zukunft hat sich Georg Wörner vorgenommen, den Heimatmarkt zu pflegen, "aber nicht um jeden Preis". In einer Region wie Bayern mit der höchsten Brauereiendichte der Welt, müsse sich jedes Unternehmen seine Nische suchen. Deshalb werde Kaiserdom weiterhin Marktlücken mit Neuheiten schließen, zum Beispiel mit einer Einliter-Bierdose für so genannte Heavy Users. Mittelfristig strebe sein Unternehmen einen Exportanteil von 45 Prozent an.

Die Kaiserdom-Brauerei verfügt über viele technische Besonderheiten, mit der nur wenige Brauereien aufwarten können: So betreibt sie eine von der Bamberger Firma Kaspar Schulz gebaute und vom bayerischen Umweltministerium finanziell geförderte Pilotanlage für ein "Schonkochverfahren mit Vakuumdampf", die über 60 Prozent Primärenenergie einspart. Rein optisch noch beeindruckender sind die großen Flaschenwasch- und Füllanlagen sowie die Dosenabfüllerei. 36 000 Flaschen in der Stunde kann die neue, 750 000 Euro teure Arcade-Waschmaschine reinigen. Ein elektronischer "Inspektor" kontrolliert die Flaschen auf Schäden und verbliebenen Schmutz bevor sie im nächsten Arbeitsgang befüllt werden.

In der Dosenabfüllerei wurde zum Zeitpunkt der Besichtigung "Munchenal - Imported German Premium Beer" in weißgoldene Dosen abgefüllt Es ist für die 2000 Seven-Eleven-Stores in Hongkong bestimmt, kleine Supermärkte, die rund um die Uhr geöffnet sind. Der Importeur wollte auf der Dose kein klassisch-bayerisches Blau-Weiß haben: Chinesen lieben Gold.

Fränkischer Tag, 20. Oktober 2006